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Beim FuoriConcorso feierte Italien die spektakulärsten deutschen Autos

Bei FuoriConcorso Kraftmeister drehte sich alles um die deutsche Automobilkultur. Inmitten einer atemberaubenden Kulisse kamen einige der seltensten und ikonischsten Autos der Welt zusammen, um die Besucher mit überraschenden und faszinierenden Konstruktionen zu begeistern.

Die Beziehung zwischen Deutschen und Italienern ist freundschaftlich, aber durchaus vielschichtig. Seit Johann Wolfgang von Goethe als erster Reise-Influencer das Land, wo die Zitronen blühen, berühmt machte, zieht es die Deutschen an die italienischen Küsten, sobald die Alpenpässe vom Schnee befreit sind. Dort genießen sie das süße Leben, so gut es ihr teutonisches Temperament zulässt, und verlieben sich immer wieder neu in die Kultur, die Strände, das Essen und die Menschen. Die Italiener wiederum bewundern uns für unsere Arbeitsmoral, Produktivität, Qualitätsstandards, die Spaltmaße unserer Autos und die Pünktlichkeit unserer Züge, wobei wir Letzteres heute lieber nicht vertiefen — die Italo-Züge des einsigen Ferrari-Bosses Luca di Montezemolo rasen schließlich bald auch über deutsche Gleise. Kurz gesagt: Wir wurden stets respektiert, wollten aber eigentlich immer geliebt werden.

Ähnlich verhält es sich mit den Automobilen unserer jeweiligen Nationen. Während Ferrari, Lamborghini und Maserati die Sinne mit unnachahmlicher Sprezzatura und Faszination berühren, lassen sich die Fahrzeuge (wie die Deutschen ihre Automobile wenig poetisch nennen) von Audi, BMW, Mercedes-Benz und Porsche oft am besten über Datenblätter und technische Blaupausen beschreiben. Sie sind verlässlich und rational. Deutsche Autobauer sind historisch bekannt für Präzision, Qualität und ein Streben nach Perfektion, das manchmal an Kontrollzwang grenzt. Das brachte ihnen die Bewunderung anspruchsvoller italienischer Fahrer von Mailand bis Palermo und von Turin bis Venedig ein. Doch als wir am vergangenen Wochenende vor der Villa Grumello am Ufer des Comer Sees standen, während elegante Riva-Boote und Wasserflugzeuge an uns vorbeizogen und das modebewusste Mailänder Publikum in Leinenanzügen und Sonnenbrillen sichtlich aufgewühlt die deutschen Maschinen bewunderte, fühlten wir uns endlich doch auch ein wenig geliebt.

Das Motto des diesjährigen FuoriConcorso lautete KraftMeister, eine clevere Wortschöpfung, die eine Mischung aus industriellen Kraftwerk-Rhythmen, der in Kräuerlikör getränkte Rennsport-Dominanz von Jägermeister und dem sprichwörtlichen Vorsprung durch Technik heraufbeschwört. Guglielmo Miani, Gründer des FuoriConcorso und Präsident der Gentleman-Luxusmarke Larusmiani, besitzt selbst eine Vorliebe für seltene deutsche Autos in extravaganten Farbkombinationen, die eher nach Mailand als nach München aussehen. Nachdem bei früheren Veranstaltungen die Geschichte britischer und italienischer Sportwagen gefeiert wurde, kuratierten Miani und sein Team diesmal die wohl beeindruckendste und vielseitigste Show deutscher Automobile, die es je zu sehen gab, und lockten die Besucher mit einer hochkarätigen Auswahl in die prächtigen Gärten der Villa Grumello und der Villa Sucota.

Gleich nach dem Passieren der Tore wurden die Gäste von einer Aufstellung der einflussreichsten Mercedes-Benz Silberpfeile empfangen, die eine Zeitreise durch die Automobilgeschichte bot. Beginnend mit dem extremen Mercedes-AMG One und dem SLR 722GT schritt man vorbei am SL 500 Rallye, dem 300 SLR, dem Carrera Panamericana SL sowie Rudolf Caracciolas W125 und dem SSK bis hin zum Benz Patent-Motorwagen von 1886, der einst das Zeitalter des Automobils einläutete. Auf einer Terrasse mit Blick auf die Gärten setzte Mercedes die Ausstellung mit zwei Exemplaren seines legendären 190 Evolution DTM-Rennwagens und dessen modernen Restomod-Nachfahren, dem HWA Evo, fort.

Unter den Pinien im Park der Villa Grumello, einem der glamourösesten Fotomotive Italiens, übernahm Porsche das Feld mit ebenso bedeutenden Rennwagen. Zu sehen waren der Shell-Porsche 962 vom 24-Stunden-Rennen 1988 in Le Mans und der ikonische Hippie-Porsche 917 von Martini Racing, dessen psychedelische grüne und lila Flammen einst von Porsches Designchef Antoine Lapine von Hand aufgesprüht wurden. Ein weißer Porsche 908 LH zählte zweifellos zu den schönsten Rennwagen der Geschichte. Weiter oben im bewaldeten Areal der Villa Grumello setzte sich die Porsche-Parade mit begehrten Rennwagen aus Zuffenhausen fort, darunter ein Porsche 911 2.7 RS mit Entenbürzel in Blutorange, ein in Kundenwunschfarbe lackierter, dreifach gelber 930 Turbo, ein Langstrecken-Rennwagen des Typs 911 SC Gruppe 4 im Esso-Design und ein feuerspeiender 3.8 RSR, mit dem Olaf Manthey einst den Carrera Cup gewann.

