Mercedes-Benz 190E 2.5 Evolution II

Im März 1990 feierte eine kompakte, sportliche Limousine ihre Premiere auf dem Genfer Automobilsalon – der Mercedes-Benz 190E 2.5–16 Evolution II...

Hätte man Adam vor die Wahl gestellt, dieses Auto oder eine Gefährtin beiseite gestellt zu bekommen, so hätte er sich bestimmt für diesen kleinen Mercedes entschieden.

Der Mercedes-Benz 190 wird 1982 vorgestellt und erobert rasch einen festen Platz als „kleiner Mercedes“ oder „Baby-Benz“. Doch wer hätte es gedacht: Über die Jahre und mehrere Motor- und Ausstattungsvarianten erwirbt er sich auch den Ruf eines kompakten Sportlers. Das gipfelt schließlich im Typ 190 E 2.5-16 Evolution II. Eine erste Sportversion erscheint 1983: Der 190 E 2.3-16 leistet in der ECE-Version 185 PS und beschleunigt das Auto in 7,5 Sekunden auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 230 km/h. Im ähnlichen Bereich liegen die Messwerte des 1988 folgenden 190 E 2.5-16 mit einem modernen Sechzehnventil-Motor, der 195 PS entwickelt. Das sind Bestwerte, die nach einem Einsatz im Motorsport rufen.

Schon 1985 wird der 190 E 2.3-16 als Rennsport-Tourenwagen von privaten Teams zunächst bei der französischen Produktionswagen-Meisterschaft, ab 1987 auch bei der DTM eingesetzt. 1988 erscheint eine Homologations-Version mit Straßenzulassung: Der 190 E 2.5-16 Evolution I rollt heran. Die Motorleistung ist unverändert, doch das Fahrwerk wurde modifiziert für die Rundstreckenarbeit, für die der „Evo I“ gedacht ist, denn er ist die Basis für einen DTM-Tourenwagen der Gruppe A. Exakt 502 Stück werden gebaut, um die zur Teilnahme notwendige Rennsport-Homologation zu erlangen. In zahlreichen Rennen mischt er sehr erfolgreich mit. Doch die Ansprüche steigen. So ist es nur ein logischer Entschluss: Ein noch stärkerer „Evo“ muss her.

Er kommt in Form des 190 E Evolution II und erlebt seine Weltpremiere im März 1990 auf dem Genfer Automobilsalon. Der 2,5-Liter-Motor des „Evo II“, wie das Fahrzeug schlicht genannt wird, leistet nun 235 PS, und das Drehmoment beträgt 245 Newtonmeter zwischen 5000/min und 6000/min. Damit beschleunigt das rund 1300 Kilogramm schwere Auto in gerade 7,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h. Das Sportfahrwerk ermöglicht eine sehr exakte Fahrweise; ein unauffälliger Schalter links neben dem Lenkrad verstellt das Fahrwerk in drei Stufen in der Höhe. Sportsitze bieten Fahrer und Beifahrer Halt, die hintere Sitzbank hat zwei ausgeformte Einzelsitze.

Schon äußerlich fällt der Evo II mit seinen Karosseriemodifikationen auf, die den Luftwiderstand weiter verringern und den Anpressdruck an Vorder- und Hinterachse erhöhen. Besonders markant ist der große Heckspoiler, aber auch die Kotflügelverbreiterungen sorgen für Aufmerksamkeit.

So macht der Evo II im Wortsinn schnell Furore. Innerhalb von drei Monaten wird eine Kleinserie von 502 Stück produziert, um für den Rennsport zugelassen zu werden. Der Preis war selbstbewusst und entsprach der gebotenen Leistung: Das Fahrzeug kostete rund 115.260 DM, mit Klimaanlage waren es 119.717 DM. Dafür wird aber auch Exklusivität geboten – jeder Evo II trägt im Schalthebel seine laufende Nummer der übersichtlichen Kleinserie.

Fotos: DaimlerChrysler