Let it show!

Gelungener Saisonauftakt! Mit 33.589 Besuchern konnte die Ausgabe 2008 der Bremen Classic Motorshow das Ergebnis des Vorjahrs nochmals steigern. Vom 1. bis zum 3. Februar zeigte die Bremer Messe an der Bürgerweide sieben Hallen voller Klassiker. Raritäten, Skurriles und Rasantes war im Angebot: Die Sonderschau zu den Marken Panhard / Levassor bot Fotogelegenheiten für Jäger und Sammler. Freunde von Kuriositäten durften sich beispielsweise über alltägliche wie abnorme Kombiklassiker von Mercedes-Benz freuen. Gentlemen Driver quittierten die Anwesenheit von Blower Bentley und Bizzarini Stradale mit Anerkennung.

Das hat gezündet. Exakt 33.589 Besucher verzeichnete die Bremen Classic Motorshow am vergangenen Wochenende in den sieben Hallen der Messe Bremen - volle Hallen, volles Haus! „Damit haben wir unser Ziel erreicht, die Besucherzahlen wieder einmal zu steigern“, sagt Frank Ruge, Projektleiter der ersten Oldtimermesse. Händler wie Besucher zeigten sich gleichermaßen zufrieden mit Konzept, Angebot und Resonanz auf die nun sechste Ausgabe der nördlichsten überregionalen Klassikermesse in Deutschland.

„Buten un Binnen - Wagen un Winnen!“ sagen eingesessene Bremer Kaufleute gern, wenn man sie nach ihrem unternehmerischen Leitmotiv fragt. „Draußen und drinnen, wagen und gewinnen!“ Bremer Hanseaten gelten nicht von ungefähr als traditionsbewusst und wagemutig zugleich. Nichts anderes kann man auch Projektleiter Ruge von der Messe Bremen attestieren, der mit seinem Team die Bremen Classic Motorshow vor sechs Jahren aus der Taufe hob. Als erste Oldtimermesse des Jahres bereits Anfang Februar terminiert, schmunzelten zunächst manche über den nur scheinbar tollkühnen Wagemut der Bremer.

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Weit gefehlt. Die Bremen Classic Motorshow hat sich mittlerweile als feste Größe im Terminkalender vieler Fahrzeugliebhaber etabliert. Nicht nur in deutschen Zeitplanern: Insbesondere die diesjährige Messe fiel durch auffallend viele fremde Sprachen auf. Skandinavier, Niederländer und Briten reisten nach Bremen an, um hier den Saisonauftakt zu starten.

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Das hat Konzept, denn die Macher der Bremen Classic Motorshow setzen ganz bewußt auf Internationalität. So ist für die kommenden Jahre eine Kooperation mit der Auto e Moto d' epoca in Padua unter Dach und Fach und auch die Macher des legendären International Autojumble in Beaulieu sind für die zukünftigen Veranstaltungen mit im Boot. „Hier entsteht ein europäisches Netzwerk von Oldtimermessen- und Experten“, sagt Frank Ruge mit Blick auf die bereits bestehende Partnerschaft mit beispielsweise dem Automuseum in Mulhouse, das für die diesjährige Sonderschau Panhard / Levassor verantwortlich zeichnete.



Überhaupt - die Sonderschauen. Themenschwerpunkt der diesjährigen BCM: Frankreich. Im Bereich der Motorräder wurde ein spannender Querschnitt durch viele Marken der französischen Zweiradgeschichte gezeigt und auch bei den Automobilen drehte sich viel um das Nachbarland - hier staunten Besucher über Raritäten und optische Leckerbissen der Marke Panhard. Unter anderem über den P2D, das älteste mit Benzin betriebene noch fahrbereite Serienauto der Welt. Zudem glänzte in zartem Bleu in Halle 7 eine delikate Auswahl von Gordini-Automobilen auf einer Sonderfläche. Darunter die Formel 1-Wagen vom Typ 16 und 32 sowie die Le Mans erprobten Sportwagen vom Typ 8 und 20S. Wie schon bei der Bugatti-Ausstellung im vergangenen Jahr waren auch diesmal die meisten Panhard- und die Gordini-Exponate wiederum Leihgaben des Musée National de l´Automobile aus Mulhouse in Frankreich.

