

Der Tuono war ein bis dahin unbekanntes Konzeptauto des italienischen Restomod-Studios und Kleinserienherstellers Automobili Amos. Gründer Eugenio Amos präsentiert ihn nun als nicht realisiertes Herzensprojekt, entstanden während des Lockdowns 2020. In Zusammenarbeit mit dem Mailänder Studio Borromeo d eSilva entworfen, sollte der Tuono eine radikal andersartiges Gegenstück zum Lancia Delta Futurista Restomod darstellen: Statt eine Rallye-Ikone neu zu interpretieren, war der Tuono als komplett neues Automobil geplant, von Grund auf neu entwickelt und mit einem Elektroantrieb ausgestattet.


Erste Teaser deuteten auf ein kompaktes, aggressives Auto mit breiten Kotflügeln, Rallye-Scheinwerfern auf dem Dach und einem möglichen Mittelmotor hin. Doch im Zuge der rasanten Elektrifizierung der Automobilwelt wurde das Konzept überarbeitet — und zielte fortan darauf ab, den Rallye-Spirit von Automobili Amos in ein modernes Elektroformat zu übertragen. Amos bezeichnet es als „Liebesbrief an die Zukunft “, obwohl das ambitionierte Konzept nie in Serie ging und eine unerfüllte Vision einer elektrifizierten, rallyetauglichen Geländemaschine bleibt.



Am auffälligsten an dem Auto ist jedoch sein Klang – etwas, das man nur von sehr wenigen Elektromobilen behaupten kann. Tatsächlich hat es seinen Grund, warum das geländegängige Elektro-Konzept von Automobili Amos auf den Namen Tuono, italienisch für Donner, getrauft wurde. „Der Klang war der Schlüssel zum gesamten Projekt“, sagt Carlo Borromeo von BorromeodeSilva. „Die Leistung eines Elektroautos ist unbestreitbar. Was den Menschen fehlt, ist die Emotion. Verbrennungsmotoren bewegen uns durch die Explosionen, durch das Feuer. Sie vermitteln ein Gefühl von Lebendigkeit.“



Eugenio Amos und Carlo Borromeo fragten sich: Wie kann Elektrizität sich genauso lebendig anfühlen? Sie stellten drei Regeln auf: „Erstens musste der Klang real sein. Keine Aufnahme aus Lautsprechern, sondern etwas, das physisch vom Auto selbst erzeugt wurde. Zweitens musste er unendlich variabel sein. Wie ein Motor an einem kalten Morgen sollte kein Moment dem anderen gleichen. Drittens musste er etwas instinktiv Kraftvolles auslösen. Wenn Verbrennung Feuer hat, dann hat Elektrizität Donner.“
Gemeinsam mit dem Toningenieur Simone Merli entwickelte und patentierte das Team von Automobili Amos und Borromeode Silva ein Gerät, das den tatsächlichen Stromfluss des Antriebsstrangs nutzt, um in einer Kammer kontrollierte Mikro-Donner-Ereignisse zu erzeugen. Deren Intensität und Tonhöhe verändern sich in Echtzeit und reagieren auf vierzehn Parameter, darunter Beschleunigung, Bremsung, Querbeschleunigung, Geschwindigkeit und Temperatur. Das Ergebnis wird anschließend verstärkt und nach außen projiziert. „Wir haben einen Prototyp gebaut“, sagt Carlo. „Er klang wie ein Gewitter. Aber hören Sie selbst.“
Photos: Piotr Degler / Livery & Rendering: Davide Virdis








































