Gooding & Co hoffen auf biblische Gebote in Arizona

Während die Konkurrenten von RM Sotheby’s ihren Arizona-Katalog mit modernen Supersportwagen und Schwergewichten aus den 1980ern und 1990er Jahren füllen, geht Gooding & Co in Scottsdale auf Nummer Sicher. Sogar für eine Sintflut ist das Auktionshaus vorbereitet.

Oldies but Goldies

Bei Gooding & Co ist man augenscheinlich der Überzeugung, dass sich die klassische Automobil-Auswahl mit Blick auf die in Arizona ebenfalls gesetztere Sammlergilde auszahlen wird. Und so finden sich im Katalog der am 20. und 21. Januar ablaufenden Auktion denn auch schwerpunktmäßig Angebote aus den 1950er- und 1960er-Jahren. Als Highlights zu nennen sind ein bereits bei der (modernen) Mille Miglia angetretenes Alfa Romeo 1900C SS Coupé von 1954 (Schätzpreis 400.000 bis 500.000 Dollar), ein strahlend roter Aston Martin DB4 Series 1 Baujahr 1960 (500.000 bis 600.000 Dollar) und ein wunderbar originaler Bugatti Type 35 Grand Prix Wagen aus dem Jahr 1925, von dem sich das Auktionshaus zwischen 2,6 und 3,2 Millionen Dollar verspricht. 

Verführerische Jungjahrgänge

Natürlich heißt das nicht, dass der Katalog nun völlig frei von jüngeren Helden der Landstraße wäre. So findet sich zum Beispiel ein ganzer Strauß moderner Porsche – für Auktionen heute im Grunde unverzichtbar – und eine Handvoll von Supersportwagen aus der Zeit um die Jahrtausendwende. Das Zuffenhausener Angebot wird angeführt von einem Porsche 930 Turbo aus dem Jahr 1979 in der Farbe „Grand Prix-Weiß“ (180.000 bis 220.000 Dollar). Aushängeschilder des jüngeren Marktsegments sind ein wenig bewegter Porsche 993 Turbo S von 1997 und ein betörender Carrera GT von 2005 (beide auf 650.000 bis 750.000 Dollar geschätzt). Nur noch getoppt werden die Porsche von einem 993 GT2 aus dem Jahr 1996. In direkter Konkurrent zum zwei Tage zuvor bei RM angebotenen Modell in „Speed Yellow“ (1,1 bis 1,5 Millionen Dollar) dürfte Goodings polarsilbernes Exemplar mit 36.000 Kilometer Laufleistung den Raum in Hochspannung versetzen. Es wird auf 1,3 bis 1,6 Millionen Dollar geschätzt. Ob es wohl den im letzten Jahr in London aufgestellten Rekord für ein GT2-Modell brechen wird? Weiter beachtenswert sind der tadellose Ford RS200 aus dem Jahr 1986 (275.000 bis 350.000 Dollar) und der Ferrari 599 SA Aperta, von dem sich das Auktionshaus zwischen 1,2 und 1,4 Millionen Dollar verspricht. 

Bereit für die Sintflut

Sollte in der Auktionswoche eine Sintflut über Arizona hereinbrechen, könnte Gooding mühelos eine Arche Noah mit jeweils zwei Exemplaren der wichtigsten automobilen Spezies beladen. Da sind beispielsweise zwei Ferrari 360 Challenge Stradale. Eines der beiden Rennpferde hat lediglich 260 Kilometer auf dem Tacho und wird auf 350.000 bis 400.000 Dollar geschätzt. Weitere Kandidaten für Noahs Rettungsboot wären zwei Ferrari 275 – ein Viernockenwellen-Typ in der Farbe Verde Pino (drei bis 3,4 Millionen Dollar) und eine langnasige Alu-Variante für 2,9 bis 3,2 Millionen Dollar. Auch zwei Mercedes-Benz 300 SL dürften den Fortbestand der Spezies sichern. Hier heißen die Alternativen: „Low-Mileage“-Flügeltürer für 900.000 bis 1,1 Millionen Dollar oder Roadster mit Gusseisen-Block für 1,1 bis 1,3 Millionen Dollar. Ob diese Pärchen die Bieter zu mutigen Angeboten anspornen werden, bleibt abzuwarten. 

Fotos: Gooding & Co

Sie finden den kompletten Katalog von Gooding & Cos Arizona-Auktion im Classic Driver Markt.