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Mit diesem 993 RSR endete ein prägendes halbes Jahrhundert Porsche-Rennsport

Unter dem magischen Kürzel „RSR“ baute Porsche nur 45 Exemplare des 3.8 Cup – die definitive Sauger-Version des 993. Dieses einst vom Eifeler Zakspeed-Team eingesetzte Exemplar war 1998 das letzte der Serie und wartet mit 350 frei atmenden PS darauf, wieder frische Rennstreckenluft zu inhalieren.

 

Der vor Kraft strotzende 911 GT2 Evo mit Biturbo-Power von 1999 und sein Pendant mit Saugmotor, der 993 3.8 RSR, markierten an der Wende von den 1990er- zu den 2000er-Jahren das Ende einer rund ein halbes Jahrhundert währenden Ära luftgekühlter Porsche-GT-Rennsportwagen. Der letzte luftgekühlte Renn-Elfer mit Saugmotor wurde von der Weissacher Kundensportabteilung für Rennen der amerikanischen IMSA-GT-Serie und der europäischen GT-Serie entwickelt. Er war standfest genug für die Torturen der 24-Stunden-Rennen von Daytona, Spa und Le Mans sowie der VLN-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife. Ausgeliefert wurde er schlüsselfertig nach dem Motto: „Just add the driver“. Insgesamt baute Porsche 45 dieser auf ein Gewicht von 1200 Kilo reduzierten 3.8 RSR – 30 im Jahr 1997 und 15 im Jahr 1998. Sie gingen an einen weltweit verzweigten Stamm von Kundenteams, von Europa über die USA bis nach Japan.

 

Wie das 993-Cup-Auto, auf dem er basierte, kam auch der RSR ab Werk mit einem voll verschweißten Überrollkäfig von Matter, einer Fronthaube aus Aluminium, einer vorderen Domstrebe, einer komplett über Uniball-Gelenke gelagerten Aufhängung sowie einem speziellen Frontspoiler und einem verstellbaren Heckflügel. Ein einzelner Recaro-Rennsitz mit Sabelt-Sechspunktgurt, eine Feuerlöschanlage und ein Batterie-Hauptschalter waren für jeden Renn-GT laut Reglement vorgeschriebene Ausstattung.

Doch das war längst nicht alles. Zu reinrassigen RSR wurden die Autos erst durch das Paket „Z 20631“. Es umfasste weitere Feinheiten wie ein zweifach verstellbares Bilstein-Fahrwerk (Zug- und Druckstufe), angeschraubte Kotflügelverbreiterungen für noch breitere Reifen und größere vordere Bremsscheiben (380 mm) wie bei der GT2-Version. Das Herzstück des 3.8 RSR war jedoch sein luftgekühlter Sechszylinder vom Typ M64/75. Seine Leistung stieg von den 315 PS des Markenpokal-Autos auf 350 PS bei 6900 U/min, kombiniert mit dem eng abgestuften Sechsganggetriebe G50/34. Um Leistung und Drehmoment (380 Nm bei 7000 U/min) zu maximieren, spendierte Porsche dem 3,8-Liter-Motor stärkere und leichtere Ventile, schärfere Nockenwellen sowie spezielle Kolben und Zylinder. Zusätzlich wurden die Ansaug- und Auspuffkrümmer gründlich überarbeitet und mit sechs Einzeldrosselklappen kombiniert.

Das jetzt von Hamann Classic Cars angebotene Exemplar ist das letzte der 15 im Jahr 1998 gebauten Autos. Es trägt die Fahrgestellnummer WP0ZZZ99ZWS398025, ist in Firnweiß lackiert und wurde im März 1998 an das Zakspeed-Team aus der Eifel ausgeliefert, das durch den spektakulären Gruppe-5-Ford Capri Turbo und seine Formel-1-Teilnahme von 1985 bis 1989 bekannt wurde.

Anders als ein regulärer RSR trägt es zusätzlich das sogenannte Le-Mans-Paket. Es besteht aus einer leichteren Motorabdeckung mit doppelstöckigem Heckflügel im GT2-Stil, Unterboden und Frontspoiler aus Kohlefaser, Türen aus Kevlar, nochmals größeren Kotflügelverbreiterungen und BBS-Felgen mit breiteren äußeren Ringen.

Ein Spezifikum dieses Autos sind auch die je sieben Lüftungsschlitze in den hinteren Kotflügeln. Zusätzlich orderte Zakspeed einen 100-Liter-Tank für Langstreckenrennen und einen vom Cockpit aus verstellbaren vorderen Stabilisator. Abgerundet wird das Ganze durch eine von Zakspeed entwickelte Kreuzrohr-Auspuffanlage ohne Schalldämpfer und Katalysator. Eine zweite Abgasanlage mit Katalysator und Schalldämpfer für Sprintrennen gehört als Ersatzteil zum Lieferumfang.

Von 1998 bis 2000 vermietete Zakspeed das Auto an wechselnde Gastfahrer, die damit bei Langstreckenrennen starteten, vorzugsweise auf dem Nürburgring. Im Mai 2001 wurde es dann von Zakspeed an seinen zweiten und bislang letzten Besitzer verkauft. Dieser nahm im selben Jahr am 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring teil und teilte sich die Box mit der inzwischen auf die Dodge Viper GTS-R umgestiegenen Zakspeed-Crew. Als er den makellos präparierten, aber nicht mehr für einen Einsatz eingeplanten Porsche vor der Box stehen sah, wurde sich der Sammler mit Teamchef Peter Zakowski noch vor Ort handelseinig.

Seitdem hat er den 3.8 RSR bis auf ein paar kurze Ausfahrten in Zolder und auf dem Hockenheimring kaum bewegt, ihn aber regelmäßig einmal im Jahr warten lassen. Jetzt steht dieser allerletzte luftgekühlte Porsche 993 RSR, die ultimative Sauger-Version des 993, zum Verkauf. Die Mechanik samt Matching-Numbers-Motor ist rundum intakt. Nach einem gründlichen Technik-Check, der wegen der langen Standzeiten nötig ist, ist er startbereit für Premium-Events wie Le Mans Classic, Silverstone Classic und Estoril Classics – oder in den USA für das Classic 24 at Daytona und die Rennsport Reunion in Laguna Seca.

 

 

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