Bei Duncan Hamilton ROFGO lebt man Geschichte und behält die Zukunft im Visier

Viel hat sich verändert, seit wir vor drei Jahren das letzte Mal Duncan Hamilton ROFGO in Hampshire besucht haben und Nick Maton und Jack Tetley die Verantwortung für das künftige Wachstum dieser legendären Firma haben. Wir haben auf einen Kaffee und ein Gespräch mit ihnen vorbeigeschaut.

Die modernen und dabei bescheidenen Gebäude verraten dem Besucher, der bei Duncan Hamilton ROFGO vorfährt, nichts. Aber sobald ich den Porsche 911 2,0 Liter Cup von 1965, den Ferrari 275 NART und den Peugeot 908 HDI FAP Le Mans erspähe, vom Sonnenschein umspielt, weiß ich, dass das heute ein guter Tag wird.

DH ROFGO teilt sich in drei Gebäude auf: einmal die Aufbewahrung, die legendäre ROFGO-Sammlung der Gulf-Rennwagen und schließlich den Verkaufsbereich mit einer atemberaubenden Auswahl an Rennwagen und Klassikern. Im Lagerbereich, umgeben von Autos in Privatbesitz, befindet sich der großartige John Wyer Gulf-Transporter, den ich zuletzt bei der Le Mans Classic gesehen habe. Er mag nicht das wertvollste Exponat der Sammlung sein, aber er zählt ohne Frage zu den coolsten Fahrzeugen, welche in Gulf-Farben gehüllt sind.
 
Obwohl es die Autos sind, die meine Aufmerksamkeit in Beschlag nehmen, bin ich natürlich hier, um mit Nick Maton und Jack Tetley die letzten Jahre Revue passieren zu lassen und mehr über ihre Pläne zu erfahren – jetzt, da die Welt sich in dieser neuen Normalität einzurichten beginnt...
 

Nick und Jack, ich freue mich, heute hier sein zu dürfen! Was ist aktuell bei euch los?

Jack: Nick und ich führen die Geschäfte der Firma seit 2017. Es gibt bei unseren Interessen zwar Berührungspunkte, aber Nicks Hauptinteresse gilt den klassischen Straßenwagen und Supersportwagen, vor allem Jaguar E-Type-Modelle, auf die wir uns spezialisiert haben. Ich konzentriere mich fast ausschließlich auf Rennwagen. Der historische Motorsport hat sich in kurzer Zeit so enorm entwickelt: der Professionalismus, die Werte und die Zahl der Veranstaltungen. Wir suchen andauernd in der ganzen Welt nach interessanten Rennwagen und arbeiten zusammen bei allen unseren Deals. Für 2022 planen wir sogar, beim Organisieren eines speziellen Rennens beteiligt zu sein. Mehr dazu bald!

 

Was sind für Sie die wesentlichen Veränderungen seit dem letzten Besuch von Classic Driver?

Nick: Andere in unserem Business sehen uns als führend im Verkauf von Rennwagen, das hat sich zu einem Schwerpunkt seit eurem letzten Besuch entwickelt. Wir bewegen uns zwar nicht aktiv weg von den Straßenwagen, aber es gibt auf der Motorsportseite so viel Wachstum und so viele tolle Menschen, die zu dieser Szene stoßen, dass wir es auch für uns attraktiv fanden. Die faszinierenden Geschichten rund um Rennwagen machen die Suche nach ihnen sowie ein neues Zuhause für sie zu finden, noch bereichernder. Es ist uns aber auch sehr wichtig, DHR als entspannenden und informellen Ort zu pflegen – wir wollen mit unseren Kunden lachen und plaudern, denn Rennen zu fahren und Autos zu kaufen, sollte Spaß machen. Und ein erfreulicher Nebeneffekt ist, dass sich der Markt auf eine gesunde Art und Weise in die richtige Richtung bewegt. Jack und ich sagen den neuen und den erfahrenen Kunden immer, dass sie aus Liebe kaufen sollten, denn wenn sie Liebe für das Auto empfinden, dann wird das auch bei einem der nächsten Käufer der Fall sein. Wir wollen, dass sie dieses Eigentum genießen, statt es als reines Asset zu betrachten.
 
