

Hot Hatch Hero
Renault Sport machte die RS-Versionen von Clio und Mégane zuverlässig zu den besten Kompaktsportlern und „Frontkratzern" am Markt. Auch die zweite Mégane-Generation, erkennbar am unkonventionellen Bürzel-Heck, war da keine Ausnahme: Schon der normale „RS" fuhr der Konkurrenz um die Ohren, richtig ernst wurde es 2008 mit dem limitierten, aufs Wesentliche reduzierten R26.R. Im Juni 2008 brannte er einen neuen Weltrekord für Serien-Fronttriebler in den Asphalt der Nordschleife – und das mit unveränderten 230 PS aus dem 2,0-Liter-Turbovierzylinder. Seine Überlegenheit verdankt er einer radikalen Diät – 123 Kilo weniger als der Mégane RS „F1 Team" – sowie einem kompromisslos auf die Rennstrecke zugeschnittenen Fahrwerk. Ein optionaler Überrollbügel und Schalensitze mit Sechspunkt-Gurten machten ihn zu einem der radikalsten Hot Hatches aller Zeiten. Gebaut wurden nur 450 Stück; Leuba Collection bietet aktuell Nummer 20 der 26 Schweizer Autos an.


Die graue Eminenz
Lamborghinis V12-Sauger haben die Marke legendär gemacht und mit dem Murciélago LP640 Roadster lässt sich das Kraftwerk auf eine betont dramatische Art und Weise erleben. Ohne festes Dach prasselt die Klanggewalt des 6,5-Liter-Aggregats völlig ungefiltert auf den Fahrer ein. Bei Bedarf katapultieren 640 PS in Kombination mit dem serienmäßigen Allradantrieb den Kampfstier in 3,4 Sekunden auf Tempo 100. Scherentüren, Sichtcarbon, die heisere Stimme des Motors und die dunkle Optik eines Tarnkappenflugzeugs in Grigio Telesto über schwarzem Leder mit weißen Nähten. Dieser 2008er Roadster aus dem Bestand des US-Händlers „The Cultivated Collector" steht fast schon symbolisch für den Exzess aus Sant'Agata.


VIP-Spaceshuttle
Große Citroën waren bei Frankreichs Industriebossen und der politischen Elite der Grande Nation seit jeher beliebt. Doch selbst die Göttin, ihres Zeichens der Liebling des hochgewachsenen Charles de Gaulle, gab es nicht ab Werk in einer Langversion. Erst mit dem CX bediente die Marke mit dem Doppelwinkel großgewachsene Kundschaft mit einem Bedarf an mehr Beinfreiheit. Der ab 1976 angebotene und um 25 Zentimeter gestreckte CX Prestige, der auf dem Fahrgestell des Kombis basiert, hob den ohnehin schon erstklassigen Komfort nochmals auf ein neues Niveau. Die hinteren Passagiere konnten sich auf den weichen Velour- oder Lederpolstern fläzen, während sie ihre Füße auf den modellspezifischen Fußstützen abstellten und dabei den wogenden Fahrkomfort der Hydropneumatik genossen. Gut erhaltene Prestige, die vor dem 1985er Facelift gebaut wurden, sind selten. Das Schweizer Unternehmen cartech.ch bietet dieses komplett neu aufgebaute Auto aus dem Jahre 1978 an, dessen Farbton „Gris Largentière“ perfekt mit der futuristischen Linienführung und den späteren Alufelgen in TRX-Optik harmoniert.


Gecko mit bayrischem Herzen
Die beiden Brüder Friedhelm und Martin Wiesmann wollten ab 1993 offene Sportwagen mit Glasfaser-Karosserie auf die Räder stellen, die dem Image der deutschen Handwerkskunst alle Ehre machen sollten. Die mit Reihensechszylindern aus dem Hause BMW bestückten Zweitürer im Retro-Design sollten aber nicht nur qualitativ hochwertig, sondern auch agil sein. Um dies auch optisch zu verdeutlichen, wählte man eine kleine Echse als Markenlogo – die Autos sollten auf der Straße kleben wie Geckos an der Wand. Die Thiesen Hamburg GmbH bietet aktuell einen Wiesmann Roadster MF28 an, der in dieser Ausführung nur 47-mal gefertigt wurde. Unter der langen Haube werkelt das 193 PS starke Triebwerk des BMW 328i, das mit den 1.080 kg Leergewicht leichtes Spiel hat und in Kombination mit dem knackigen Fahrwerk für betont analogen Fahrspaß garantiert.


Der Jet-Age-Cousin des BMW 507
Der Werbegrafiker Harry Birdsall und sein Geschäftspartner Joe Mascari träumten 1953 von einem Luxus-Cabriolet, das allen Modellen aus Detroiter Serienfertigung die Schau stehlen sollte. Der ursprüngliche Entwurf stammte aus Birdsalls eigener Feder; sein Freund Albrecht von Goertz, der sich für die Design-Ikone BMW 507 verantwortlich zeichnet, verpasste diesem den letzten Schliff. Als technische Basis diente das Chassis eines 1953er Cadillac Series 62, das bei einem Händler abgebrannt war, samt dessen großvolumigen V8. Die Turiner Carrozzeria Motto formte daraus in 30-monatiger Handarbeit ein einzigartiges Aluminiumkleid, das anschließend mit dem Fahrgestell vermählt wurde. Das Endresultat wurde auf den Namen „Elegante“ getauft. Das US-amerikanische Auktionshaus Kruse bietet das aufwendig restaurierte Einzelstück – auch das hydraulisch versenkbare Hardtop funktioniert einwandfrei – im Rahmen seiner jährlichen „Auburn Auction“ vom 02. bis 05. September nun erstmals frei zum Verkauf an.
































