Fruas BMW 528 GT Coupé hätte der bayerische Montreal werden können

Nach der Übernahme von Glas durch BMW in den späten Sechzigern sah der Automobildesigner Pietro Frua, der einst Subunternehmer von Glas war, eine Möglichkeit für eine lukrative Geschäftsbeziehung mit BMW. Deshalb versuchte Frua, im nächsten Jahrzehnt die Bayern mit diversen Konzepten zu locken...

In den frühen 1960ern wurde der in Turin geborene Frua mit der Aufgabe betraut, eine neue Styling-Reihe für den kleinen Hersteller zu kreieren, der es vom Produzenten für Roller und Microcars zum Mittelklasse- und Sportwagenhersteller geschafft hatte. Im Jahr 1968 war Glas vollständig übernommen, allerdings ging es BMW nicht um Fruas Design, sondern viel mehr um Patente und den Produktionsstandort.

Catching the Big Fish

Unbeirrt machte Frua weiter und schuf eine Reihe von BMW-basierten Konzeptautos, in der Hoffnung, einen ungeahnt großen Auftrag für das Design eines Großserienfahrzeugs zu erhalten. Einen seiner letzten Versuche stellte er im Jahr 1976 in Form des 528 GT Coupé vor. Auf Basis einer Standard-E12-Limousine schuf Frua ein bayrisches Coupé mit italienischen Einflüssen. Die Ähnlichkeit zum von Bertone gestylten Alfa Romeo Montreal war kaum zu übersehen, und ein bisschen Lancia-Design floss auch mit ins BMW-Konzept. Schlussendlich wurde Fruas Vision nicht wahr und BMW entschied sich für einen Coupé-Entwurf der hauseigenen Designabteilung. Wie dem auch sei, einige Historiker behaupten, dass sein Einfluss noch heute in den BMW-Designs mitschwingt.

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