
British Motor Museum, Gaydon (Warwickshire)
Die weltweit größte Sammlung historischer britischer Automobile gewährt einen abwechslungsreichen und familienfreundlichen Einblick in den Aufstieg, den Niedergang und die Wiedergeburt der hiesigen Automobilindustrie – von der beliebten „Time Road" bis zur interaktiven Zone „Under the Skin". Der Jaguar-Bereich zeigt eine kleine Auswahl aus der rund 150 Fahrzeuge starken Sammlung des Jaguar Daimler Heritage Trust. Darunter der Le-Mans-Sieger XJR-9 von 1988 und der einzige existierende XJ13. Land-Rover-Freunde werden sich über einen kettengetriebenen LR „Cuthbertson", das Range Stormer Concept Car und Defender-Filmautos aus „Skyfall" (Bond) und „Tomb Raider" freuen. Im „Collections Centre" stehen rund 250 Fahrzeuge aus den Reservesammlungen des British Motor Industry Heritage Trust und des JDHT. Besucher erhalten hier die Möglichkeit, Restaurateuren bei der Arbeit über die Schulter zu gucken.

Brooklands Museum, Weybridge (Surrey)
Das Museum liegt auf dem Areal des 1907 als weltweit erste permanente Rennstrecke eröffneten Brooklands Motor Circuit. Es deckt mit über 50.000 Objekten, historischen Gebäuden, Oldtimern und Flugzeugen über ein Jahrhundert Automobil- und Luftfahrtgeschichte ab. Prunkstücke sind der von einem 24-Liter-Flugzeugmotor angetriebene Napier-Railton von 1924, mit dem John Cobb 1935 mit einem Schnitt von 231,4 km/h einen ewigen Rundenrekord aufstellte, und die erste in England gebaute Concorde, deren Cockpit und Kabine besichtigt werden können. An den ersten vor 100 Jahren hier ausgetragenen GP von Großbritannien erinnert am 8. August 2026 eine Parade von 100 Grand-Prix-Rennwagen aller Epochen. In einem zum Simulator umgebauten McLaren-Formel 1 kann man die historische Strecke virtuell befahren. Sie war für ihre holprigen Steilkurven berüchtigt und wurde nach dem Krieg nicht wiedereröffnet.

National Motor Museum, Beaulieu (Hampshire)
Das National Motor Museum wurde 1952 vom 3. Baron Montagu of Beaulieu im Herzen des New Forest Nationalparks als rein private Sammlung gegründet. Mit über 285 Fahrzeugen – von den frühesten motorisierten Pferdekutschen bis hin zu Formel-1-Wagen – gilt das 1972 neu und ab dann für die Öffentlichkeit zugängliche Areal als eines der bedeutendsten Automobilmuseen weltweit. Zu den vielen Highlights zählen Weltrekordjäger wie Bluebird, Golden Arrow und Sunbeam 1000 hp. Aber auch Film- und Fernsehautos wie Chitty Chitty Bang Bang, Mr. Beans Mini oder der „fliegende" Ford Anglia aus Harry Potter. Auf Motorsportfans wartet ein Mix aus Formel 1 und Rallyewagen, dazu Motorsport-Boliden des Gründungssponsors Ford, vom Sierra RS Cosworth bis zum GT40. Im März 2026 eröffnete der Bereich „Driven: Britain's Motoring Story" neu, als Teil eines 600.000 Pfund teuren Projekts, das der Eingangshalle ein neues Ambiente verlieh und auch eine vollständige Neugestaltung der oberen Galerien umfasste.

Aston Martin Heritage Trust, Drayton St Leonard (South Oxfordshire)
Dieses kleine, aber feine und etwas versteckt liegende Museum nutzt eine ursprünglich 1392 von den Mönchen der Dorchester Abbey errichtete Scheune, um seit Ende der 1990er-Jahre die über 110-jährige Geschichte von Aston Martin in einem 600 Jahre alten Fachwerkbau zu erzählen. Im Bestand befinden sich so unterschiedliche Modelle wie der A3 von 1921 – ältester noch existierender Aston Martin – Studien wie V8 Vantage Concept, der Gruppe-C-Prototyp Nimrod oder der witzige Cygnet V8 auf Basis Smart Fortwo. Aufgrund der begrenzten Fläche werden die Exponate regelmäßig neu gemischt. Das Museum bietet Führungen durch fachkundiges Personal. Eine Online-Voranmeldung (amht.org.uk) ist erforderlich, über die man einen anderthalbstündigen Slot bucht.

