Wie sich JD Classics auf die Monaco Historics und Mille Miglia vorbereitet

Nur wenige Stunden blieben JD Classics, um sage und schreibe elf Wagen für zwei Mega-Events im Classic Car-Kalender vorzubereiten. Wir besuchten die Werkstätten der Firma in dieser hektischen Phase und versuchten, möglichst nirgendwo im Weg zu stehen...

Vorflugkontrolle

„Für viele dieser Wagen ist es der erste Einsatz des Jahres. Sie befinden sich in Bestform, denn die meisten von ihnen wurden über den Winter komplett aufgefrischt“, sagt stolz Chris Ward, JD Classics Eventmanager und Hauspilot. Beim GP de Monaco Historique – den Ward zum ersten Mal erleben wird – steuert er jenen bronzenen Jaguar C-type Baujahr 1952, der dort 2012 und 2014 jeweils mit Alex Buncombe am Steuer sein Rennen gewinnen konnte. Derek Hood, Mitbegründer von JD Classics, tritt im Fürstentum auf einem Cooper-Jaguar an. Bei unserer Ankunft wird bei seinem Auto gerade noch auf gute alte Art – sprich ohne Laser – eine Achsvermessung vorgenommen. 

Jaguars ziehen an der Leine

Auch wenn die Mille Miglia eine Woche nach dem historischen Grand Prix in Monaco startet, kommen aus logistischen Gründen mehrere der dort startenden Modelle gleich mit auf den Transporter – schließlich liegen beide Events ja grob in der gleichen Richtung! Derek Hoods Gefährt für die Mille – sein eigener Jaguar Mk VII – ist bereits aufgeladen und bereit für die Reise nach Italien via Umleitung Monaco. An einigen anderen Jaguars sind dagegen noch letzte Arbeiten zu erledigen – darunter an drei XK120 und zwei XK140. 

Eine kanariengelbe Kuriosität

Wir werden auch Zeuge von letzten Handgriffen am Exterieur und Interieur eines Alfa Romeo 1900 mit Touring-Karosse und eines Aston Martin D2 Drophead Coupé. Doch trotz ihrer unzweifelhaft schönen – und gerade nochmals gelifteten - Linien erweckt ein kanariengelber Lincoln Capri Baujahr 1954 unsere größte Aufmerksamkeit. „Sicher nicht ein Auto, das man spontan für eine Mille Miglia wählen würde“, bekennt Ward, „zumal der Besitzer auch einen C- und D-type besitzt. Doch er mag es, auch ungewöhnliche Autos zu fahren und hat diesen Wagen schon die letzten vier oder fünf Jahre dort eingesetzt.“ Kein Wunder, dass die JD Mechaniker den Amerikaner längst in- und auswendig kennen, ebenso wie einige andere Modelle mit Ziel Brescia. 

Optimale Balance für die Mille

„In einigen Fällen sind die Fahrzeuge modifiziert worden, um im täglichen Betrieb besser zu funktionieren. Doch für die Mille müssen sie auf ihre historisch korrekten Spezifikationen zurückgebaut werden“, betont Ward. Ein gutes Beispiel dafür ist ein XK120, bei dem während unseres Besuchs die Scheiben- gegen Trommelbremsen gewechselt werden. Zu beachten sind laut Ward auch die für die beiden Events gänzlich unterschiedlichen Set-ups. „In Monaco braucht man eine speziell auf diesen Stadtkurs angepasste Rennabstimmung. Bei der Mille hingegen, wo man teils 15 Stunden am Stück fährt, müssen die Autos weicher abgestimmt werden. Sie sollen komfortabler zu fahren sowie zugleich schnell und zuverlässig sein. Da geht es um eine optimale Balance – schließlich will man nicht aussteigen und sich fühlen wie nach einer Strafexpedition...“

Endlose Liebe zur Arbeit

Als einer der Hauptsponsoren der Mille Miglia steht JD Classics eine feste Anzahl von Startplätzen zu. Kunden, die sich für den Start auf einem der JD-Autos entscheiden, erhalten für einen Pauschalbetrag einen Rundum-Service - bestehend aus Flügen, Hotelbuchungen, Logistik und den für solch eine Veranstaltung benötigten übrigen Support. Man wundert sich, wie JD Classics diesen Spagat aus Planungen hinter den Kulissen und aufwändigen Arbeiten an den Autos seit Jahren stemmt und dabei bei hochkarätigen Veranstaltungen stets an der Spitze mitmischt. Doch bei unserer Stippvisite wird klar, worin das Erfolgsrezept liegt: Begeisterung für die Sache in Verbindung mit gutem Teamgeist. 

„Selbst nach Ende einer Veranstaltung bleibt für keinen von uns viel Zeit zum Verschnaufen. Sobald wir wieder zuhause sind, beginnen fast unmittelbar die Vorbereitungen auf das nächste Event“, sagt Ward. „Das ist eine Endlosschleife. Doch eine, in die sich jeder in der Firma liebend gern einreiht.“  

Fotos: Tom Shaxson für Classic Driver © 2016

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