Autos, die wir lieben: Citroën DS

Über die französische Göttin ist soviel geschrieben worden, dass man eine Bibliothek mit den Lobeshymnen füllen könnte. Philosophen und Staatsmänner erlagen ihrem Charme genauso wie die Gendarmen und der wackere Taxifahrer - und das mit gutem Grund...

Wir schreiben das Jahr 1955, im Oktober, und Besucher des Pariser Autosalons haben eben einen Blick in die Zukunft erhascht. Denn auf dem Messestand von Citroën debütiert diese hinreißend verrückt gezeichnete "Déesse", die gekonnt Avantgarde mit Stil verband. Die Göttin ist so unwiderstehlich, dass sich binnen kürzester Zeit die Orderbücher nur so füllen.

Zurück in die Zukunft

War schon Flaminio Bertonis Space-Age-Design ein radikaler Bruch mit allem, so wirkte die Entwicklungsarbeit von André Lefèbre erst recht, als wäre sie nicht von dieser Welt. Unter ihrer ungewöhnlichen Silhouette hatte er genug Technologie gepackt, um die Regeln der Branche neu zu schreiben. Die DS hatte vorne Scheibenbremsen mit Bremskraftverstärker (das erste Serienfahrzeug mit diesem Feature), schwenkbare Frontscheinwerfer (auf Modellen, die nach 1967 gebaut wurden) und den großzügigen Einsatz von Hydraulik für alles andere - von den Bremsen über die Kupplung bis zum semi-automatischen Getriebe. Und als Krönung natürlich diese automatische Niveauregulierung, die so effektiv war, dass Citroën damit zweimal die Rallye Monte Carlo gewinnen konnte. Tatsächlich wurde erst in diesem Jahr die Ausstattung aller Modelle mit dem System eingestellt. Die DS hatte keine echten Rivalen zu ihrer Glanzzeit, zumindest nicht in den ersten 20 Jahren.

Die Göttin war so fortschrittlich, dass man bei Citroën Sorge hatte, das andere Fahrzeuge der Marke im Vergleich minderwertig wirken und den Ruf als Innovator schaden könnten. Die Lösung der Franzosen war einfach: keine anderen Modelle wurden gebaut. Es war ein langlebiger Erfolg, denn zwischen 1955 und 1975 wurden rund 1,4 Millionen dieser D-Serienautos in unzähligen Variationen gebaut. 

Grund zum Feiern

Und es gab Variationen: Chaprons Cabriolets mit der klangvollen Bezeichnung Décapotables boten Luxus und Styling vom Feinsten. Nach DS-Modellen wie Pallas, Prestige oder Safari dreht man sich auch heute noch bewundernd um. Die Göttin hat einfach das gewisse Etwas, das Jahrzehnte später nichts von seinem Zauber verloren hat. Im neuen Jahr wird das 60. Jubiläum der französischen Ikone DS mit einer Reihe von Events gefeiert, nicht zuletzt mit einem großen Auftritt zur Premiere der London Classic Car Show gleich im Januar, der in der Klassiker-Szene für entsprechende Begeisterung sorgen wird. 

Zahlreiche Citroën DS finden Sie im Classic Driver Markt.

Dieser Artikel ist Teil der Serie „Autos, die wir lieben“, in der wir Ihnen jeden Samstagmorgen unsere liebenswertesten Klassiker und Youngtimer präsentieren.