Ferrari, Ferrari, Ferrari: Die teuersten Klassiker der Monterey-Auktionen 2014

Ob in der Quail Lodge bei Bonhams oder im Portola Hotel & Spa bei RM Auctions – bei den Klassiker-Auktionen in Monterey wurden letzte Woche unzählige Multimillionen-Erlöse erzielt. Wir blicken auf die Topverkäufe der großen Auktionshäuser, die fast alle aus Maranello zu stammen scheinen.

Der Multi-Millionen-GTO und weitere Ferrari bei Bonhams

Bei Bonhams drehte sich wie erwartet alles um den authentischen Ferrari 250 GTO aus dem Jahr 1962 – doch die vielbeschriebene Berlinetta sollte nicht die große Überraschung der Monterey-Auktions-Woche werden. Statt einer Bieterschlacht jenseits der 50-Millionen-Dollar-Marke gab es einen eher zähen Auktionsverlauf, der „bereits“ bei 38,115 Millionen US-Dollar inklusive Auktionsaufschlag endete. Dennoch geht der 250 GTO als teuerstes Automobil, das je bei einer Auktion versteigert wurde, in die Geschichte ein. Vorerst.

Der internationale und in Monterey obligatorische Ferrari-Wahn endete jedoch nicht beim GTO – Bonhams brachte am ersten Tag seiner zweitägigen Auktion insgesamt 10 Legenden aus der Maranello Rosso Collection unter den Hammer. Vier der zehn belegen in unserer Top-5-Auflistung der teuersten Automobile der Bonhams-Auktion die vordersten Plätze. Erst auf Platz 5 folgt Los Nummer 212, das am zweiten Tag der Auktion verkauft wurde: Der Sportwagen aus dem Besitz von Mansour Ojjeh ist – Überraschung! – ebenfalls ein Ferrari,  genauer gesagt: ein azurblauer 1973er Ferrari 365GTS/4 Daytona Spider. Insgesamt hat Bonhams allein mit seinen Ferrari knapp 65 Millionen Dollar in der Quail Lodge erwirtschaftet.

1962 Ferrari 250 GTO: 38.115.000 US-Dollar
1953 Ferrari 250 Mille Miglia Berlinetta: 7.260.000 US-Dollar
1962 Ferrari 250 GT Short-Wheelbase Speciale Aerodinamica: 6.875.000 US-Dollar
1958 Ferrari 250 GT Series 1 Cabriolet: 6.820.000 US-Dollar
1973 Ferrari 365GTS/4 ‚Daytona‘ Spider: 2.640.000 US-Dollar

RM Auctions verkauft zwei Ferrari 275 zu Rekordpreisen

Obwohl Bonhams im Vorwege allen anderen die Show gestohlen hatte und die ganze Sammlerwelt auf den Ferrari 250 GTO blickte, hatte natürlich auch das kanadische Auktionshaus RM Auctions wertvolle Klassiker im Angebot. Allen voran der 1964er Ferrari 275 GTB/C Speciale – eines von nur drei jemals gebauten Exemplaren und Wegbereiter für den Nachfolger des 250 GTO. Weil die Preiserwartungen nicht offiziell bekannt gegeben wurden und auch nicht – wie beim 250 GTO – im Vorfeld derart viel spekuliert wurde, war das Ergebnis von 26,4 Millionen US-Dollar umso beeindruckender. Im oberen Schätzpreisbereich verkaufte sich derweil der Ferrari 250 LM - er erzielte 11.550.000 US-Dollar. Maximal hatte RM Auctions mit 12,5 Millionen Dollar gerechnet. 

Für eine weitere Sensation sorgte ein 1967er Ferrari 275 GTB/4 aus prominentem Vorbesitz. Mit einem Erlös von 10.175.000 US-Dollar übertraf er den bisherigen Rekordpreis für dieses Modell um das Dreifache! Auch wenn Sie die Auflösung hier vor sich haben, war Ihnen sicherlich klar, welcher berühmte Vorbesitzer den Wert eines Klassikers mal eben verdreifachen kann, richtig? Übrigens: Von den 160 Automobilen, die bei RM Auctions am Freitag und Samstag zum Aufruf kamen, wurden 36 Klassiker für siebenstellige Dollar-Beträge verkauft. Mit einem Gesamterlös von 143,4 Millionen US-Dollar stellte RM Auctions seinen eigens aufgestellten Rekord aus dem letzten Jahr ein. 

1964 Ferrari 275 GTB/C Speciale: 26.400.000 US-Dollar
1964 Ferrari 250 LM: 11.550.000 US-Dollar
1967 Ferrari 275 GTB/4, ex-Steve McQueen: 10.175.000 US-Dollar
1965 Ford GT40 Roadster Prototype: 6.930.000 US-Dollar
1967 Ferrari 275 GTB/4: 3.750.000 US-Dollar

Fotos: Drew Phillips, RM Auctions