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Doch nicht nur interessierte „Sehleute“ kamen, sondern auch „Kaufleute“, was wiederum die Händler auf der Motorshow erfreute. Und die hatten einiges aufgefahren. Classic Driver Händler Thiesen KG präsentierte in seinem Parc Fermé eine besonders exklusive Auswahl absoluter Kostbarkeiten; allesamt käuflich inklusive dem beeindruckenden Bizzarini 5300 GT Stradale von 1966. Ein Auto in der Leistungsklasse des legendären Jaguars XJ 13.

Classic Driver Händler Steenbuck Automobiles war zwar in 2008 nicht mit einem eigenen Stand vertreten, dafür zeigte Jörg Steenbuck einen besonders knackigen Jaguar E-Type 2+2 beim Korrosionsspezialisten Timemax. „Dank einiger Optimierungen und besonders straffem Fahrwerk geht dieser E-Type beinahe so zackig wie ein Go-Kart.“ Beim XJ-Exponat daneben ging indes gar nichts mehr. Das Exponat mit Metallrestwert nach Überschlag diente den Besuchern als Anschauungsobjekt für Rostfraß. Die einst edle Katze schockte in mehrerlei Hinsicht nicht nur Briten-Fans.

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Nicht geschockt, dafür aber total erschöpft und dennoch zufrieden zeigte sich am Sonntagabend Classic Driver Händler Lutz Leberfinder vom Hamburger Morgan Park: „Die Resonanz auf unsere neuen Morgan-Klassiker war enorm. Unser Kalender ist mit Terminen für Probefahrten gut gefüllt.“ Wer auf der Messe keinen kurzfristigen Termin abbekommen hat, sollte direkt im Morgan Park anfragen oder kann schon einmal hier auf Classic Driver lesen, wie sich der Morgan Roadster fährt. Leberfinger zeigte ferner einen seltenen Morgan Aero 8 in Quartzblau. Die Achtzylinder Autos mit potenter BMW-Großserientechnik spielen in einer anderen Leistungsklasse als der Sechszylinder Roadster. Classic Driver hat auch den Morgan Aero 8 ausgiebig getestet.

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Zurück zur Messe. Wer es kleinteiliger liebte, stöberte im Teilemarkt. Manch ein Autoenthusiast gelangte so fast ungewollt in die Motorradhalle. Dort begeisterten in 2008 vor allem französische Motorräder. Hier erhielt die Messe Unterstützung vom VFV (Veteranen Fahrzeug Verband), einem privaten Sammler aus Frankreich und dem Saarländischen Zweiradmuseum. Das Ergebnis: Rund 30 Sahnestücke wie eine 250er MGC N3BR Rennmaschine von 1931, von deren Typ eine bereits im Guggenheim Museum in New York ausgestellt wurde sowie eine 350er Majestic Select / Cardan, Baujahr 1930, und eine Koehler Escoffier KE 500 / Mandoline von 1925.

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Wie immer spannend und sehenswert in Bremen: die bunte Clubszene, die mit pfiffigen und kreativen Ideen ihr Hobby präsentierte. „Unsere Vereine und Verbände haben bereits während der Messe viele neue Mitglieder gewinnen können“, berichtet auch Frank Ruge. Hier sei zu beobachten, dass immer mehr Oldtimerfans daran interessiert seien, gut vorbereitet in die Saison zu starten. „Die Messebesucher suchen nach Gleichgesinnten und guten Veranstaltungen.“

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Die Hamburger Macher von Prototyp stehen mittlerweile kurz vor Eröffnung ihres Themenspeichers in der Hamburger Hafencity. In Bremen zeigten Oliver Schmidt und Thomas König neue Exponate. Gerüchte munkeln zudem, dass auch in Bremen in der Überseestadt ein automobiles Zentrum für Fahrzeugklassiker entstehen soll. Ein regionaler Markt scheint vorhanden: Wer sich die Fahrzeuge hinter manch Bremer Kennzeichen anschaute, staunte nicht schlecht, was hier im Norden in den Garagen noch alles schlummert. Spätestens im nächsten Jahr sind diese Schätze wieder zu bestaunen. Das Datum für die siebte Bremen Classic Motorshow steht bereits fest. Sie findet vom 6. bis 8. Februar 2009 statt.

Text & Fotos: Mathias Paulokat


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