1956 Jaguar XK 140

Summary

  • Year of manufacture 
    1956
  • Car type 
    Convertible / Roadster
  • Lot number 
    73
  • Drive 
    LHD
  • Condition 
    Used
  • Location
  • Exterior colour 
    Red

Description

DOROTHEUM Herbstauktion auf der Classic Expo Salzburg / Autumn Sale at Classic Expo Salzburg
Klassische Fahrzeuge / Classic cars
Samstag, Oktober 16, 2021 / Saturday, October 16, 2021
Messegelände Salzburg, Halle 1 / Salzburg exhibition center, hall 1
Online-Katalog/ online catalogue: https://fahrzeuge.dorotheum.com/de/a/80971/

Lot 73 V
1956 Jaguar XK 140 SE Drophead Coupe

Von Peter Orlainsky in sensationeller Qualität restauriert
Originale SE-Version mit C-Type Zylinderkopf
Matching Numbers

Mehr als 560.000 Besucher bewunderten 1948 auf der Londoner Automobilausstellung in Earls Court den vollkommen neuen Jaguar XK 120. Der war tatsächlich eine Verlegenheitslösung, weil die Limousine, die man eigentlich präsentieren wollte, nicht rechtzeitig fertig wurde. Die 120 in der Typenbezeichnung deutete auf die Höchstgeschwindigkeit von 120 Meilen hin, also für damalige Verhältnisse schwer zu fassende 200 km/h! Die hinreißend gezeichnete Karosserie wurde von einem 3,4-Liter Sechszylinder-Motor mit zwei obenliegenden Nockenwellen angetrieben, der 160 britische PS leistete, aber durchaus noch Potenzial für mehr hatte.

Mit dem XK 120 war so ein Nachfolger für den SS 100 gefunden und er wurde auf Anhieb zum Erfolg, vor allem auch am großen Markt in Übersee. Sportliche Ambitionen wusste er mit Leichtigkeit zu befriedigen und er fuhr auf zahlreichen Rennstrecken zu etlichen Erfolgen. Auch zahlreiche Stunden- und Geschwindigkeits-Rekorde gingen auf das Konto der schnellen Jaguar. Nicht zuletzt basierte auch der legendäre C-Type auf des XKs Mechanik. Zu Coupé und Roadster gesellte sich im Herbst 1953 mit dem Drophead Coupé am Ende der Produktion noch ein vollwertiges Cabriolet mit gefüttertem Verdeck.

Im Jahr darauf präsentierte Jaguar den XK 140 als Nachfolger für das Modelljahr 1955. Die Karosserie blieb auf den ersten Blick unverändert, auffallend waren hingegen die wuchtigeren einteiligen Stoßfänger und andere kleinere Retuschen, etwa das in den Kühlergrill versetzte Markenemblem. Allerdings wanderten Motor, Spritzwand und Armaturenbrett um drei Inches nach vorne, womit auch ausgewachsene Erwachsene endlich im XK ausreichend Platz fanden. Darüber hinaus wurde der stärkere Special Equipment Motor aus dem Vorgänger zur Standardmotorisierung, und wem dessen 190 Pferdestärken noch nicht genug waren, für diejenige hatte Jaguar mit dem XK 140 SE dank Zylinderkopfs des C-Types noch einmal 20 mehr parat. Derart motorisiert knackte der XK 140 in zeitgenössischen Tests tatsächlich die 200 km/h Schallmauer.

Als Karosserievarianten waren weiterhin der Open Two-Seater, das Drophead und das Fixed Head Coupé verfügbar, wobei mit 2.790 die wenigsten auf das DHC entfielen, das wie schon beim Vorgänger im Gegensatz zum OTS mit gefüttertem Verdeck, Kurbelfenstern, Holzarmaturen und -verkleidungen und einem Notsitz aufwarten konnte.

Dieses XK 140 SE Drophead Coupé wurde wie die meisten seiner Artgenossen ursprünglich in die USA ausgeliefert. Erstmalig zugelassen wurde es dort am 8. November 1956. Schon 1994 holte Peter Orlainsky den Jaguar als Restaurationsobjekt ins Ländle. Orlainsky hatte sein ganzes Berufsleben der Marke mit der Raubkatze verschrieben, er war nicht nur lange Jahre der Jaguar-Vertreter im Westen Österreichs, sondern widmete sich auch deren fachmännischer Restaurierung und erlangte in diesem Metier einen gar außergewöhnlich guten Ruf.

Warum dem so ist, dafür liefert dieser XK 140 SE ein eindrucksvolles Zeugnis ab. Restauriert Mitte der 1990er, also vor mittlerweile 25 Jahren, besticht der Jaguar aus jedem Blickwinkel noch heute mit seiner ganz einmaligen Erscheinung. Natürlich hielt sich Orlainsky an die wunderschöne Originalfarbe Maroon und natürlich sind auch die originalen Aggregate noch im Fahrzeug verbaut. Die Qualität der Arbeit sucht schlichtweg ihresgleichen und die Plakette von Orlainskys Werkstatt darf er mit Stolz tragen.

Dass der Restaurateur sein Werk schließlich von demjenigen, für den er es einst ausgeführt hatte, den Vorarlberger Schriftsteller Robert Schneider, der mit Schlafes Bruder zu Bekanntheit kam, zurückkaufte, beschreibt dieses Meisterwerk von einem XK 140 vielleicht am besten. Dass dieses Schmuckstück nun in neue Hände gegeben wird, hat einen traurigen Anlass, denn Peter Orlainsky ist leider viel zu jung verstorben. Sein Schaffen lebt aber mit den von ihm restaurierten Fahrzeugen weiter. Des Meisters eigener ist dafür das beste Beispiel.

Chassis: S819093
Motor: G9327-8S
Aufbau: P5567
Papiere: Österreichische Einzelgenehmigung