Six Appeal: Aston Martins frühe Jahre in Newport Pagnell

Mit einem hinreißenden Sportcoupé läutete Aston Martin 1958 auf der London Motor Show ein glorreiches Jahrzehnt ein, geprägt vom Lebensgefühl „Gran Turismo“. Der Anfang der Newport-Pagnell-Jahre.

 

 

Der neue DB4, den Aston Martin 1958 auf der London Motor Show präsentierte, begeisterte das Publikum auf Anhieb. Der jüngste Sproß der DB-Ahnenreihe besaß eine elegante Karosserie vom Mailänder Designhaus Touring Superleggera, war aber in Handarbeit im alten Tickford-Werk in Newport Pagnell gebaut worden. Das über 225 km/h schnelle Coupé verkörperte den Geist des Gran Turismo, der später mit dem DB5, den beiden DB6-Modellen und dem DBS (Roger Moore fuhr in der TV-Serie „Die Zwei“ ein gelbes Exemplar) eine goldene Ära in der wechselvollen Geschichte von Aston Martin begründen sollte.

Die Arbeit an diesem Nachfolger des DB2 begann schon mit einem ersten Prototyp im Jahr 1954. Der polnische Ingenieur Tadek Marek entwickelte mit dem 3,7-Liter-Reihensechszylinder aus Aluminium den ersten großen Motor, der auch für reine Straßenfahrzeuge tauglich war.

 

Six Appeal: Aston Martins frühe Jahre in Newport Pagnell
Six Appeal: Aston Martins frühe Jahre in Newport Pagnell Six Appeal: Aston Martins frühe Jahre in Newport Pagnell

 

Touring sollte nicht nur das Styling übernehmen, sondern auch die notwendigen Werkzeuge und Maschinen für den Aufbau des DB4 in Newport Pagnell bereitstellen. Denn die Spezialität der Italiener war das „Superleggera“ genannte Leichtbau-Konzept aus Stahlrohren, auf denen dann die Aluminiumpanele des Autos montiert wurden.

Der DB4 war ein Riesenhit. So schnell und sexy wie ein Ferrari oder Maserati, avancierte er zum Liebling der wohlhabenden Enthusiasten. Und das obwohl es immer wieder Probleme mit dem Motor gegeben hatte, die dann durch eine Vergrößerung der Ölmenge und einen Ölkühler gelöst wurden.

Parallel zum – fast – viersitzigen DB4 produzierte das Unternehmen auch den DB4GT mit kürzerem Radstand, drei Weber-Vergasern und Doppel-Zündkerzen. Dieser Aston Martin war nicht nur die Basis für letzte große Auftritte der Project Cars in Le Mans, sondern auch die Grundlage für die inzwischen hochbegehrten 19 Leichtbau-Coupés, die man seinerzeit bei Zagato baute. In der letzten Version, der Series V, gleicht der DB4 bis auf den Namen schon dem DB5. Das 1964 vorgestellte Modell wurde mit einem Vier-Liter-Triebwerk und einem Fünfganggetriebe von ZF angeboten.

 

Six Appeal: Aston Martins frühe Jahre in Newport Pagnell
Six Appeal: Aston Martins frühe Jahre in Newport Pagnell Six Appeal: Aston Martins frühe Jahre in Newport Pagnell

 

Der DB6 – und besonders das Modell Mk II – war vermutlich die am meisten beeindruckende Version aus der Familie DB-Familie der Sechziger. Mit einem um knapp zehn Zentimeter angewachsenen Radstand sowie einer um rund vier Zentimeter höheren Dachlinie besaß dieser Aston ein großzügigeres Interieur und ein abgeschnittenes, sogenanntes Kamm-Heck, um die Aerodynamik zu verbessern. Obwohl der DB6 zugelegt hatte und man auch auf die spezielle Superleggera-Konstruktion verzichtete, war er nur rund zehn Kilo schwerer als der DB5. Aber mindestens genauso schnell wie seine Vorgänger.

 

Six Appeal: Aston Martins frühe Jahre in Newport Pagnell
Six Appeal: Aston Martins frühe Jahre in Newport Pagnell Six Appeal: Aston Martins frühe Jahre in Newport Pagnell

 

Mit dem Debut des offenen DB4 im Jahr 1964 bis hin zum November 1970, als der letzte Mk II Volante vom Band lief, war das geflügelte Aston-Martin-Logo das Symbol für stilvoll sportliche Cabrios. Zu den Käufern zählte unter anderem die Queen, die ihrem Sohn Charles einen DB6 Mk II Volante zum 21. Geburtstag spendierte.

Bis Mareks neuer Achtzylinder eingeführt werden konnte, war noch der Reihensechszylinder im von William Towns designten DBS im Einsatz. Erst mit Beginn der Siebzigerjahre setzte Aston Martin dann auf den Hochleistungs-V8.

 

Weiterführende Links

Zahlreiche Aston Martin der Sechzigerjahre finden Sie im Classic Driver Marktplatz, darunter aktuell 20 Aston Martin DB6.

 

 

Fotos: Aston Martin und Aston Martin Heritage Trust, mit freundlicher Unterstützung von Tim Cottingham (www.astonmartins.com)