

Alpine hat auf dem Pariser Autosalon (12. bis 18. Oktober 2026) die A310 Vision enthüllt, eine retrofuturistische Neuinterpretation ihrer Porsche-911-Konkurrentin der Siebziger- und Achtzigerjahre. Die elektrische Modelloffensive der Renault-Tochter, intern „Dream Garage“ genannt, sollte ursprünglich drei Modelle umfassen. Inzwischen sind bis 2030 sieben neue Elektro-Baureihen geplant, auch wegen des Erfolgs der Retro-Modelle aus dem Hause Renault.
Oberhalb der zweiten Generation der modernen A110, die für nächstes Jahr geplant ist, soll ab 2028 eine A310 des 21. Jahrhunderts die Palette nach oben abrunden. Vorgesehen ist ein vollelektrisches, viersitziges Coupé, das sich die technische Basis, die Alpine Performance Platform (APP), mit seiner kleinen Schwester teilt. Die A310 Vision selbst ist allerdings ausdrücklich kein Ausblick auf dieses Serienmodell, sondern eine freie Designstudie, die das gestalterische Potenzial der neuen Plattform zeigen soll.


Das Timing der Präsentation hätte kaum passender sein können: Die Ur-A310 mit ihren sechs Scheinwerfern hinter einer großen Glasabdeckung und dem Renault-Vierzylinder feiert 2026 ihren 55. Geburtstag. Die bekanntere A310 V6, angetrieben vom gemeinsam von Peugeot, Renault und Volvo entwickelten PRV-Motor, wird in diesem Jahr 50.
Die Studie soll laut Alpine beide Entwicklungslinien würdigen. Und tatsächlich schimmert die Essenz der Ur-A310 in Details durch, die Optik erinnert aber deutlich stärker an die von Robert Opron überarbeitete A310 V6 mit dem optionalen „Pack GT“. Dessen Breitbau-Kit mit ausgestellten Kotflügeln verlieh der französischen Flunder eine Präsenz, mit der sie ihren italienischen, deutschen und amerikanischen Konkurrenten in nichts nachstand.


Mit 4,55 Metern Länge, 2,03 Metern Breite an der breitesten Stelle am Heck und nur 1,18 Metern Höhe fallen die Proportionen spektakulär aus. Der Radstand beträgt 2,45 Meter. Den Designern ist es gelungen, die Linienführung der von 1976 bis 1984 gebauten V6 überzeugend in die Gegenwart zu übersetzen. Die charakteristischen Details, allen voran die schmalen, zugekniffen wirkenden Scheinwerfer, die zugespitzte Front und die ausgestellten Radhäuser, sind deutlich erkennbar. Neu ist der „Pop-down“-Effekt, mit dem die Scheinwerfer beim Starten sichtbar werden. Dazu kommen Aero-Elemente, die direkt aus der WEC oder der Formel 1 übernommen scheinen, etwa der S-Duct in der Motorhaube und der zweigeteilte Heckflügel. Das massige Heck wird von einem markanten Diffusor und lamellenförmigen Rückleuchten dominiert, die zusätzlich Abtrieb erzeugen. Die Räder in markentypischer Dreieck-Optik runden den Retro-Auftritt ab.


Angesichts der spektakulären Optik kann man nur hoffen, dass sich die Serien-A310 trotz Alpines Dementi einiges von der Studie abschaut, so wie die Retro-EVs von Renault nah an ihren Konzepten geblieben sind. Und dass Alpine Puristen neben der reinen Elektroversion auch eine Variante mit Vierzylinder gönnt. Laut den Franzosen lässt sich die Plattform so modifizieren, dass sie auch Verbrennungsmotoren aufnehmen kann. Diese Option will sich Alpine bei der nächsten A110 abhängig von den Verkaufszahlen offenhalten.
Fotos: Alpine Cars / Andreas Wüest AG







































