Der großen Freiheit hinterher auf dem Rücken einer Norton

Mit freundlicher Unterstützung von Norton Clothing entflohen wir mit einer Dominator dem Alltag. Vom herrschaftlichen Donington Hall ging es über Hipster-Hotspots von Birmingham in die walisische Wildnis. Wo die reale Welt zur fernen Erinnerung wurde...

Weniger ist mehr

Unsere Reise begann mit akustischer Untermalung durch die von uns für diesen Roadtrip auserkorene Norton Dominator „Naked“. Ihr mitreißender Sound hallte als Echo zurück von den Wänden der Donington Hall. Jenes Herrenhaus, in dessen Räumlichkeiten der britische Motorradbauer seine brutal-schönen Bikes herstellt. Befreit von allem Design-Firlefanz, macht sich die latente Kraft der 961 cm3-Maschine schon im Stand bemerkbar. Stolz präsentiert sie ihre geschweißten und per Hand gefertigten Elemente aus Aluminium.

Nachdem wir reichlich Zeit damit verbracht hatten, die „nackten“ Kurven und Komponenten der Dominator zu bestaunen, waren wir neugierig darauf, etwas mehr über die in diesen britischen Biestern steckende Handwerkskunst zu erfahren. 

Made in England

Die Stippvisite in der Norton Fabrik ähnelte dem Besuch eines Handwerksbetriebs. Kleine Teams von Ingenieuren fertigen hier alles in Eigenregie – vom kleinsten Befestigungsclip bis zu den kurzen konischen Auspuffrohren. Sie hatten uns schon beim Anlassen des Motors begrüßt, als würde man mit abgesägten Schrotflinten 21 Schuss Salut abfeuern. Doch die Zeit drängte, und nach einer lautstarken Runde über die ausgedehnten Anlagen von Donington Hall ging’s zügig auf die Straße. Zum ersten Ziel, Birmingham, wo sich eine ständig wachsende Zielgruppe für Caféracer-Bikes im Stil unserer Norton gebildet hat. 

Birmingham war begeistert

Bei Classic Driver sind wir es gewohnt, gelegentlich für reichlich Aufsehen zu sorgen. Doch vergangene Erlebnisse verblassten im Vergleich zu den Reaktionen, welche die Dominator bei der Einfahrt nach Birmingham erregte – schließlich ist die Stadt so etwas wie die spirituelle Heimat von Norton Motorcycles. Auf der Autobahn baute jemand beim Versuch uns zu filmen fast einen Unfall. Freudenausrufe von Schulkindern übertönten sogar kurzzeitig die Heavy Metal-Musik der Auspuffrohre. Das aggressive Design des Bikes und sein an eine tief fliegende Spitfire erinnernder Sound machten mächtig Eindruck auf die Stadtbewohner.

Sahne auf dem Kuchen

Am folgenden Morgen wachten wir nach einer langen und ziemlich feuchten Vortagesetappe im walisischen Küstenort Aberystwyth auf. Die Aussicht auf kurvige Asphaltbände und atemberaubende Landschaften ließ aber erst gar keine schlechte Laune aufkommen. Unvergesslich ein Halt im waldreichen Herzen des Snowdonia National Parks. Die Nachmittags-Sonne brach sich am Aluminium-Tank, begleitet nur durch das Knistern des langsam abkühlenden Motors. Der letzte Abschnitt nach Convy Castle war dann genauso packend wie der erste. Die Fahrt ging durch kleine Dörfer, die die Norton wie einen aus dem Krieg zurückkehrenden Helden willkommen hießen.

Das perfekte Reisegerät

Bei der Ankunft auf der mittelalterlichen Burganlage galt es drei Dinge festzuhalten: 1) Wales hatte unsere Herzen erobert, nicht nur wegen seiner himmlischen Straßen, sondern auch seiner atemberaubenden Aussichten. 2) Es kann kaum ein besseres Gefährt für diese Reise geben als die Domi’. Ihr Charakter wirkt ansteckend, trotz der fraglosen Einschränkungen, die ein von Rennbikes inspiriertes Motorrad mit niedriger Bauhöhe auf langen Strecken zwangsläufig mit sich bringt. 3) Wir fanden ohne Zweifel das, wonach wir gesucht hatten: Die reale Welt wurde zur entfernten Erinnerung, ersetzt durch eine phantastische Maschine, eine atemberaubende Natur und dieses Gefühl von Freiheit. 

Fotos: Robert Cooper for Classic Driver © 2017 

Sie finden die Beiträge zu unserer von Norton Clothing unterstützten Serie „That Feeling of Freedom“ auf dieser speziell angelegten Übersichtsseite