Direkt zum Inhalt

Magazin

5 Sammlerautos, die Sie diese Woche in Ihre Garage stellen sollten

Zwei Kohlefaser-Boliden, ein seltener italienischer Boulevard-Gleiter, ein vom Messestar zum Rennsportsieger emporgestiegener GT mit Transaxle-Antrieb und ein Ferrari V12 mit veritablen Shopping-Talenten sind die wie immer nicht alltäglichen Funde aus dem Classic-Driver-Markt.

 

Stealth-Bomber in Carbon

Schon der 675 LT war mit je 500 Coupés und Spidern eines der exklusivsten Modelle von McLaren. Der mit Verneigung vor dem F1 GTR Longtail von 1997 benannte „LT" kombinierte geringes Gewicht, maximalen Anpressdruck und galaktische Performance zu einem unvergleichlichen Fahrerlebnis. Die auf weltweit nur 25 Exemplare limitierte MSO Carbon Series des 675 LT trieb mit einem gegenüber dem Standardmodell nochmals 40 Prozent höheren Anteil an Kohlefaserteilen den Exklusivitätsfaktor dann noch weiter nach oben.

Dieses rechtsgelenkte Modell Baujahr 2017 aus erster Hand hat erst 1356 Kilometer auf der Uhr und ist dank der in Sichtkarbon ausgeführten Karosserieteile, bei denen die charakteristische Gewebestruktur in nahezu 3D-Optik durchscheint, ein absoluter Augenschmaus. Lediglich orangene Bremssättel kontrastieren mit der lupenreinen Stealth-Bomber-Optik dieser exklusivsten Inkarnation des modernen McLaren Longtails.

 

 

AUTO ANSEHEN

 

 


 

Bella Figura in Amerika

Die Lancia Aurelia in der Spider-America-Version gehört zu den Schönheitsköniginnen der 1950er-Jahre. Dieses 1955 neu zugelassene Exemplar mit britischer Besitzerhistorie ist eines von nur drei schwarzen Rechtslenkern und steht zusammen mit dem begehrten, von der Carrozzeria Fontana aus Padua gefertigten Aluminium-Hardtop zum Verkauf. Das Auto war fast 40 Jahre im Besitz seines bislang letzten Eigners, der die zwischenzeitlich rot lackierte Aurelia wieder auf die Originalfarbe zurücklackieren und anhand zeitgenössischer Fotos eine Nachbildung des Fontana-Hardtops anfertigen ließ. Zeitgleich erstrahlte das Interieur wieder im historisch korrekten Farbton Pastel Turquoise (Pasteltürkis). 2021 erfuhr auch der 118 PS starke V6-Motor – der erste in einem Serienmodell – eine Rundumauffrischung.

Mit nur 240 Einheiten (181 Links-, 59 Rechtslenker) ist der bei Pinin Farina gestylte Aurelia B24 Spider America eine absolute Rarität. Allein deshalb wird er bei allen Top-Events hochwillkommen sein – ebenso wie bei der jährlichen Retrospektive der Mille Miglia.

 

 

 

AUTO ANSEHEN


 

 

Vom Messestand auf die Rennpiste

Noch mit reichlich Audi-Genen markierte der 1975 eingeführte 924 die Geburt der neuen Porsche-Transaxle-Familie. Mit der Zeit stieg deren Testosteron-Spiegel so stark an, dass Porsche einen Start bei den 24 Stunden von Le Mans 1980 anpeilte. So entstand der 924 Carrera GT, von dem die Schwaben zwecks Erreichens der Homologation 400 Straßenversionen auf Kiel legten.

Im Vergleich zum Standard-924 Turbo legte der Carrera GT kräftig zu: 210 statt 170 PS, 150 Kilo weniger Gewicht (1000 kg), Spitze 240 km/h. Dazu dicke Kotflügelbacken für Felgen vom 930 Turbo. Das hier gezeigte Exemplar ist eines von 75 Rechtslenkern und stand 1980 auf dem Porsche-Stand der British Motor Show. Nach seiner Zeit als Presse- und Vorführwagen kam es sogar zu Rennsportehren und gewann 1982 das Finale zur britischen Sportwagen-Meisterschaft in Brands Hatch. Längst wieder in den Straßenzustand zurückversetzt, gefällt es heute mit seiner silbernen Metallic-Haut und mit schwarz-rotem Nadelstreifenstoff bezogenen Sportsitzen und Türtafeln.

 

 

AUTO ANSEHEN


 

Analoger Supersportwagen

Die 1999 von Lee Noble gegründete und nach ihm benannte Marke gehört zu jenen spezifisch englischen Manufakturen, die PS-starke Sportwagen an eine für solche Exoten empfängliche Klientel verkauften. Am Firmensitz Leicester entstand ab 2010 der Noble M600 in drei Versionen: als Standard-Modell mit Kunststoff-Karosserie, als CarbonSport mit Kohlefaser-Haut und als Speedster mit Targa-Dach. Vom CarbonSport baute Noble nur fünf Stück, was ihn zu einem der seltensten analogen Supersportwagen made in Britain stempelt.

Sein Herzstück ist ein ursprünglich von Yamaha für Volvo entwickelter Bi-Turbo-V8, der im Noble M600 aus 4,4 Liter Hubraum 672 PS schöpft und sie via Sechsganggetriebe von Graziano an die Hinterachse schickt. Dieser in Handarbeit aufgebaute Noble M600 CarbonSport wurde im Dezember 2012 ausgeliefert und seitdem über gut 31.000 Kilometer bewegt. Seine Karosserie aus Sichtkarbon und das schwarze Interieur werden durch limettengrüne Akzente stimmig aufgelockert. Der laut Werksangabe 360 km/h schnelle Nobel-Hobel steht nun bei der Octane Collection zum Verkauf.

 

 

AUTO ANSEHEN


 

 

Ferrari 599 GTB zum Shoppen

Der niederländische Designer Niels van Roij hatte schon immer ein Faible für jene Karosserieform, die die Briten Shooting Brake nennen. Seiner gekonnten Blechschere zum Opfer fielen bereits ein Ferrari 550 Maranello, ein Rolls-Royce Wraith und ein Corniche Coupé sowie – nun ganz aktuell – dieser zur „Daytona Shooting Brake Hommage" umgebaute Ferrari 599 GTB Fiorano. Als Vorbild diente van Roij dabei jener 1972 für einen amerikanischen Kunden über den US-Importeur Luigi Chinetti gebaute 365 GTB/4 Daytona Shooting Brake mit bei Panther Westwinds in England gefertigter Karosserie. Neben der markanten Frontmaske findet sich das spektakulärste Detail am Kamm-Heck: zwei elektrisch nach oben öffnende seitliche Glasflächen, während die große, senkrechte Heckscheibe feststehend bleibt.

Vom Spenderfahrzeug, einem 599 GTB Baujahr 2009, blieben am Ende neben der Mechanik (Frontmotor-V12) und dem Fahrwerk nur die Türen übrig. Wer mit diesem einzigartigen Ferrari zum nächsten Großeinkauf ausrücken will, sollte bei der Broad-Arrow-Zoute-Concours-Auktion am 9. Oktober in den Bieterprozess einsteigen.


 

AUTO ANSEHEN

 

 

Watch our latest YouTube videos