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Der neue 992 Porsche 911 GT3 RS setzt auch bei der Downforce neue Maßstäbe

Nun sind die Hüllen der jüngsten und extremsten Interpretation des Porsche 911 endgültig gefallen. Bühne frei für den neuen König der Anpresskraft: der 525 PS starke 911 GT3 RS.

Liebhaber von Vanilleeis, stillem Wasser und nur leicht gesalzenen Chips sollten jetzt die Augen schließen, denn der neue GT3 RS aus Porsches Generation 992 ist alles andere als geschmacksneutral. Nach Monaten, in denen wir verfolgten, wie dieses geflügelte Biest um den Nürburgring jagte, haben wir jetzt endlich Gelegenheit, jeden Zoll dieses verrücktesten 911 überhaupt aufzusaugen. Wir favorisieren übrigens die Konfiguration, die Racing Green Metallic mit dem Weissach-Paket kombiniert. Das ist ein Auftritt, oder?

Wie bei den meisten Weiterentwicklungen des GT3 RS steht die PS-Zahl nicht an oberster Stelle. Denn in 2022 sorgen die 525 PS, die aus dem 4,0-Liter-Boxersechszylinder des 992 GT3 RS generiert werden, nicht für die ganz große Schlagzeile. Bringt man aber die Begriffe „Saugmotor“ und „9000 RPM“ ins Spiel, sieht die Sache schon ganz anders aus. Wenn Sie uns fragen, dann tauschen wir jederzeit mehr Power gegen einen brüllenden Motorsound und extrem lebhaftes Ansprechverhalten aus.

Der ausschließlich mit PDK ausgestattete GT3 RS setzt bei der Straßenwagen-Aerodynamik eine neue Benchmark. Der DRS-fähige Schwanenhals-Heckspoiler hat nicht nur eine Größe, die an sich schon eine Ansage ist, sondern erhebt sich tatsächlich auch höher als die Dachlinie. Dazu verteilen sich mehr Einlassöffnungen und Schlitze über die Karosserie, als man mit einem Blick aufnehmen kann. Was man aber hier auf Anhieb erkennt, ist Porsches geradezu religiöse Hingabe an die Downforce. Und hier sind die Daten des 992 GT3 RS in einer Klasse für sich, doppelt soviel Druck wie beim 991 GT3 RS und gleich dreimal soviel wie beim „serienmäßigen“ 992 GT3. Andreas Preuninger, Herr über die GT-Fahrzeuge, beschreibt diese Anpresswucht so als würde das Gewicht von zwei Pferden bei 285 Stundenkilometer auf das Dach drücken. Falls Sie kein Reiter sind: Ein Pferd bringt durchschnittlich 860 Kilo auf die Waage.

Ebenfalls bemerkenswert ist die Entscheidung der Konstrukteure für einen einzigen, mittig montierten Frontkühler, deswegen auch die riesenhaften Ausschnitte auf der Haube. Dieser Wechsel erlaubte Porsche auch einen gewaltigen vorderen Lufteinlass zu montieren, der hilft, die Downforce über das gesamte Fahrzeug auszutarieren. Nicht weniger markant sind die massiven Aussparungen an den vorderen und hinteren Kotflügeln, die beeindruckenden Dachlösungen und das ebenfalls neue, hyper variable Setup der Aufhängung. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Hier handelt es sich um den ersten für die Straße ausgerichteten 911 bei dem auf einen Kofferraum verzichtet wurde, was die Alltagstauglichkeit einschränken mag. Offensichtlich übertrumpfen bei diesem in CFRP gekleideten irren 911 Rundenzeiten alle anderen Bedürfnisse. Auf diese Zeiten sind jetzt nicht nur wir gespannt.