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Erleben Sie das goldene Zeitalter des Rallye-Sports in Luxemburg

GRIDX ist Luxemburgs Top-Erlebnisdestination für Autofans. Nach dem Senna-Auftakt zeigt die Galleria610 jetzt „The Golden Age of Rally“: Erleben Sie eine Zeitreise von den 1960ern bis in die 2000er mit legendären Ikonen wie dem Audi Sport Quattro, Porsche 953 Dakar und Lancia Delta S4.

 

Manch einer sagt, dass nicht die Formel 1, sondern der Rallyesport die eigentliche Königsdiziplin des Motorsports sei. Stellen Sie sich nur mal vor, flat out mit über 200 km/h über einen schmalen Waldweg zu brettern, oder unter einer unerträglichen Hitze tausende Kilometer in der Wüste zurückzulegen. Diese Schau über menschlichen Mut und mechanische Ausdauer steht im Mittelpunkt der Ausstellung „The Golden Age of Rally“ in der Galleria610 in Luxemburg. Gelegen im GRIDX-Erlebniszentrum versteht die 2.100 Quadratmeter große Galerie historische Automobile nicht bloß als Fahrzeuge, sondern als echte Kunstwerke und Zeugnisse ihrer jeweiligen Ära. Nach dem Erfolg der ersten Werkschau, die Ayrton Senna gewidmet war, wechselt das Haus nun den Fokus vom glatten Asphalt der Rundstrecke hin zum unberechenbaren Schotter der Rallyepisten. 

In Zusammenarbeit mit dem renommierten „Museo Nazionale dell’Automobile“ in Turin und der „Fondazione Gino Macaluso per l’Auto Storica“ geht die Kuratierung weit über eine bloße Aneinanderreihung von Autos hinaus. Stattdessen wird die Geschichte einer rasanten technologischen Evolution von den 1960er- bis in die 2000er-Jahre erzählt. Die Reise beginnt in einer Ära, als kompakte und leichte Autos, die noch relativ nah an den regulären Serienversionen blieben, das deutlich leistungsstärkere Establishment herausforderten. Der von einem winzigen, 95 PS starken Vierzylinder angetriebene BMC Mini Cooper S von 1966 bewies, dass Agilität reine Leistung schlagen kann. Das ausgestellte Modell bringt echte Renngeschichte mit: Es bestritt die Rallye Monte Carlo 1966 und siegte 1967 bei der 1000-Seen-Rallye in Finnland unter Timo Mäkinen. Direkt daneben steht einer seiner damaligen Rivalen, ein Ford Cortina Lotus Mk1 von 1966, der im selben Jahr die britische RAC-Rallye für sich entschied. 

 

Mit dem Fortschritt des Sports in die 1970er-Jahre und der Gründung der Rallye-Weltmeisterschaft begannen die Hersteller, Autos gezielt für diese anspruchsvolle Motorsportdisziplin zu bauen. Die Ausstellung beleuchtet diesen Wandel mit der 170 PS starken Alpine Renault A110 1800, welche die brutale Rallye Marokko 1973 gewann, bei der nur 12 von 72 gestarteten Teams das Ziel erreichten. Das kleine Unternehmen aus der Normandie schrieb am Ende dieser Saison als erster offizieller WRC-Markenweltmeister Geschichte. Der keilförmige Lancia Stratos von 1976 markiert den nächsten großen Sprung nach vorn; sein 280 PS starker Ferrari-V6 und das kompromisslose Layout waren einzig und allein darauf ausgelegt, mit auskeilendem Heck Meisterschaften zu gewinnen. Zudem rückt die Schau seltener Randnotizen dieser Epoche ins Rampenlicht, wie den Fiat X1/9 Abarth Prototipo von 1974 – ein vielversprechendes Mittelmotor-Projekt, dessen Einsatz durch die weltweite Ölkrise verhindert wurde. 

