Studiotermin mit dem neuen McLaren 650S in London

Auf dem Genfer Salon 2014 schließt McLaren die Lücke zwischen 12C und P1 mit einem neuen Modell. Vergangene Woche hatten wir Gelegenheit, den McLaren 650S bei einem Fototermin in London noch vor der offiziellen Premiere in Augenschein zu nehmen.

Ein Hinterhof im Westen von London. Verbeulte Lieferwagen parken hier im Regen, im Minutentakt dröhnen die Maschinen aus Heathrow über die Dächer, von fern rauscht der Verkehr einer Autobahn. Nichts würde darauf hindeuten, dass in dem unauffälligen zweistöckigen Firmengebäude die neue Geheimwaffe des britischen Empire auf ihren ersten Einsatz wartet. 2009 hatte die Sportwagenschmiede McLaren versprochen, in jedem Jahr ein neues Modell zu enthüllen. Und die Briten halten sich daran: Anfang März soll auf dem Genfer Salon ein neuer Sportwagen debütieren. Allerdings nicht der viel diskutierte R8- und 911er-Jäger namens P13 – das rund 120.000 Pfund teure Einstiegsmodell kommt nun erst 2015. Zunächst schließt McLaren die Lücke zwischen 12C und dem Millionen-Dollar-Hypercar P1.

Näher am Hypersportwagen P1

Schon auf den ersten Blick ist klar: Der McLaren 650S ist kein komplett neues Auto, sondern vielmehr eine Weiterentwicklung des Achtzylinder-Modells 12C. Optisch rückt er mit seinen neuen LED-Scheinwerfern näher an den P1 - und kommt damit jenen Kritikern entgegen, die sich bisher über ein zu nüchternes Design beschwerten. Hinzu kommen ein überarbeiteter Heckdiffusor, neue Räder, zahlreiche Carbon-Elemente und weitere Extras zur Individualisierung des Auftritts. Im Innenraum kann man sich in neue, sprichwörtlich atemberaubend schmal geschnittene Sportsitze schnallen. Zudem gibt es vier neue Farben und zahlreiche Alcantara-Ausstattungen zur Auwahl. Relevanter als das Redesign ist jedoch das leistungstechnische Upgrade gegenüber dem 12C: Der Motor leistet nun 650 PS bei 7.250 Umdrehungen und erreicht ein maximales Drehmoment von 678 Nm, der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert gerade einmal drei Sekunden. 

Kein Rivale für Ferrari 458 Speciale und Porsche 911 GT3 

Auch fahrdynamisch hat der McLaren 650S gewonnen – Vom P1 haben die Ingenieure sich die schnellen Schaltvorgänge und eine noch knackigere Gasannahme abgeschaut, darüber hinaus wurde das Fahrwerk gestrafft, die ESP-Einstellungen überarbeitet und ein Satz neuer Pirelli P-Zero-Reifen angeschafft. Auch die Bremsen und das ABS sind nun leistungsfähiger. Trotz seiner Leistung versteht McLaren den neuen 650S nicht als Hardcore-Rennwagen für die Straße, der gegen Ferrari 458 Speciale und Porsche 911 GT3 antreten soll. Vielmehr soll sich der McLaren 650S je nach Kundenwunsch in beide Richtungen individualisieren lassen - Leistungssport oder Komfort. Entsprechend wird dem 225.000 Euro teuren Coupé in Genf  auch der passende, 255.000 Euro teure Spider zur Seite gestellt. 

Fotos: Jan Baedeker