Jack: Wir sind auf Rennwagen fokussiert, aber unsere Philosophie ist einfach und umfassend: Wenn das Auto cool ist und ein wunderschönes Exemplar, wenn es eine tolle Historie besitzt und in hohem Maße teilnahmeberechtigt ist, dann stellen wir es gern in den Showroom – egal, was der Wert ist. Ob es ein Werks-Mercedes C11 Gruppe C oder eine wirklich gute Continuation-FIA-Cobra mit der man überall starten kann ist, wir freuen uns darauf, einen neuen Besitzer zu finden. Dass das eine um Millionen mehr wert ist, spielt dabei keine Rolle – beide sehen und hören sich großartig an und schenken dem Besitzer auf unterschiedlichste Art ein riesiges Vergnügen. Wir verkaufen besonders gerne an Rennfahrer. Zu sehen, wie ein Auto, das man verkauft hat, kompromisslos gefahren wird, ist einfach umwerfend. Und man dieses Erlebnis mit dem Kunden im Paddock richtig genießen.

 

Ich liebe eure Einstellung! Ich finde, man kann bei Sammlern inzwischen beobachten, dass Autos und Sammlungen Spaß machen und ungehindert eingesetzt werden sollten. Seid ihr inzwischen auch bei mehr Events und Rennen dabei?

Jack: Ja, Rennen spielen eine größere Rolle – zum Beispiel die bekanntesten wie Goodwood Revival, Festival of Speed, Members´ Meeting und Speedweek. Wenn unsere eigenen Projekte abgeschlossen sind, dann sind wir bei Motor Racing Legends, Masters, Peter Auto und anderen dabei. Nebenan, in der ROFGO Racing-Werkstatt, haben die Kollegen Autos bei Events wie Monaco Historic, Le Mans Classic und in Goodwood am Start. Und wir sind bemüht, unseren Kollegen langsam einige sehr ausgesuchte Kunden zuzuführen. 
 
Nick: Wir haben auch einige andere In-house-Projekte wie der Prototyp des Schuppan 962-Straßenwagens, der aktuell bei ROFGO Racing restauriert wird. Dort werden die Autos nach modernen F1-Standards in jeder der Abteilungen vorbereitet. Es ist toll, dass wir diesen Service anbieten können, aber die Werkstatt ist nicht groß genug, um viele Kunden bedienen zu können, deswegen sind es hier nur wenige, vertraute Kunden, die wir bereits von der Verkaufsseite her kennen – sie werden von uns in die Rennsport-Werkstatt eingeführt. Wir befruchten uns alle gegenseitig, auch mit Venture Engineering, mit denen wir verbunden sind. Dort befinden sich einige der besten Engineering-Köpfe in unserem Land. Wir sind relativ stark im Rennsport involviert, aber das Geschäftliche steht bei uns aktuell im Fokus.
 

Dieser Raum ist fantastisch, allein schon die Details, Modelle, Bücher und Kunst. Ich könnte den ganzen Tag hier verbringen. Plant ihr auch mal Veranstaltungen?

Jack: Wir haben darüber geredet, eventuell etwas vormittags zu machen, Treffen unterschiedlicher Art, aber nicht wie eine Gala, denn das ist nicht unser Stil. Eher etwas Persönliches und Exklusives. Wir haben hier eine Privatsphäre. Wir lernen gerne Menschen etwas besser kennen, ehe wir alle Geheimtüren öffnen!

 

Finde ich auch. Es ist schön, wie sich diese Begeisterung entwickelt, wenn Menschen Fotos von einem Event sehen, der gerade stattgefunden hat. Nicht alle Autos, die ihr recherchiert habt, schaffen es auf die Website: Ihr wart auch an einigen hochkarätigen Off-Market-Verkäufen beteiligt. Was war denn in dem Bereich einige der größeren automobilen Stars?

Jack: Es waren einige im Lauf der letzten vier Jahre, aber ein paar dieser Star Cars waren für Nick und mich besonders wichtig, im Sinne der Befriedigung, der Jagd nach diesem Star und weil es für uns ein Gemeinschaftswerk war. 
 
