


Noch bevor die Sonne über die Hügel von Chiapas steigt, ist die Stadt schon hellwach. Irgendwo zwischen Kirchenglocken und dem ersten Kaffeeduft bellt ein V8 los, dann ein zweiter, bis die ganze Straße unter dem Klang der Rennmotoren bebt. Die Carrera Panamericana wurde 1950 ins Leben gerufen, um den neu gebauten mexikanischen Abschnitt der Panamericana zu feiern. Bis 1954 galt sie als das ultimative und zugleich tödlichste Straßenrennen der Welt: eine Hatz mit Vollgas quer durch ein ganzes Land, über Gebirgspässe und durch Dörfer, die die Besten des europäischen und amerikanischen Motorsports anlockte. Mercedes-Benz, Ferrari, Lancia und Porsche kamen, um zu gewinnen. Bei Porsche hinterließ das Rennen einen so tiefen Eindruck, dass das Unternehmen seinen schnellsten Modellen den Namen Carrera gab.


Seit ihrer Wiederbelebung als historische Veranstaltung im Jahr 1988 hat die Carrera Panamericana nichts von ihrer Faszination verloren. Heute wie damals versammeln sich bei Tagesanbruch die Zuschauer, um die staubbedeckten Autos zu einem weiteren Tag auf der Strecke ausrücken zu sehen. Unter ihnen wird auch ein Ford Falcon von 1965 sein, gesteuert von zwei engen Freunden, die ihre gemeinsame Leidenschaft für den Motorsport verbindet und die sich dieser zermürbenden Prüfung für Mensch und Maschine stellen. Die Route mit ihren sieben Etappen startet in diesem Jahr am 16. Oktober in Chiapas und führt über Veracruz, Mexiko-Stadt, Puebla, Querétaro, Guanajuato und San Luis Potosí. Ziel ist am 22. Oktober Zacatecas.



Was diesen Start so reizvoll macht, ist das Duo hinter dem Falcon. Cornelius Dornier stammt aus einer der bekanntesten Luftfahrtfamilien Deutschlands. Er begann in der Werbung und wurde später Projektleiter des Dornier Museums in Friedrichshafen. Heute führt er Marks Feinkost, das 1964 gegründete Münchner Delikatessengeschäft mit Bistro, das sich gerade zu einer europäischen Gastronomiemarke entwickelt. Rennen fährt er seit 1996, und mit Marks & Cars, gemeinsam mit Classic Driver entwickelt, bringt er in München Sammler, Designer und Rennfahrer zusammen. Die spontanen Treffen sorgen jedes Jahr zuverlässig für Aufsehen in der Szene. An seiner Seite und abwechselnd mit ihm am Steuer sitzt Matthias Herrmann, der Mann, der Cornelius einst zum Motorsport brachte. Der ehemalige Rennfahrer und Senior Motorsport Instructor von FIA und DMSB gründete 2016 Team Motorsport und hat jahrelang anderen den Zugang zum Rennsport geebnet. In den 1990er-Jahren begleitete er Dornier als Mentor auf dem Weg zur internationalen Lizenz. Nun werden Lehrer und Schüler zu gleichberechtigten Partnern hinter dem Lenkrad.



Der Falcon mag nicht die naheliegendste Wahl für ein mexikanisches Straßenrennen sein, doch er hat die passende Herkunft. Fords bulliger Kraftprotz diente als Basis für den Mustang, der von ihm Fahrwerk, Bremsen, Lenkung und Motoren übernahm, und seine Rennbilanz ist alles andere als bescheiden. Bei der Rallye Monte Carlo 1963 gewann Bo Ljungfeldt alle sechs Sonderprüfungen. Ein Jahr später waren die Falcons auf jeder Prüfung die Schnellsten und unterlagen am Ende nur aufgrund der Handicap-Wertung einem Mini Cooper S. Sogar bei der Carrera Panamericana selbst holte das Modell bereits einen Klassensieg. Diese Erfahrung wird auf einer Strecke von angeblich über 3.900 Kilometern auf die Probe gestellt, wo dünne Luft, Hitze, lange Bergabfahrten und sieben Tage am Stück Bremsen, Kühlung und Nerven ebenso fordern wie die reine Geschwindigkeit.
Der Wagen trägt eine coole Lackierung in auffälligem Grün mit goldenen Akzenten, eine Anspielung auf Cornelius’ Marke Marks. Und zwischen den zahlreichen Sponsoren auf der mächtigen Karosserie prangt stolz auch das Logo von Classic Driver. Die Carrera Panamericana ist eher Langstreckenprüfung als Sprint. Umso wichtiger ist die Vorbereitung durch Matthias Heyer und Euro-Latino Racing-Services. Heyer ist der Sohn der deutschen Rennsportlegende Hans Heyer, und hier fällt der Apfel ganz sicher nicht weit vom Stamm. Mit zwanzig Jahren Panamericana-Erfahrung könnte sein Wissen am Ende genauso viel zählen wie der V8-Charakter des Falcon. Das Teammotto von Heyer bringt den Geist des Abenteuers schön auf den Punkt: „Manche sammeln Kunst. Wir fahren mit ihr Rennen.

Auf ihrer Reise werden die beiden mit allen möglichen Herausforderungen konfrontiert sein. Doch sie gehen sie als ehrgeiziges und erfahrenes Duo an, bereit für alles, was Mexiko ihnen entgegenwirft. Classic Driver begleitet Cornelius und Matthias von den Vorbereitungen bis zur Ziellinie und teilt Clips hinter den Kulissen, Updates während der Rallye und Eindrücke direkt von der Strecke auf unseren Social-Media-Kanälen. Folgen Sie uns dort, damit Sie keinen Kilometer verpassen.





