Ihren mechanischen Höhepunkt erreicht die Ausstellung mit den extremen Schöpfungen der frühen Rallye Paris-Dakar und der Gruppe-B-Ära. Der Porsche 953 Dakar ist unbestritten einer der größten Stars der Ausstellung. Dieser stark modifizierte 911 verfügte über ein frühes, manuell steuerbares Allradsystem, das den Weg für den legendären 959 ebnete. Gefahren von Jacky Ickx und Claude Brasseur bei der 1984er-Auflage der zermürbendsten Rallye ihrer Zeit, erlitt genau dieses Auto einen Kabelbrand, kämpfte sich jedoch bis auf den sechsten Gesamtrang zurück, während das Schwesterauto den Gesamtsieg einfuhr. Ganz in der Nähe ist mit dem BMW X5 Diesel ein weiterer Rallye-Dakar-Bolide am Start: ein originales Werksfahrzeug aus dem Jahr 2004, das vom Franzosen Luc Alphand nach einem strapaziösen, 11.000 Kilometer langen Wüstenrennen auf einen starken 4. Platz pilotiert wurde. 

 

Direkt daneben präsentiert die Ausstellung einen Meilenstein der Allradgeschichte: eines von nur 22 von Audi Sport gebauten Gruppe-B-Wettbewerbsfahrzeugen. Dieses spezifische Exemplar war der zweite Sport Quattro überhaupt, der je bei einem Weltmeisterschaftslauf eingesetzt wurde – pilotiert von dem legendären Damen-Duo Michèle Mouton und Fabrizia Pons bei der Akropolis- und der 1000-Seen-Rallye 1984. Nach Einsätzen als Trainingswagen für Stig Blomqvist und einer Phase als PDK-Erprobungsträger bei Porsche in Weissach, die bis 1987 anhielt, wurde der 470 PS starke Fünfzylinder-Bolide vom heutigen Besitzer aufwendig restauriert und ist nun wieder voll einsatzbereit. 

Direkt daneben demonstriert der 550 PS starke Lancia Delta S4 die rohe Kraft der doppelten Aufladung – bestehend aus einem Kompressor und einem Turbolader. Dieses Konzept trieb das Gruppe-B-Reglement an seine absoluten Grenzen und markierte den ultimativen Höhepunkt dieses technologischen Wettrüstens. Der Wagen debütierte nur eine Saison bevor die FIA die Gruppe B nach einigen tödlichen Unfällen aus Sicherheitsgründen verbot. 

 

Die Ausstellung wird mit der High-Tech-Präzision der 1990er-Jahre abgerundet. Die Besucher können einen Toyota Celica GT-Four ST165 begutachten, mit dem Carlos Sainz die traditionelle skandinavische Dominanz in diesem Sport brach. Die Celica-Reihe verbindet große Erfolge mit einem der größten Skandale der WRC-Geschichte: Während der frühe ST165 Titel feierte, flog das Nachfolgemodell ST205 im Jahr 1995 mit einem illegalen, hochkomplexen Luftmengenbegrenzer auf, was zu einer Sperre für Toyota führte – vom damaligen FIA-Präsidenten Max Mosley jedoch ironischerweise als genialste technische Konstruktion seit Jahrzehnten bezeichnet wurde. Neben dem Toyota parkt die Gruppe-A-Ikone Lancia Delta HF Integrale 16V von 1990, die den Italienern mit dem Sieg bei der Rallye Sanremo unter Didier Auriol den Konstrukteurstitel sicherte. 

Für jeden, der diese Ära ungefilterter Mechanik und echten fahrerischen Könnens zu schätzen weiß, bietet diese Sammlung die seltene Gelegenheit, genau den Maschinen gegenüberzustehen, die die Geschichte dieses faszinierenden Motorsports mit am meisten geprägt haben. Die Sonderausstellung „The Golden Age of Rally“ ist ab sofort bis zum Spätherbst 2026 geöffnet. Die Galerie heißt Besucher von Mittwoch bis Sonntag willkommen. Tickets können online über die GRIDX-Onlineplattform oder direkt am Eingang erworben werden. Erwachsene zahlen 14 Euro, während der ermäßigte Tarif für Studenten bei 12 Euro liegt. Kinder unter 8 Jahren genießen freien Eintritt. 

Photos by Igor Sinitsin

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