Die neuen Eames Chairs entsprechen mit jeder Faser dem Original

Als Ray Eames im Jahr 1950 seinen Side Chair auf den Markt brachten, war Glasfaser das Material der Epoche. Nun kehrt Vitra zu den Wurzeln zurück – und fertigt den Stuhlklassiker wieder aus Polypropylen statt aus Plastik.

In der konservativen Möbellandschaft der Nachkriegszeit war der von Ray Eames entworfene Side Chair eine Revolution: Die Sitzschale bestand aus günstigem Fiberglas und ließ sich mit verschiedensten Untergestellen kombinieren. Bald gab es vom Wohnzimmer bis zum Hörsaal kaum einen Ort mehr, an dem die farbenfrohen „Eames Chairs“ nicht zum Einsatz kamen. In den 1990er Jahren stellte die Firma Vitra, die den Stuhl für den europäischen Markt produziert, jedoch auf Plastik um – Glasfaser war nicht mehr zeitgemäß. Die Designgemeinde konnte sich jedoch nie so recht mit den neuen, wenig charmanten Plastikstühlen anfreunden und trauerte den Klassikern mit ihren charakteristischen, oftmals wunderbar patinierten Materialstrukturen hinterher. Nun kehrt Vitra zu den Wurzeln zurück und nimmt die Produktion der Fiberglasschalen mit ihrer lebendigen Optik wieder auf.