Maserati Quattroporte: Zylinder acht, Türen vier – sticht!

Ab 2003 bot Maserati den Quattroporte der fünften Generation als rassige Alternative im biederen Luxuslimousinen-Segment. Heute kann man den Italiener zum Preis eines gebrauchten VW Golf kaufen – eine echte Überlegung.

 

Teuer, das ist der erste Eindruck, den der dunkelblaue Maserati beim ersten Erscheinen hinterlässt. Sein Design aus einem Guss, seine edel anmutenden Chrom Details und nicht zuletzt die durch die vier Auspuffrohre unverholen zur Schau gestellte motorische Potenz machen aus der 2005 vom Band gelaufenen Limousine eine wertige Angelegenheit. Der von Pininfarina gezeichnete Luxusliner hebt sich damit von seinem eigenwilligen Vorgänger ab, der vielen Maserati-Anhängern zu sehr nach Fiat aussah. Dabei stellt das angenehme Äußere erst den Auftakt zu einem Feuerwerk für die Sinne dar.

Diese Ausgabe des Quattroporte war nämlich in allen Punkten seinem Vorgänger haushoch überlegen. So kam die zwei Tonnen schwere Limousine dank des aus dem Maserati Coupé ausgeliehenen 4,2-Liter-V8-Motors von Beginn an richtig in Fahrt. 400 PS sorgten an der Hinterachse für munteres Treiben. Und Maserati legte im Laufe der Jahre stetig nach.

 

Maserati Quattroporte: Zylinder acht, Türen vier – sticht!
Maserati Quattroporte: Zylinder acht, Türen vier – sticht! Maserati Quattroporte: Zylinder acht, Türen vier – sticht!

Doch eine erste Ausfahrt mit dem kleinsten Motor macht deutlich, warum bereits diese Ausbaustufe völlig ausreicht. Lässig bummelt der viertürige Maserati in der höchsten Stufe des DuoSelect-Getriebes, um bei Bedarf rustikal zuzubeißen. Denn der nächste Gang wird von der Hydraulik erst bei knapp 7.000/min eingeworfen. Immer mit dabei, dieses rauchige Timbre des Vierventilers, das keinen Zweifel an seiner Potenz zulässt. Der V8 ist dabei für jede Leistungsanforderung der richtige Ansprechpartner und scheint den Luftstrom, der durch die verchromten seitlichen Kiemen durch den Motor bis hin zu den opulenten Auspufftöpfen strömt, sichtbar machen zu wollen. Schöner Nebeneffekt: Der rotzige Klang, der in nahezu jedem Betriebszustand die Umwelt erfreut.

 

 

Maserati Quattroporte: Zylinder acht, Türen vier – sticht!
Maserati Quattroporte: Zylinder acht, Türen vier – sticht! Maserati Quattroporte: Zylinder acht, Türen vier – sticht!

In den braunen Ledersesseln bekommt man davon freilich nur wenig mit. Erst wenn die elektronisch beaufschlagten Dämpfer des Skyhook-Fahrwerks auf „hart“ eingestellt sind, verliert der Maserati seine Verbindlichkeit und macht sich fit für die Rennstrecke.

 

Aber auch da kann man die Qualität des verarbeiteten Leders trotz der vergangenen acht Jahre seit Erstzulassung genießen. Für den Genuss der Holzintarsien und der Picknicktische an den Rückenlehnen der Vordersitze wird zwar bei der flotten Runde kaum Gelegenheit sein, aber am Ziel ist ja auch noch Zeit. Dann kann man sich auch die Muße nehmen und die Funktionen der bei dem hier angebotenen Maserati reichlich vorhandenen Knöpfe und Hebel zu erkunden. Dabei sollte der Fahrer allerdings darauf achten, dass die Schaltpaddels am Lederlenkrad von dem Erkundungsdrang der Mitfahrer unberührt bleiben. Ein unkontrolliertes Herunterschalten während der Fahrt dürfte nämlich bei allen Beteiligten zu einem nicht unerheblichen Schweißausbruch führen.

 

Weiterführende Links

Zum Kampfpreis von 23.500 Euro können Sie beim Händler Ferrari Antwerpen den hier gezeigten Maserati Quattroporte erwerben. Hier geht's zum Angebot

 

 

Fotos: Ferrari Antwerpen