Ikonen im Grenzbereich bei der Monterey Motorsports Reunion 2014

Tage des Donners in Laguna Seca: Mehr als 550 Rennsport-Klassiker hatten sich am vergangenen Wochenende auf der legendären kalifornischen Rennstrecke versammelt, um bei der alljährlichen Rolex Monterey Motorsports Reunion die Ikonen des Automobilsports zu feiern.

Die Rolex Monterey Motorsports Reunion gehört zu den Höhepunkten der Monterey Classic Car Week - und wieder einmal beeindruckten die Veranstalter mit einem hochkarätigen und vielseitigen Aufgebot. In den 15 Competition-Gruppen fanden sich Vertreter fast aller Rennsport-Stile und Epochen - von monströsen Vorkriegs-Grand-Prix-Rennwagen über die sportlichen GT-Schönheiten der 1960er Jahre bis hin zu den Geschossen aus Trans-Am und Formula Atlantic. Kein Wunder, dass der Event als „Rasendes Museum“ bekannt ist. 

Mächtige Maserati

Zum 100. Markengeburtstag fanden sich im Starterfeld natürlich auch einige wichtige Maserati-Rennwagen. Sogar der älteste fahrbereite Maserati der Welt, ein Tipo 26B von 1928, hatte die Reise nach Kalifornien angetreten und gab bei der offiziellen Dreizack-Parade zusammen mit einem 250F und einem 300S ordentlich Gas. Auch im Renngeschehen mischten die modeneser Klassiker ordentlich mit - Derek Hill, Sohn des Formel-1-Weltmeisters von 1961, steuerte einen wunderbaren Maserati Tipo 151 und auch Fahrerlegenden wie Sir Stirling Moss und Fünffach-Le-Mans Sieger Derek Bell wurden hinter dem Volant eines Maseratis gesichtet. Und auch aktuelle Rennsporthelden interessieren sich immer mehr für den historischen Rennsport: Der Tudor-United-Sports-Car-Pilot Marino Franchitti steuerte den Gulf-Mirage GR8 seines Freundes Harley Cluxton über den anspruchsvollen kalifornischen Kurs - und hatte dabei anscheinend so viel Spass, dass ihm unterwegs das Benzin ausging. So zumindest unsere Interpretation der Geschichte.

Schnelle Autos, große Fahrer

Zu den Classic-Driver-Favoriten gehörten aber auch Jon Shirleys Alfa Romeo Tipo B (P3) - jener Rennwagen, mit dem Tazio Nuvolari 1935 auf dem Nürburgring die Silberpfeile düpiert und die Nazis zur Weißglut getrieben hatte - und Tom Prices einzigartiger Ferrari 250 GTO, von dem er geschworen hat, ihn niemals zu verkaufen. Ebenfalls auf unserer Shortlist landeten ein niedlicher Morgan Three Wheeler und ein furchteinflößender Shadow DN4-1P Can-Am-Rennwagen, der sich mit seinesgleichen in der berüchtigten Corkscrew-Kurve ein Vollkontakt-Derby lieferte. Auch die Veranstalter freuten sich über soviel Interesse wie nie zuvor. Um es mit den Worten des ehemaligen Alfa-Romeo-und-Autodelta-Star Giovanni ‘Nanni’ Galli zu sagen, der während der Rolex Monterey Motorsports Reunion 2014 einen Alfa GTA 1600 Corsa über die Strecke prügelte: „Die Menschen lieben alte Autos.“ Wie einfach, wie wahr!

Fotos: © Drew Phillips for Classic Driver