David Brown Speedback: Vorsicht, Verwechslungsgefahr!

Vor einigen Monaten äußerte ein gewisser David Brown seine Intention, einen klassisch gestalteten Sportwagen mit moderner Technik auf die Straße zu bringen. Nun hat er seinen Speedback enthüllt – und Classic Driver verraten, was hinter dem Projekt steckt.

„Die Idee kam mir vor ein paar Jahren während einer historischen Rallye in Spanien“, verrät David Bown. „Gegen Ende der Fahrt waren wir alle derart erschöpft von der Unzuverlässigkeit unserer Klassiker, dass wir fast darum bettelten, den Rest der Strecke in einem der billigen Mietwagen zu absolvieren, die unserem Feld folgten.“ David Brown aus Yorkshire - der mit Sir David Brown, dem berühmten Vorstand von Aston Martin, weder verwandt noch verschwägert ist - trat früh in die Fußstapfen seines Vaters und machte als Agraringenieur sehr gute Gewinne. „Die Verwechslungen mit dem Aston-Martin-Besitzer haben bei uns übrigens Tradition – mein Vater konstruierten zur selben Zeit Traktoren wie Sir David Brown.“

Erfahrung aus der Landwirtschaft

Viele der Erfahrungen, die David Brown während seiner Zeit an der Spitze seiner Landwirtschaftsfirmen bis zum Verkauf an Caterpillar in den späten 1990er Jahren gesammelt hat, sind in sein erstes Automobilprojekt geflossen. „Wir arbeiteten oft mit Kleinserien und mussten Bauteile von hoher Qualität mit geringem Budget fertigen“, berichtet uns Brown. „Zudem kamen bei uns recht früh digitale Technologien zum Einsatz – wir scannten beispielsweise Ton-Modelle im Maßstab 1:1, um darauf die Aluminiumteile zu klopfen. Das war deutlich effizienter und präziser, als die Vorlage von Hand herzustellen.“ 

Klassische Linie, moderne Details

Als Basis für Browns eigenen Sportwagen, den David Brown Automotive Speedback, diente der aktuelle Jaguar XKR. „Die Plattform und der Antriebsstrang des Jaguar sind in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich weiterentwickelt worden“, erklärt der Konstrukteur. „Für unsere Zwecke war er die beste und schlüssigste Lösung.“ Die Möglichkeit, den XKR wie in früheren Epochen als „rollendes Chassis“ auszuliefern und darauf aufzubauen, gab auch dem früheren Land-Rover-Designchef Alan Mobberley die größtmögliche Freiheit, seine Ideen umzusetzen. Herausgekommen ist dabei ein Sportwagen, der sich deutlich an der „goldenen Ära des Automobildesigns“ orientiert. „Die Aston-Martin-Zitate mögen offensichtlich sein“, erklärt Brown, „doch in diesen Jahren hatten auch Ferrari, Lamborghini und Maserati eine ähnliche Formensprache. Ich verstehe den Speedback als zeitgenössische Interpretation all dieser wunderbaren Automobile.“ Wer genau hinsieht, entdeckt in den klassischen Linien auch moderne Details wie etwa die LED-Scheinwerfer – doch im Sinne der 1960er Jahre wurde auf sonstige Ausschmückungen verzichtet. 

Ergänzen, nicht ersetzen

David Brown möchte mit dem Speedback keine Klassiker ersetzten, sondern sie vielmehr ergänzen. „Ich selbst besitze einen Aston Martin DB5. Doch an einem gewissen Punkt war ich so frustriert über die mangelnde Zuverlässigkeit, dass ich mit dem Gedanken spielte, dem Aston einen neuen Motor zu spendieren. Glücklicherweise habe ich das dann aber doch nicht getan.“ Die Faszination des Speedback liegt in der Möglichkeit, einen modernen GT in die Sammlung klassischer Automobile einzureihen, ohne den Flair zu zerstören. Bei den Briten könnte das Projekt jedoch auch aus einem anderen Grund erfolg haben: Der Speedback wird ausschließlich im englischen Coventry produziert – dem einst stolzen Herzen der britischen Automobilindustrie. Wenn das kein Grund ist, sofort einen der handgefertigten und streng limitierten Retro-Sportwagen zu bestellen.  

Der David Brown Speedback wird offiziel im Rahmen der Top Marques Show vom 17 - 20 April 2014 in Monaco präsentiert.

Zahlreiche klassische Sportwagen der 1960er Jahre stehen im Classic Driver Markt zum Verkauf.