Silverstone Museum, Silverstone Circuit (Northamptonshire)
Das direkt am Haupteingang der Rennstrecke in einem restaurierten RAF-Hangar aus dem Zweiten Weltkrieg untergebrachte Museum nutzt die historische Struktur, um Silverstones Entwicklung vom Militärflugplatz zum „Home of British Motor Racing" darzustellen. Dabei setzen die Macher intensiv auf virtuelle Erlebniswelten. Neben 60 interaktiven Displays, an denen zum Beispiel Boxenstopps geübt werden, kann man einen state-of-the-art Rennsimulator mieten oder auf einer Slot-Racing-Bahn von Scalextric Silverstone per Joystick umrunden. „The Ultimate Lap" bietet ein 360-Grad-Kinoerlebnis, unterlegt mit O-Tönen legendärer Kommentatoren wie Murray Walker. In der Haupthalle ist Platz für eine regelmäßig neu zusammengestellte Fahrzeugsammlung – mit Formel-1-, Le-Mans- und Tourenwagen-Ikonen sowie historischen Rennwagen und Motorrädern von Sheene bis Rossi.

Haynes Motor Museum, Sparkford (Somerset)
Dieses Museum ist eines der größten seiner Art im UK und wurde 1985 von John Haynes, Gründer des Haynes-Verlags und Schöpfer der berühmten Haynes-Werkstatthandbücher, gegründet. Auf dem Gelände eines stillgelegten Sägewerks zeigt es heute über 400 Fahrzeuge. In mehr als 15 Ausstellungsbereichen kommen die Besucher in Kontakt mit zahlreichen Designikonen und technologischen Meilensteinen. Der „Rote Saal" beherbergt eine Galerie mit über 50 roten Sportwagen, bei „Ferrari: Der Mensch und die Maschine" spielt die Farbe Rot ebenfalls eine Hauptrolle, während „Amerikanische Träume" 100 Jahre US-Autogeschichte vorbeiziehen lässt. Auf Formel-1-Fans wartet eine Sammlung von Williams-Modellen, und die „Morris Story", untergebracht am Standort der ursprünglichen Haynes-Werkstatt von 1985, zeichnet die Geschichte von Morris Garages (MG) von ihren Anfängen im Jahr 1915 bis heute nach.

Jim Clark Motorsport Museum, Duns (Scottish Borders)
Dieses liebevoll kuratierte Museum bewahrt die Erinnerung an einen der größten Rennfahrer aller Zeiten: Jim Clark (1936–1968). Im Mittelpunkt stehen vier seiner denkwürdigsten Rennwagen: der Lotus 38, mit dem er 1965 das Indy 500 gewann, der Lotus 33, mit dem er im selben Jahr seinen zweiten Formel-1-Weltmeistertitel errang, ein Lotus 35 Formel 2 und der Lotus Cortina, den der Schotte so meisterhaft bei britischen Tourenwagen-Rennen bewegte. Ebenfalls ausgestellt sind Overalls, Rennhelme und rund 100 Trophäen. Auf dem 80 Kilometer langen „Jim Clark Trail" können Besucher in der reizvollen Landschaft der Scottish Borders und auf ruhigen Straßen Orte ansteuern, die eng mit Clarks Privat- und frühem Rennfahrerleben verbunden sind. Neben seinem Geburtsort und dem Familiensitz des Landwirts und Schafzüchters Clark auch zwei nach dem Krieg zu Rennstrecken umgewidmete Militärflugplätze, auf denen sich der junge Jimmy seine ersten Sporen verdiente.
Fotos: British Motor Museum, Brooklands Museum, National Motor Museum, Aston Martin Heritage Trust, Silverstone Museum, Haynes Motor Museum, Jim Clark Motorsport Museum










