Triumph TT 600: Der Englische Patient

Mit der TT 600 kehrte die britische Traditionsmarke Triumph auf den US-Markt zurück – mit Erfolg, wie sich später zeigen sollte. Der im Jahr 2000 erstmals präsentierte 600-Kubik-Hobel sollte letztlich auch diesseits des Atlantiks viele Freunde finden – gleichzeitig aber auch viel Schelte ertragen.

Das Jahr 1988 war für Motorrad-Enthusiasten ein dunkles, denn Triumph meldete Konkurs an und es schien, als wäre dies das endgültige Aus einer Zweirad-Legende. Doch 1991 wurde in einer Nacht- und Nebel-Aktion der „Englische Patient“ wieder zum Leben erweckt. Im neugebauten Werk in Hinckley wurde die neue Modellpalette – vornehmlich mit Dreizylinder-Motoren ausgestattet – gefertigt. Die „Alte Dame“ war wieder da.

Triumph TT 600: Der Englische Patient Triumph TT 600: Der Englische Patient

Neun Jahre später stellte man die leichtgewichtige TT 600 vor. Es war der Versuch von Triumph, sich auch im harten Markt der 600-Kubik-Sportklasse Marktanteile zu sichern. Mit der TT 600 hatten die Briten erstmals einen – im eigenen Hause entwickelten – Reihenvierzylinder-Motor im Programm. Nicht nur das Antriebskonzept glich den erfolgreichen Mitbewerbern aus Nippon, auch bei Aufbau und Design orientierten sich die englischen Ingenieure an den hochtourigen Japan-Flitzern. Mit der Leistung des selbstgebauten Aggregats konnte die Entwicklungsabteilung von Triumph sehr zufrieden sein: Mit 110 PS bei 12.800 Umdrehungen bot der flotte Brite eine Menge Fahrspaß.

Doch die TT 600 hatte ein chronisches Leiden – die elektronische Einspritzung. Im Gegensatz zu den Mitbewerbern verzichtete man auf die herkömmliche Vergaserbefeuchtung. Das Einspritzsystem führte gerade in den unteren Drehzahlbereichen dazu, dass die generell sportliche TT etwas schwer in Fahrt kam. Ein Update des Steuerungssystems sorgte bei späteren Modellen für eine deutlich verbesserte Leistungskurve.

Triumph TT 600: Der Englische Patient

Heute sind die TT-600-Modelle der Nullerjahre beliebte Sammlerobjekte und aktuell zu recht vernünftigen Preisen zu bekommen. Der „Vierer“ von Triumph hat aufgrund seiner Bedeutung in der Firmengeschichte das Zeug zu einem „Future Classic“.
 

Weiterführende Links

Weitere Informationen über die hier gezeigte Triumph TT 600 finden Sie im Classic Driver Markplatz.

Der Englische Patient kommt im Rahmen der großen Bonhams-Motorradauktion in Stafford am 28. April zum Aufruf. Weitere Informationen zur Auktion erhalten Sie unter bonhams.com.



 


Fotos: Bonhams