
Auburn Cord Duesenberg Museum, Auburn, Indiana
Wer die Welt in F. Scott Fitzgeralds „Großen Gatsby", die darin spielenden Autos und Art-Deco-Design liebt, für den ist dieses 1974 eröffnete Museum ein Muss. Es zeigt auf drei Etagen über 120 Modelle, in der großen Mehrheit der namengebenden Marken Auburn, Cord und Duesenberg aus der Zeit von 1924 bis 1937. Das Setting versetzt die Besucher in die goldenen Dreißiger zurück, befindet sich das Museum doch im 1929/30 errichteten Hauptsitz der Auburn Automobile Company, als National Historic Landmark denkmalgeschützt. Highlight ist der originale Art-Deco-Showroom, in dem aktuell acht noch nie zusammen gezeigte Duesenberg und zwei Motoren ausgestellt sind. Weitere Bereiche widmen sich kunstvollen Kühlerfiguren und -maskottchen, Gordon Buehrig (Designer des Cord 810) oder Errett Lobban Cord, der die drei Marken 1929 unter dem Dach der neu gegründeten Cord Corporation zusammenschloss.

National Corvette Museum, Bowling Green, Kentucky
Das 1994 eröffnete Museum huldigt der Geschichte und dem Mythos DER amerikanischen Sportwagen-Legende schlechthin: der 1953 erstmals angerollten Chevy Corvette. Es liegt in unmittelbarer Nähe zum Werk Bowling Green, in dem seit 1981 exklusiv Corvettes produziert werden. Die Kollektion umfasst über 80 Corvetten aller Epochen, darunter auch Rennversionen und einzigartige Prototypen. Der Rundgang beginnt mit der Ur-Corvette in creme-weiß und – untypisch – nur 150 PS starkem Sechszylinder. 2014 machte das Museum weltweit Schlagzeilen, als sich unter dem „Skydome" ein zwölf Meter breites Erdloch auftat, das acht seltene bis einzigartige Modelle verschluckte. Schon 2015 war es wieder verfüllt – heute erinnert am Boden nur noch eine rote Linie an die Ausmaße des Lochs, während von den abgestürzten Autos einige restauriert wurden, während nicht mehr zu rettende im Fundzustand zu besichtigen sind.

Henry-Ford-Museum of American Innovation, Dearborn, Michigan
Dieses jährlich von 1,7 Millionen Menschen besuchte Museum ist ein riesiger und als National Historic Landmark ausgezeichneter Komplex, der 300 Jahre amerikanische Erfindungskraft präsentiert. Wer primär Autos sehen will, sollte „Driving America" ansteuern. Eine chronologisch kuratierte Sammlung von Autos, die beginnend mit Modellen wie dem Quadricycle von Henry Ford (1896) die Motorisierung Amerikas bis heute nachzeichnet. Danach „Driven to win", eine Kollektion aus 125 Jahren amerikanischer Motorsport-Geschichte, und die Ausstellung mit Präsidentenlimousinen der Ford-Tochter Lincoln. Abseits davon gibt es noch viel mehr zu sehen: wie eine von der Decke hängende DC-3, eine Allegheny Dampflok, riesige Dampfmaschinen aus dem Werk Highland Park, in dem Ford die Fließbandproduktion realisierte, den Bus, in dem sich 1955 die Afroamerikanerin Rosa Parks weigerte, ihren Platz für einen weißen Fahrgast freizumachen oder das futuristische Dymaxion House von Buckminster Fuller.

Simeone Foundation Automotive Museum, Philadelphia, Pennsylvania
Das Museum ist eines der weltweit größten für Rennsportwagen. Über fünf Jahrzehnte wurde die heute rund 75 Autos umfassende Sammlung vom Neurologen Frederick A. Simeone aus Philadelphia zusammengetragen – mit Fokus auf Originalität und Geschichte. Im Zuge der Eröffnung des Museums im Jahr 2008 übergab er sie einer Museumsstiftung. Ehe ein Modell ins Simeone aufgenommen wird, muss es einige Kriterien erfüllen: Scheinwerfer und Kotflügel besitzen, eine Gewinnerstory im Rundstreckensport erzählen und wichtige Komponenten wie Fahrwerk, Motor und Karosserie im Originalzustand vorweisen können. Zu sehen sind seltene Ferrari, Alfa Romeo, Bugatti, Mercedes, Jaguar, Bentley, Porsche, Aston Martin, Corvette, Ford und andere, mit dem ältesten von 1909 und dem jüngsten, einem Alfa Romeo 33 T12 von 1975. Ein Highlight sicher auch: der Porsche 917 Langheck, das „Hippie Car", das 1971 in Le Mans auf Platz zwei kam. Die Autos sind in Dioramen ausgestellt, die den Rennstrecken nachempfunden sind, auf denen sie früher fuhren. Zweimal im Monat gibt es „Demonstration Days", an denen der Museumskurator bis zu fünf ausgewählte Exponate pro Tag den Museumsgästen ausführlich erklärt und dann in Bewegung vorführt.

