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Flacher als Bugattis neuestes Hypercar-Unikat geht es nicht

Bugatti hat den Bolide von allen Flügeln befreit, bis nur noch die reine Form übrigblieb. Das Resultat ist der Destrier, das dritte Einzelstück des „Programme Solitaire“. Er ist nur einen Meter hoch, glänzt mit ritterlichen Details und feiert seine Premiere im Rahmen der Monterey Car Week.

 

Der Bugatti Bolide ist ein kompromissloser Rennwagen für den Rundkurs, der eher für extreme Aerodynamik als für klassische Eleganz bekannt ist. Jeder Flügel, jeder Lufteinlass und jedes aerodynamische Anbauteil dient dem Abtrieb, was wenig Raum für pure Schönheit lässt. Die neueste Kreation aus Molsheim liefert die Antwort darauf, wie genau dieses Technikpaket aussieht, wenn man es von all diesen Zwängen befreit. Mit dem Destrier, der dritten einmaligen Sonderanfertigung aus dem Bugatti Programme Solitaire, wird die rohe Technik des Bolide in automobile Haute Couture gekleidet. Der Fokus liegt ganz auf ausgewogenen Proportionen und zeitloser Eleganz. Mit einer Höhe von exakt einem Meter ist der Wagen dramatisch flacher als alle anderen Modelle von Bugatti.

Dieser Ansatz folgt einem historischen Vorbild aus den späten Dreißigerjahren. Damals diente das Chassis des Typ 57 sowohl als Basis für die in Le Mans siegreichen „Tank“-Rennwagen als auch für das wunderschön geformte Atlantic Coupé. Der Destrier verewigt diese Verbindung mit einer handgelaserten Widmungsplakette über der Windschutzscheibe, auf der beide Autos abgebildet sind. Er basiert auf dem Carbon-Monocoque des Bolide und verwandelt dieses Paket in ein völlig neues ästhetisches Konzept. Im Kontrast zu der schnörkellosen Karosserie wirken die 20 Zoll großen vorderen und 21 Zoll großen hinteren Räder geradezu monumental, was einen deutlichen Sprung gegenüber den 18-Zoll-Felgen des reinen Rennwagens darstellt. Ein breiterer hufeisenförmiger Kühlergrill und eine neu interpretierte Signaturlinie, die kurz vor den vorderen Radhäusern endet, runden das Äußere ab.

 

Lackiert ist das Auto in der speziell für das Einzelstück angemischten Farbe Sapphire Celeste, die an Diamanten erinnernde Partikel enthält. Als Kontrast zu diesem tiefen Blauton kommen Zierelemente aus poliertem Aluminium zum Einsatz. Dies ist eine subtile Anspielung auf das Atlantic Chassis 57591, den berühmten „Pope Atlantic“, der ursprünglich blau war, bevor sein aktueller Besitzer Ralph Lauren ihn schwarz lackieren ließ. Sichtcarbon beschränkt sich auf den Frontsplitter und den Heckdiffusor, die farblich exakt an die Karosserie angepasst sind. Im Motorraum weisen glänzende Komponenten eine handgehämmerte Oberfläche auf. Diese erinnert an die Rüstung mittelalterlicher Ritter, deren Streitross dem Wagen seinen Namen gab.

Im Innenraum ist von der Kargheit des Bolide keine Spur. Der Destrier präsentiert stattdessen ein Interieur, das exakt auf seinen einzigen Besitzer zugeschnitten wurde. Leder und Nubuk im Farbton Ambre Voyageur treffen auf ein dreidimensional gestricktes Textilgewebe, welches mit Kupferfäden in einem kreisförmigen Halo-Muster durchzogen ist. Die handgehämmerte Verarbeitung findet sich zudem auf der Lenkradnabe, den Lüftungsdüsen, den Türöffnern und den Einstiegsleisten wieder. Eine kleine französische Flagge verweist auf die Herkunft der Marke, während der Öleinfülldeckel das Emblem des Destrier zusammen mit der exklusiven Kennzeichnung 1/1 trägt.

 

Unter der Hülle arbeitet der unangetastete Antriebsstrang des Bolide, ein von vier Turboladern befeuerter W16 mit acht Litern Hubraum und 1600 PS. Ganz in der klassischen Coachbuilding-Tradition treten die reinen Fahrleistungen jedoch in den Hintergrund, um der Ästhetik und feinsten Materialien den Vortritt zu lassen. Der Wagen wird erstmals während der Monterey Car Week der Öffentlichkeit präsentiert, wobei der Höhepunkt der Auftritt beim Pebble Beach Concours d'Elegance am 16. August 2026 sein wird.

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