Wie die Geschichte der Rolex Explorer auf dem Gipfel des Mount Everest begann

Eine Rolex ist auch heute noch eine feine Sache – doch es gab Zeiten, da entschied eine verlässliche Oyster Pepetual am Handgelenk über Leben und Tod. Etwa bei der Erstbesteigung des Mount Everest im Jahr 1953 durch Sir Edmund Hillary und Tensing Norgay.

Für Extremsportler und Abenteurer waren die robusten Uhren von Rolex schon immer interessant. 1927 trug die englische Schwimmerin Mercedes Gleitze ber der Durchquerung des Ärmelkanals eine Armbanduhr, die so wasserdicht war wie eine Auster – die revolutionäre Rolex Oyster. Doch nicht nur im Wasser, auch zu Lande und in der Luft sah man die „Auster“ bald immer dort, wo gerade eine neue Höchstleistung erbracht wurde. Der „Speed King“ Sir Malcolm Campbell hatte bei seinen Bluebird-Rekordfahrten stets eine Rolex bei sich, 1933 trugen auch die Piloten der ersten Überfliegung des Mount Everest die Oyster am Arm. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Präzisionsinstrumente mit der Krone auf dem Zifferblatt, die mittlerweile weit mehr konnten, als die Zeit anzuzeigen, bei Tiefseetauchern, Fliegern und Bergsteigern gleichermaßen beliebt.

Geboren in eisigen Höhen

1953 versammelten sich in einem Hochlager am Fuße des Mount Everest die Teilnehmer der neunten britischen Expedition zur Besteigung des Mount Everest unter Leitung von John Hunt und mit Unterstützung der Royal Geographic Society. Während die erste Seilschaft kurz vor dem Ziel aufgeben musste, erreichten der Neuseeländer Edmund Hillary und der Sherpa Tenzing Norgay am 29. Mai gegen 11.00 Uhr morgens als erste Menschen den Gipfel des höchsten Berges der Welt. Mit dabei in eisiger Höhe: Eine Rolex Oyster Pepetual, die Hillary stets im Blick haben musste, um den richtigen Zeitpunkt für den Abstieg nicht zu verpassen, und die später von Rolex ausführlich analysiert werden sollte. Der Legenda nach lauteten Hillarys erste Worte nach seiner Rückkehr an einen Freund übrigens äußerst neuseeländisch-nonchalant: „Well George, we finally knocked the bastard off.”

Vom Himalaya nach Hollywood

Die ganze Welt feierte das geglückte Abenteuer – und auch die Rolex Oyster Pepetual Explorer, die noch im selben Jahr anlässlich der erfolgreichen Besteigung herausgegeben wurde, erlangte Kultstatus. Mit Sir Edmund Hillarys Uhr am Handgelenk konnte sich schließlich auch jeder Anwalt, Banker oder Buchhalter ein wenig wie ein echter Entdecker fühlen. Während Rolex seinen Status als „Armbanduhr aller Abenteurer“ ausbaute und auch mit anderen Modellen wie etwa der ebenfalls 1953 vorgestellten, bis 100 Meter wasserdichten Submariner in unbekannte Tiefen abtauchte, entwickelte sich die Explorer zu einem echten Dauerseller. 1971 wurde die Uhr schließlich neu aufgelegt – die Rolex Oyster Perpetual Explorer II richtete sich mit ihrem markanten, auch in der Dunkelheit gut erkennbaren 24-Stunden-Zeiger vor allem an wagemutige Polar- und Höhlenforscher. Ihr populärster Träger, nachdem die Uhr mit dem orangefarbenen Zeiger heute in Sammlerkreisen benannt wird, war jedoch kein britischer Entdecker, sondern der amerikanische Schauspieler, Rennfahrer und Haudegen Steve McQueen. Die Zeiten hatten sich geändert: Hatte die Welt in den 1950er und 1960er Jahren mit angehaltenem Atem auf die letzten weißen Flecken der Landkarte (und des Mondes) geblickt, hielten seit den 1970er Jahren endgültig die Abenteurer und Eroberer aus Hollywood die Menschheit in ihrem Bann.

Fotos: Rolex / ZUMA / REX / Shutterstock

Jene berühmte Rolex Oyster Pepetual, die 1953 als erste Uhr den Gipfel des Mount Everest beehrte, ist heute im Uhrenmuseum Beyer in Zürich zu sehen. Zahlreiche klassische und moderne Rolex Explorer stehen zudem im Classic Driver Markt zum Verkauf.