Nick: Ja, der Miura über den Classic Driver kürzlich ausführlich berichtete und dann noch ein ganz spezieller Porsche 911. 
 
Jack: Wir fanden den Miura in Japan. Ich hatte ein zufälliges Gespräch mit jemand in Goodwood, der wusste, dass wir ein Sammlung silberfarbener Autos für einen Kunden zusammenstellen, und er sagte: „Ach, ich habe von diesem Miura in Japan gehört, er ist silbern.“ Ich: „Okay, lass uns mal die Fotos anschauen. Ein paar Nieten an ungewöhnlichen Stellen, Lufteinlässe, breite Reifen…es ist ein SVJ!  Genau der, der bei so vielen Begehrlichkeiten geweckt hatte. Jedenfalls folgten in den nächsten Wochen endlose Telefonate, aber endlich entdeckten wir den Eigner, ein Gentleman in Japan. Ungefähr 48 Stunden später: Flugticket nach Japan, erfolgreicher Abschluss.
 
Das war ein ganz außergewöhnlicher Deal. Es kann sich hier womöglich um den wertvollsten Lamborghini der Welt handeln. Wer weiß das schon? Er wurde letztes Jahr bei der Rétromobile auf dem Lamborghini-Stand enthüllt. Und jetzt residiert er bei einem wahren Lamborghini-Enthusiasten, der über dieses spezielle Modell unfassbar glücklich ist. 
 
Jack: Der 930 Turbo war auch ein sensationell cooler Deal – und wieder gab ein zufälliges Gespräch den Ausschlag. „Ach, da gibt es diesen Porsche, verborgen tief auf dem Land in der Schweiz, ein 930, der in Le Mans war.“ Am nächsten Tag saßen wir schon im Flugzeug. Es war der erste turbo-geladene Porsche, der in Le Mans siegte. Wir kauften das Auto von einem liebenswürdigen, sehr zurückgezogenen Schweizer. Das Auto war seit 1976 vor den Augen der Öffentlichkeit in einem kleinen Schweizer Dorf verborgen. Jetzt hat er eine neue Heimat bei einem tollen Kunden in Großbritannien.
 
Der Prozess, solche Autos ausfindig zu machen, ist etwas ganz Besonderes und sehr aufregend.
 

Wunderbar! Wenn das die letzten paar Jahre waren, wie sieht dann wohl eure Zukunft aus?

Nick: Zukünftig würden wir gerne mehr Rennen fahren und auch mehr Autos für Kunden vorbereiten. 
 
Jack: Unbedingt, wir wollen Menschen mehr geben, als nur Verkäufe und Ankäufe. Durch unsere engen Verbindungen mit ROFGO Racing und Venture Engineering wird das auch passieren. Wir würden gerne sehr behutsam und selektiv diesen Teil unseres Business expandieren, während zugleich unser Fokus weiter darin bestehen wird, auf der ganzen Welt nach außergewöhnlichen Rennwagen für unsere Kunden zu fahnden, die ihnen Vergnügen bereiten sollen.
 
Wir würden gerne wieder mehr reisen. In den letzten drei Jahren haben wir viel Zeit in Flugzeugen verbracht – dass wir mit diesen faszinierenden Autos zu Abschlüssen kamen, lag daran, dass wir eben kurzfristig einen Flug buchen konnten. Dennoch stehe ich morgens auf und bin auf unseren Alltag gespannt – man weiß nie in unserer Welt, wer an dem Tag im Büro anruft. 
 
Nick: Ich glaube, dass wir richtig Glück haben. Es ist keine lästige Pflicht, morgens zur Arbeit zu erscheinen, ganz sicher. Und die Zukunft ist für DHR vielversprechend.
 
Fotos: Drew Gibson 2021 ©

Dieser gesponserte Beitrag wurde produziert und veröffentlicht als Teil einer bezahlten Partnerschaft mit Duncan Hamilton ROFGO. Classic Driver ist nicht verantwortlich für den oben enthaltenen Inhalt sowie Informationen.