Petersen Automotive Museum, Los Angeles, Kalifornien
Das 1994 am Wilshire Boulevard von LA gegründete Petersen reklamiert schon durch seine spektakuläre Architektur aus Edelstahlbändern, die Geschwindigkeit und Bewegung symbolisieren, seinen Status als eines der besten Automuseen weltweit. Allein im „Vault" (Tresorraum) sind rund 300 Fahrzeuge aus 120 Jahren Automobilgeschichte ausgestellt. In den drei oberirdischen Etagen auf 9350 m2 bis zu 150 weitere Autos, auch dank vieler Leihgaben in ständiger Rotation und in Verbindung mit regelmäßig neuen Sonderausstellungen. Unter den weiteren Highlights: Filmautos, Autos von Promis (Jaguar XKSS von Steve McQueen oder de Tomaso Pantera von Elvis Presley), Low Rider und Custom Cars sowie Preziosen aus der Sammlung des Museum-Mitgründers Bruce Meyer – darunter fünf Le-Mans-Siegerwagen, die erste Produktions-Cobra und der Ford "McGee Roadster", Inbegriff des amerikanischen Hot Rods und Begründer des "Highboy"-Stils.

Indianapolis Motor Speedway Museum, Indianapolis, Indiana
Das Museum liegt im Innern des legendären Ovals, zwischen Turn 1 und 2. Der Besuch beginnt mit der „Starting Line Experience", einer immersiven Ausstellung, die den Nervenkitzel des Indy 500-Starts simuliert. Auf einem 24 x 6 Meter großen LED-Bildschirm läuft ein 7-Minuten-Video, das mit der grünen Flagge zum Rennstart und dem traditionellen Kommando „Drivers, start your engines!" endet – worauf in der imaginären ersten Reihe stehende aktuelle Indycar-Showcars zum Leben erwachen. Solcherart eingestimmt, geht es für die Besucher ins Herzstück des Museums: Die John H. Holliday Family Indy 500 Winners Gallery mit 29 Siegerwagen – vom ersten (1911, Marmon Wasp) bis zu einem Dallara aus 2011. Dank drehbarer und kippbarer Plattformen kann man sogar in ihre Cockpits gucken. In der Penske Gallery erfährt man alles über die Geschichte des von Roger Penske – nebenbei auch Eigentümer der Rennstrecke – gegründeten Rennstalls und dessen Rennwagen.

Lane Motor Museum, Nashville, Tennessee
Dieses 2002 in einer ehemaligen Bäckerei eingerichtete Museum eröffnete mit zunächst 70 Autos des Gründers Jeff Lane. Heute sind es gut über 150, darunter die größte Sammlung europäischer Autos in den USA, mit allein 23 (!) Tatras. Mangels Absperrungen kann man alle Autos ausführlich begutachten, darunter Modelle mit Propellerantrieb, Amphibienfahrzeuge, Dreiräder oder Microcars wie das dreirädrige Kleinstauto Peel P50 oder eine BMW Isetta. Autos, die nie den Mainstream erreichten und mit skurrilen technischen Lösungen aufwarten, stehen hier hoch im Kurs, wobei etwa 75 Prozent der Exponate fahrtüchtig sind. Fazit: ein Highlight für Liebhaber technischer Besonderheiten und seltener europäischer Klassiker.
Fotos: Auburn Cord Duesenberg Museum, National Corvette Museum, Henry-Ford-Museum of American Innovation, Brad Jacobson für das Simeone Museum, Petersen Automotive Museum, Indianapolis Motor Speedway Museum, Lane Motor Museum














