

Nur wenige Kooperationen in der Automobilwelt brachten so außergewöhnliche Ergebnisse hervor wie die zwischen Alfa Romeo und Zagato, die sich über Jahrzehnte erstreckte. Die auf dem Turiner Autosalon 1962 vorgestellte Giulia TZ, die nach dem Erscheinen der Variante TZ2 mit Kunststoffkarosserie später als TZ1 bezeichnet wurde, wurde als radikale Fahrmaschine konzipiert.Diese sollte die Rennstrecke dominieren und gleichzeitig auch regulär im Straßenverkehr bewegt werden können. Das Modell vereinte pure Mechanik mit avantgardistischem Mailänder Design. Das T im Namen stand für Tubolare und verwies auf den modernen Gitterrohrrahmen, der für eine hervorragende Steifigkeit sorgte.
Gehüllt in ein hauchdünnes Aluminium-Kleid aus dem Hause Zagato, brachte das Auto lediglich 760 Kilogramm auf die Waage. In Kombination mit dem 112 PS starken 1,6-Liter-Doppelnockenwellenmotor aus der Giulia TI verlieh diese Leichtbauweise dem TZ1 ein beeindruckendes Leistungsgewicht. Der aerodynamische Rennwagen mit dem für Zagato typischen Kamm-Heck erwies sich in seiner Klasse als nahezu unschlagbar und siegte bei harten Langstreckenrennen wie der Targa Florio, in Le Mans und in Sebring. Zwischen 1963 und 1965 verließen nur 112 Exemplare das Werk, was das Modell zu einer der begehrtesten Alfa Romeo-Raritäten macht.


Schweizer Historie und Handwerkskunst
Innerhalb dieser limitierten Produktionsserie nimmt das Chassis mit der Nummer 019 einen besonderen Platz ein, vor allem für Schweizer Sammler. Der Wagen passierte am 25. Mai 1964 die Werkstore und wurde nur wenige Tage später an den offiziellen Schweizer Importeur in Lugano ausgeliefert. Es dauerte jedoch bis zum Januar 1965, ehe das Auto zum ersten Mal offiziell zugelassen wurde. Ursprünglich in einem ungewöhnlichen Gelbgrün lackiert, wurde das kompakte Coupé später im klassischen italienischen Rennrot neu lackiert. Nach mehreren Besitzerwechseln in den sechziger und siebziger Jahren sowie dem Einbau eines korrekten Austauschmotors um 1972 kam das Auto Anfang der achtziger Jahre in die sorgsamen Hände eines Enthusiasten, der es schließlich 1997 an den letzten Besitzer verkaufte.
Dieser langjährige Hüter pflegte den Wagen nicht nur, sondern bewegte ihn auch bei historischen Bergrennen, bevor er im November 2001 ohne Rücksicht auf die Kosten eine umfassende Restaurierung startete. Die Aluminiumkarosserie wurde komplett vom Lack befreit, korrodierte Bleche fachmännisch ersetzt und das Fahrzeug von Grund auf neu lackiert. Der Motor wurde mit einem neuen Zylinderkopf, Carrillo-Rennpleueln, maßgefertigten Kolben, neuen Ventilsitzen und Spezialventilen neu aufgebaut. Von der Aufhängung bis zum Getriebe wurde die gesamte Mechanik überholt. Zudem steht der Rennwagen auf einem frischen Satz Magnesiumfelgen. Der gesamte Prozess ist durch Fotodokumentationen und Rechnungen lückenlos belegt. Nach der Fertigstellung im Juli 2003 hat das Coupé unter regelmäßiger Wartung rund 19.000 Kilometer zurückgelegt.

Das Fahrzeug präsentiert sich aktuell in einem sehr guten technischen Zustand mit normalen Gebrauchsspuren. Im Oktober 2023 bestand es die letzte Veteranenprüfung, sodass einer sofortigen Anmeldung nichts im Wege steht. Den Schätzwert bei der Auktion gibt die Oldtimer Galerie Toffen mit umgerechnet 928.353 bis 1.092.180 Euro an.

































