

Flugzeug statt Meeressäuger
Der Ford Escort Cosworth mag sein großes Ziel – den Konstrukteurstitel in der Rallye-Weltmeisterschaft – nie erreicht haben. Erfolgreich war er aber trotzdem: Von 1993 bis 1997 fuhr er insgesamt zehn WM-Laufsiege ein. Zur Legende wurde er allerdings weniger wegen seiner sportlichen Performance als wegen seines auffälligen, auf maximalen Abtrieb ausgelegten Heckspoilers, der von Fans liebevoll „Walschwanz" genannt wird. Die eigentliche Inspiration hinter dem massiven Flügel kam jedoch nicht von einem Meeresbewohner, sondern vom dreiflügeligen Fokker Dr.I des Roten Barons Manfred von Richthofen. Dies stellte der Star-Designer Frank Stephenson klar, dessen erstes Projekt nach dem Studienabschluss darin bestand, die brave Kompaktlimousine aus Köln aerodynamisch zu optimieren. Letztlich wurde der zweite Steg gestrichen, die Optik blieb aber trotzdem einzigartig. Der Schweizer Händler Leuba Collection bietet eines von nur 1.143 Exemplaren der frühen Version T35 Turbo, die mit dem größeren Garrett-Lader (T3/T04B) ausgestattet ist, an. Neben der eleganten Farbgebung in Dunkelgrün spricht auch seine Laufleistung von lediglich 21.575 Kilometern für das Homologationsmodell.


Hochdrehzahl-Glühwürmchen
Die Ehre, beim Goodwood Festival of Speed eine publikumswirksame Demonstrationsfahrt zu absolvieren, wird nur wenigen Autos zuteil – eines davon ist dieser DLS Turbo von Singer, auch „Firefly Commission" (Glühwürmchen) genannt, den die kalifornischen Restomod-Spezialisten bei der diesjährigen Ausgabe des Events von der Leine ließen. Das DLS Turbo-Programm umfasst insgesamt nur 99 Autos und das von „Sealed by RM Sotheby's" angebotene Exemplar ist eines von etwa zehn, die als Rechtslenker ausgeliefert wurden. Inspiriert wurde die Modernisierungskur vom Porsche 934/5, der in den Siebzigerjahren im Langstreckensport mitmischte. Dieser DLS Turbo sticht aber nicht nur mit seinem wilden Spoilerwerk, sondern auch dank seiner komplett in Orange und Schwarz gehaltenen Farbgebung ins Auge. Im Heck arbeitet eine 720 PS starke Bi-Turbo-Version von Singers komplett überarbeitetem Sechszylinder-Boxer, der erst bei sensationellen 9.000 Umdrehungen an seine Grenzen stößt. Das zu großen Teilen aus Carbon gefertigte „Glühwürmchen" wurde im vergangenen November fertiggestellt und anschließend an seinen aktuellen Besitzer in Großbritannien ausgeliefert. Zugelassen ist der Wagen als Baujahr 1990.


Schweizer Gipfel der Extravaganz
Die Aston Martin Lagonda der Serien 2 bis 4 gehören mit ihrer flachen, radikal kantigen Silhouette aus der Feder von William Towns zu den kompromisslosesten Designs der Siebziger- und Achtzigerjahre. Dazu kommt ihre teils innovative Technik – die Urversion von 1976 war beispielsweise das erste Serienauto mit digitalen Instrumenten. Dieser Shooting Brake, den Broad Arrow Auctions Anfang November in Zürich unter den Hammer bringt, setzt dem Ganzen in Sachen Extravaganz die Krone auf – die nach hinten hin seicht abfallende Dachlinie und die insgesamt sechs (!) Seitenfenster lassen das Unikat unglaublich lang wirken, obwohl die Länge mit 5,28 Metern unverändert blieb. Das Basisauto – eines von nur 76 Exemplaren der Series 3 – verließ 1987 die Werkshallen in Newport Pagnell und wurde anschließend in die Schweiz ausgeliefert. Neun Jahre später wurde es an seinen Besitzer veräußert, der die helvetischen Spezialisten von Roos Engineering mit dem Umbau beauftragte. Im Jahre 2000, pünktlich zum neuen Millennium, wurde ihm sein futuristischer Kombi übergeben.


Der Autobahn-Held in zivil
Mit der ersten Generation des RS 6 begründete Audi von 2002 bis 2004 eine Legende. Die Optik blieb weitestgehend zurückhaltend. Unter der Haube schnauft jedoch ein von den Performance-Spezialisten von Cosworth aufgebauter 4,2-Liter-Biturbo-V8, der über eine Fünfgang-Tiptronic 450 Pferde auf alle vier Räder loslässt. So sprintet die Performance-Variante des A6, die als Limousine und Avant erhältlich war, in 4,7 Sekunden auf Tempo Hundert und rennt bei 250 km/h in den Begrenzer. Das sind für diese Zeit beeindruckende Fahrleistungen, besonders angesichts des hohen Leergewichts von knapp 1,9 Tonnen. Ein Schweizer Händler hat aktuell einen frühen Kombi im Angebot, der dem „Wolf im Schafspelz"-Thema die Krone aufsetzt. Mit seiner unauffällig eleganten Lackierung in Daytona-Grau in Kombination mit den dunkel gehaltenen Felgen und dem hellgrauen Lederinterieur dürfte er für so einige offene Münder sorgen, wenn er auf der Autobahn an so manchem Sportwagenfahrer vorbeizieht.


Alpiner Aristokrat
Mit dem Ghost 6.6 V12 „Alpine Trial" legte Rolls-Royce 2013 eine exklusive Sonderserie mit alpinem Flair auf. Sie feierte das 100. Jubiläum der Österreichischen Alpenfahrt von 1913, bei der vier Silver Ghosts – allen voran der Privatwagen von James Radley – über 1.820 zermürbende Meilen durchs Hochgebirge ohne Panne bestanden und den Ruf der Marke für Zuverlässigkeit begründeten. Entsprechend besticht die Edition durch ihre komplett eigenständige Ausstattung mit einem an Radleys Silver Ghost angelehnten hellblauen Lack, schwarzem Kühlergrill und schwarzen Rädern sowie Einlagen aus hellen Edelhölzern und einer Grafik der Alpenroute auf dem Armaturenbrett. Auto Veloce Roma Srl bietet aktuell exakt das Auto an, das von Rolls-Royce auf der Shanghai Motor Show ausgestellt wurde. Ursprünglich in eben jenem charakteristischen Hellblau lackiert, wurde die Limousine mit blauer Innenausstattung 2025 schwarz foliert – auf Wunsch kann sie aber in ihre Originalfarbe zurückversetzt werden.



























