

Can-Am-Kanone
Porsches Ambitionen mit dem 917 beschränkten sich nicht nur auf Le Mans: Von Anfang an hatte die Motorsport-Abteilung bei der Entwicklung auch die beim amerikanischen Publikum äußerst beliebte Can Am-Rennserie auf dem Schirm, schließlich machte der US-Markt 1969 bereits rund die Hälfte des gesamten Porsche-Absatzes aus. 1971 wagte sich Porsche mit einem eigens entwickelten Boliden, dem 917/10, erstmals ernsthaft an die Serie heran – wenn auch zunächst nicht als volles Werksengagement. Von Anfang an ganz vorne mit dabei war der Schweizer Porsche-Werksfahrer und Formel 1-Pilot Jo Siffert, der eng mit Steve McQueen befreundet war und im Film-Klassiker Le Mans als Stunt-Double hinter dem Steuer dessen Gulf-917 saß. Für die Saison bekam der prominente Fahrer einen 917/10 Spyder zur Verfügung gestellt, der von einem 4,5 Liter-Zwölfzylinder befeuert wurde und nur 733 Kilo auf die Waage brachte. Als der Bolide in den USA landete, erhielt er als erste Amtshandlung eine komplett neue Optik – Siffert hatte sich ein Sponsoring des Additiv-Herstellers STP gesichert. Am Ende der Saison lagen der Schweizer und sein rotes Biest, das jetzt von Mechatronik angeboten wird, auf dem vierten Gesamtrang, obwohl sie nur an sechs von zehn Rennen teilgenommen hatten.


Smarts Apple Car
Der Smart Roadster gehört zu den wohl unterschätztesten Fahrerautos der frühen Zweitausender – dank seines Mittelmotor-Layouts und einem Leergewicht von nur etwa 800 Kilo bietet der dynamische Bruder des Smart fortwo echtes Gokart-Feeling zum Spartarif. Ausschließlich für den deutschen Markt bot die Mercedes-Tochter gegen Ende der Bauzeit ein Sondermodell an, das den techy Y2K-Vibe seiner Ära perfekt verkörpert. Die auf 200 Stück limitierte MTV-Edition bringt nicht nur etliche Logos des legendären Musiksenders, ein Sportpaket mit dreispeichigem Lederlenkrad und 16-Zoll-Leichtmetallrädern mit, sondern auch das sogenannte iPod Car Kit: Serienmäßig im Lieferumfang enthalten war ein Apple iPod 20 GB, der im Falle des angebotenen Autos noch originalverpackt ist. Bei einer Laufleistung von 323 Kilometern und einem damit einhergehenden neuwertigen Zustand wird der Dreizylinder-Floh aus dem Angebot von HK-Engineering zu einer echten Zeitkapsel.


Die letzte ihrer Art
25 Jahre lang gehörte die Lotus Elise zu den fahraktivsten Autos auf dem Markt und stellte die perfekte moderne Interpretation des Leichtbau-Mantras von Markengründer Colin Chapman dar. Doch unter der Ägide des chinesischen Geely-Konzerns ist mit dieser Philosophie offenbar Schluss: Statt mit puristischen Sportwagen wollte die Marke in den letzten Jahren vor allem mit übergewichtigen E-Autos punkten, was den Fans natürlich sauer aufstieß. Umso begehrenswerter ist die Elise Sport 240 Final Edition, die der Baureihe einen glorreichen Abschluss bereitet. Das aktuell von Joe Macari angebotene Exemplar in "Azure Blue" hat aus einem weiteren Grund einen Platz in der Firmenhistorie verdient: Es diente Lotus im Vereinigten Königreich als offizielles Presseauto. Mit 240 Kompressor-PS, dem begehrten Touring Pack und nur 15.360 Meilen auf dem Tacho bietet der voll ausgestattete Brite eine der letzten Möglichkeiten, einen Lotus der alten Schule und damit ungefilterten Fahrspaß zu erleben.


Sky is the limit
Wenn es einen Massenhersteller gibt, der den Wert von auf geringe Stückzahlen limitierten Serienmodellen erkannt hat, dann ist es wohl BMW. Nachdem die Münchner 2022 das legendäre "Batmobil" 3.0 CSL in einer Auflage von 50 Stück neu interpretiert hatten, präsentierten sie rund zwei Jahre später im Rahmen des Concorso d'Eleganza Villa d'Este ein Concept Car des luxuriösen Roadsters „Skytop", aus dem wenig später ein in derselben Auflage produziertes Kleinserienmodell wurde. Dieses basierte auf dem damals noch aktuellen BMW 8er (G15) und sollte eine Hommage an frühere Frischluft-Ikonen aus dem Hause BMW wie den 503 oder Z8 darstellen. Unter der langen Haube steckt der 625 PS starke und 4,4 Liter große Biturbo-V8 des M8 Competition, der den Zweisitzer in nur 3,3 Sekunden auf Tempo Hundert katapultiert. Angesichts der winzigen Produktionszahlen überrascht es kaum, dass Skytops nur selten auf den Markt kommen – bei BUGATTI MUNICH Dörr Automotive GmbH steht aktuell einer zum Verkauf.


Michelotti-Meisterklasse
Der Fiat 1100 diente als eines der beliebtesten italienischen Massenautos der Fünfzigerjahre oft als Leinwand für die heimischen Karosseriebauer – quasi Haute Couture aus erschwinglichem Stoff. Ein Paradebeispiel dafür ist der Fiat 1100 TV Printemps, den Broad Arrow bei seiner "Zoute Concours"-Auktion im Oktober unter den Hammer bringen wird. Gezeichnet wurde das seltene Vignale-Coupé von niemand Geringerem als Giovanni Michelotti. Einer der Großmeister des italienischen Automobildesigns, der später Ikonen wie den BMW 2002 oder den Triumph TR4 schuf und für die Linie der Alpine-Sportwagen verantwortlich war, bewies hier sein ganzes Gespür für elegante Proportionen. Die bei der Carrozzeria Vignale handgefertigte Karosserie mit der charakteristischen Panorama-Heckscheibe, den zarten Heckflossen und dem niedrigen Coupé-Dach sorgt für die nötige Prise Extravaganz. Nach seinem Debüt 1956 in Rom blieb der Wagen jahrzehntelang in italienischem Besitz und zeigt sich heute – dank einer vor dem Villa d'Este 2006 durchgeführten Restauration, bei der keine Kosten und Mühen gescheut wurden – in einer edlen Zweifarblackierung mit Elfenbein und Dunkelblau.
































