Aus kanadischem Holz geschnitzt: Die legendären Muskoka-Boote

Greavette, Duke oder Ditchburn sind berühmte Namen im kanadischen Bootsbau. Die Muskoka-Region war in den 1930er Jahren der Mittelpunkt des Holzbootbaus auf dem amerikanischen Kontinent. Gleichzeitig waren die Runabouts auch ein Exportschlager.

Die traumhafte Landschaft der Muskoka-Region wussten schon in den 1920er Jahren Holzbarone und Industrielle zu schätzen und errichteten an den Ufern der Seen ihre Sommerfrische-Domizile. Das illustre Klientel verlangte auch auf dem Wasser nach einer eleganten und sportlichen Art der Fortbewegung. Man gab elegante Runabouts nach amerikanischem Vorbild in Auftrag - und so verwandelten sich die kleinen Bootswerften, die sich vorher mit dem Bau von Kanus beschäftigt hatten, in anspruchsvolle Motorbootmanufakturen.

Einige von ihnen existieren noch heute, so wie die 1924 gegründete Bootswerft Duke Boats in Port Carling. Hinter der weißen Holzfassade werden zwar immer noch Holzboote mit Hingabe von Hand gefertigt, doch die Mehrheit der Aufträge sind Restaurierungen. Die Runabouts von Duke und den anderen kanadischen Werften haben einen ganz eigenen Charakter, deren Linienführung und Verarbeitung auch dem italienischen Holzbootkönig Carlo Riva gefallen hätten.

In den 1950er Jahren war es mit der eleganten Beschaulichkeit auf demWasser allerdings vorbei, als die sogenannten Hydroplanes in Mode kamen. Die flachen Rennboote, die über das Wasser zu fliegen scheinen, hatten Motoren mit über 300 PS an Bord, die teilweise von Rolls-Royce stammten. Eine kanadische Besonderheit: Die maritimen Formel-Eins-Boliden hatten jeweils immer ein „Miss” im Namen. Noch heute finden an fast jedem Wochenende „Wooden Boats Meetings“ auf den Muskoka-Seen statt.