Da der FuoriConcorso KraftMeister die Höhepunkte des deutschen Motorsports feierte, schlossen sich die Freunde von Rennmeister der Veranstaltung mit zwei legendären, leuchtend orangefarbenen Jägermeister-Rennwagen an. Sie brachten das Meister-Element in das Event ein und stießen beim Aperitivo mit eisgekühlten "Jägronis" auf die italienisch-deutsche Automobilfreundschaft an. Man sagt, orangene Autos seien einfach schneller — und der BMW Alpina 3.0 CSL erinnerte eindrucksvoll an Niki Laudas berühmten Sieg auf dem Nürburgring, während der Porsche 956 C unter anderem von Stefan Bellof und Hans-Joachim Stuck pilotiert wurde. Beides sind Meilensteine der reichen Historie von Jägermeister Racing.

Audi hatte unterdessen die gesamte Villa Sucota mit einer einzigartigen Ausstellung besetzt, die das vielfältige Rennsport-Erbe der Marke zeigte. Die Besucher wurden von Rallye-Ikonen wie dem Sport Quattro und dem spektakulären IMSA-GTO begrüßt. Zudem wurden mächtige Boliden wie der Le-Mans-Rennwagen Audi R15 von 2015, der Audi RS Q e-tron von der Rallye Dakar 2024, der Formel-1-Rennwagen für 2026 und der Audi R18 präsentiert. Letzterer wurde 2013 von der Rennsportlegende Tom Kristensen in Le Mans zum Sieg gefahren. Kristensen selbst führte die Gäste vor Ort persönlich durch die Ausstellung.

Doch die deutsche Automobilkultur beschränkt sich nicht nur auf die Rennstrecke. Mechatronik brachte die einzige vom Werk gebaute Straßenversion des Kremer K3 mit, die ursprünglich vom Formel-1-Teambesitzer Walter Wolf bestellt worden war. Die legendäre Nischenmarke Lotec kehrte mit ihrem Einzelstück von 1995 zurück — dem Hypercar Lotec C1000, das mit seinem 1000 PS starken Twin-Turbo-Mercedes-V8 eine Höchstgeschwindigkeit von 431 km/h erreichte. Direkt daneben stand der beeindruckende, komplett schwarze Maybach Exelero, ein einzigartiger Hochgeschwindigkeitsprototyp aus dem Jahr 2005, der durch einen Auftritt in einem Musikvideo von Jay-Z weltberühmt wurde. BMW wiederum präsentierte das futuristische Konzeptfahrzeug Vision EfficientDynamics, das später zum BMW i8 wurde.

Eines der weniger bekannten, aber umso faszinierenderen Kapitel der deutschen Automobilgeschichte ist die Tuning-Kultur, die in den 1980er, 1990er und 2000er Jahren einige der gewagtesten Performance- und Showcars hervorbrachte. Die Kuratoren des FuoriConcorso hatten drei echte Kraftmeister der legendären Manufaktur Koenig-Specials ausfindig gemacht: einen breitbauenden Testarossa, einen leuchtend gelben F48, der den bescheidenen Ferrari 348 TB in ein Turbo-Monster im F40-Stil verwandelte, und einen ebenso beeindruckenden Koenig-Mercedes SEC. An anderer Stelle bewieß ein Gemballa Mirage GT in einer an einen Autoscooter erinnernden Regenbogen-Metallic-Lackierung direkt neben dem Marsien von Marc Philip Gemballa daran, dass die Tuning- und Individualisierungskultur nach wie vor lebendig ist.

Am Freitagabend enthüllte Constantin Buschmann anlässlich des FuoriConcorso KraftMeister die kühnste Kreation seiner Marke: den Brabus Bodo. Das komplett aus Carbon gefertigte V12-Coupé mit 1000 PS ist eine Hommage an seinen Vater Bodo Buschmann, eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der deutschen Automobilgeschichte. Durch die Verschmelzung von Art-Déco-Proportionen mit modernster Technologie war dieser maßgeschneiderte Grand Tourer ein Beweis dafür, dass die unabhängige Automobilkultur in Deutschland und darüber hinaus weiter floriert.

Da das Format des FuoriConcorso KraftMeister auch für Restomod-Marken aus ganz Europa geöffnet wurde, hatten die Besucher die Gelegenheit, einige der aufregendsten Boutique-Autos unserer Zeit zu entdecken, vom Gordon Murray Automotive T.50 bis zum Eccentrica V12. Zudem brachte das am Sonntag von J.P. Rathgen von Classic Driver moderierte Gesprächsprogramm einige der interessantesten Persönlichkeiten der Autowelt zu einer Podiumsdiskussion in der Villa Sucota zusammen. In diesem Jahr erstreckte sich der FuoriConcorso sogar bis in den Park der Villa Olmo am Seeufer, wo noch bis zum 30. Juni 2026 eine Open-Air-Ausstellung von Helmut Newtons Autofotografien zu sehen ist.

Mit dem FuoriConcorso Kraftmeister haben Gründer Guglielmo Miani, Kurator Andrea Luzardi und ihr Team einmal mehr bewiesen, dass Concours-Veranstaltungen lässig und elegant zugleich sein können. Bei der Automobilkultur geht es vor allem um Gemeinschaft. Und dieses Mal eben darum, dass deutsche Autos es verdienen, geliebt zu werden — ganz besonders dann, wenn sie mit jener unvergleichlichen italienischen Eleganz und Grandezza präsentiert werden, die es so nur während der Lake Como Car Week gibt.

Fotos: Filip Blank, Fred Falco © 2026

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