Rolex Daytona, Lesson One: 50 Uhrenikonen unter'm Hammer

Auch wer kein Rennfahrer war, musste sie einfach haben wollen. Immerhin trug kein geringerer als Filmstar Paul Newman diese Rolex Cosmograph, die seit 50 Jahren Rundenzeiten misst. In Genf werden demnächst die schönsten Exemplare versteigert.

Die Ironie der Geschichte will es, dass auch die grosse Rivalin der Rolex, die Heuer Carrera, 2013 50 Jahre im Dienst des Motorsports feiern kann. Aber Fans dieser beiden legendären Fahreruhren, die aufmerksam über Jahrzehnte das Start-Ziel-Duell begleitet haben, wissen, dass der Grand Prix der Zeitmesser wohl an die Rolex Cosmograph Daytona geht.

Nach ihrem Début 1963 war die Cosmograph unter anderem auch bei Rallyefahrern begehrt, weil sie die erste Rolex war, die mit einer auf der Lünette eingravierten Tachymeter-Skala (auch: Tachometer) Rundenzeiten, Distanzen und Geschwindigkeiten schätzen ließ. Der feine Genfer Zeitmesser hatte buchstäblich Benzin im Uhrwerk und war das Accessoire des Motorsports. Deswegen bat Rolex USA im Jahr 1965 darum, dass die Modelle für den amerikanischen Markt die Aufschrift Daytona auf dem Zifferblatt erhalten. Schliesslich war man Sponsor bei diesem berühmten 500-Meilen-Rennen. Künftig trug die gesamte Cosmograph-Kollektion diesen klangvollen Namen, und der Sieger des 24-Stunden-Rennens von Daytona erhielt für die Mühen selbstverständlich auch ein Exemplar dieser Uhr.

Paul Newman die Daytona-Ikone

Doch der berühmteste Träger war Paul Newman, der zusammen mit seiner Frau Joanne Woodward in dem Rennfahrerfilm „Winning” die Hauptrolle spielte. Der Star war von seinem Fahrtraining für die Rennsequenzen so begeistert, dass er ab 1972 als passionierter Amateur im Motorsport unterwegs und darin seinem Kollegen Steve McQueen (Heuer Carrera-Träger) durchaus ebenbürtig war. Zum Einstand schenkte Joanne Woodward ihrem Mann eine Cosmograph Daytona. Dieses Exemplar, das er nie wieder ablegte, war eine Reference 6241 mit sogenanntem „exotischem Zifferblatt”. Es wurde nur 1969 und 1970 hergestellt und gilt seitdem als die „Paul Newman Daytona”. Dieses Sammlerstück erzielt längst Höchstpreise jenseits der 100.000-Dollar-Marke. Kürzlich wurde ein Modell mit zitronengelbem Zifferblatt für 850.000 Dollar verkauft.

Auf einen Rundenrekord hofft man auch bei Christie's

Auf einen ähnlichen Rundenrekord hofft man bei Christie's. Am 10. November 2013 werden im Genfer Hotel des Bergues unter dem stimmungsvollen Titel „Rolex Daytona - Lesson One” 50  Modelle dieser legendären Uhr versteigert. Während der Auktion wird auch die Geschichte der Daytona an Hand besonderer Sammlerstücke erzählt. Da gibt es zum Beispiel die „Pre-Daytona” von 1963, für die Interessenten um 80.000 Dollar investieren müssten. Die kostbarste Rolex aus dem Daytona-Rennstall dürfte mit geschätzten 500.000 Dollar die Cosmograph Daytona von 1974 sein. Sie soll für Sultan Qaboos Bin Said Al Said aus Oman angefertigt worden sein und trägt seine Handschrift in rot auf dem Zifferblatt. Neben einigen mit Edelsteinen verzierten Rolex Cosmographs gibt es auch die eine oder andere seltene „Paul Newman” wie die „John Player Special”-Variante mit schwarzem Zifferblatt, Goldgehäuse und Kettenarmband (geschätzt 80.000 - 160.000 Dollar) und ein Modell mit schwarzem Zifferblatt und Stahlgehäuse aus dem Jahr 1971, das einst dem französischen Filmstar Jean-Paul Belmondo gehörte und nun für 60.000 bis 120.000 Dollar den Besitzer wechseln könnte. Ausserdem werden auch die Ausführungen so berühmter Besitzer wie Eric Clapton oder die beiden Daytona-Gewinner Bobby Unser und David Brabham angeboten.

Übrigens: Wer in Genf eine Uhr ersteigern möchte, bekommt diese Daytona in einer exklusiven Sammlerbox zusammen mit dem Buch „Ultimate Rolex Daytona” des italienischen Kenners Pucci Papaleo überreicht.

Fotos: Christie's

Sie finden alle Daytonas der Auktion Classic Driver Marktplatz .  

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