Warum in diesem Pegaso Z-102 ein Ferrari-Jäger steckt

Auf der Rétromobile stellt der britische Händler Fiskens nicht weniger als 14 spezielle Klassiker vor, darunter dieses seltene Pegaso Z-102 Competition Coupé. Wir durften den spanischen Ferrari-Jäger der 1950er Jahre noch vor der Messe für einen Tag entführen…

Pegasos Auftritt in der Welt der Sportwagen war seinerzeit nur von kurzer Dauer. Anfang der 1950er Jahre beschloss der spanische Nutzfahrzeughersteller, mit den schnellen Sportwagen aus Maranello in Konkurrenz zu treten – und entwickelte den Pegaso Z-102. Die ultimative Kampfansage gegen Ferrari folgte 1953, als ein Pegaso in Le Mans antrat. Doch, auch wenn der La-Sarthe-Showdown seitens Pegaso misslang, war die spanische Rose fortan stets ein Dorn im Auge Enzo Ferraris. Leider blieb der Erfolg auch auf dem Markt der Straßenwagen aus, sodass Pegaso die PKW-Produktion 1958 einstellte.

Keine Kosten gescheut

Dabei war die Technologie des Z-102 in vielerlei Hinsicht der aus Maranello voraus, was vor allem dem angesehenen Ingenieur Wilfred Ricart zu verdanken war. Der Aluminium-V8 besaß je Zylinderbank zwei obenliegende Nockenwellen, eine desmodromische Ventilsteuerung und eine Trockensumpfschmierung. Die Kraftübertragung erfolgte per 5-Gang-Schaltgetriebe, das für eine optimale Gewichtsverteilung zusammen mit dem Differenzial an der Hinterachse installiert wurde. Komischerweise besaß der Z-102, der zeitweilig den Titel als schnellster Straßenwagen der Welt trug, keine Scheibenbremsen. Und das, obwohl man den spanischen Sportwagen doch ohne Rücksicht auf Kosten entwickelt hatte.

Verrückter Rennwagen

Wie üblich in den 1950er Jahren, wurden die Chassis samt Fahrwerk an verschiedene Karosseriebauer geliefert, wo verschiedene maßgeschneiderte Blechkleider entstanden. Der hier gezeigte Pegaso verließ das Werk in Barcelona mit genau den gleichen Spezifikationen wie die zwei Le-Mans-Spider-Versionen und wurde an die Carrozzeria Touring geliefert. Touring entwarf eine Karosserie mit eigenartigen Lüftungsöffnungen für die innenliegenden Bremsen und mit in den Kofferraumdeckel eingelassen Bremsleuchten.

Während unseres kurzen Rendezvous mit dem Spanier raubten der Klang des V8 und die Mischung aus Mailänder Kurven und scharfen Details nicht nur uns dem Atem, sondern auch zahlreichen Passanten. Bei der Restaurierung des Pegaso, entstand laut Fiskens „ein Gleichgewicht zwischen Originalität und einer Reihe von Verbesserungen im Bereich der Performance“. Damit ist der seltene Spanier nicht nur eine Alternative zu den anderen Gentleman-Sportwagen, sondern auch ein überaus wettbewerbsfähiger Sportwagen für den historischen Motorsport.

Fotos: Amy Shore für Classic Driver © 2015

Das hier vorgestellte Pegaso Z-102 Competition Coupé steht derzeit bei Fiskens zum Verkauf.