Was Sie bei der Art Basel 2018 nicht verpassen sollten

Vom 11. bis 17. Juni 2018 trifft sich die internationale Kunstszene zur Art Basel. Wir verraten, in diesem Jahr bei der wichtigsten Kunstmesse der Welt und den zahlreichen Satellitenveranstaltungen auf der „To Do“-Liste stehen sollte.

Für sechs Tage Zentrum des globalen Kunstmarkes

Die Sammler, Galeristen und Kuratoren, die schon am Montag vor der VIP-Preview mit ihren Netjet-Privatflugzeugen um den Basler Flughafen schwirren wie um einen Bienenstock, zieht es in den Hauptsektor der Messe in Halle 2, wo in diesem Jahr 290 Galerien aus 35 Ländern die modernen und zeitgenössischen Werke von rund 4.000 Künstlern zum Kauf anbieten. Und die Zeiten des großen Zauderns auf dem Kunstmarkt scheinen vorbei – allein im Mai hatte Sotheby’s einen Akt von Modigliani für 157 Millionen US-Dollar versteigert und Christie’s mit dem Verkauf der Privatkollektion von David und Peggy Rockefeller, in der sich auf Werke von Picasso und Matisse befanden, über 800 Millionen Dollar erzielt. Doch während die Schlüsselwerke der Moderne von Künstlern wie Calder, Rothko, Basquiat, Twombly und Warhol langsam immer schwerer zu finden sind, rücken neue Namen in den Fokus – etwa der afroamerikanische Künstler Kerry James Marshall, dessen Bilder bereits zweistellige Millionenbeträge erzielen. Man darf gespannt sein, welche Namen als nächstes in diese Regionen vorrücken werden. 

Größer, digitaler, interaktiver

Die bildgewaltigste (oder heißt es mittlerweile eher Instagram-tauglichste?) Kunst darf man auch in diesem Jahr bei der Art Unlimited erwarten. 72 großformatige Installationen, Skulpturen, Videoprojektionen, Monumentalgemälde und Fotoserien hat Stammkurator Gianni Jetzer vom Hirshhorn Museum in Washington zusammengetragen. Neben bekannten Künstlern wie Matthew Barney oder Jenny Holzer kann man hier auch viele Neuentdeckungen machen. Im Statements-Sektor, wo in diesem Jahr 18 neue Galerien ihre oft noch wenig bekannten Künstler vorstellen, kann man sich derweil von den neuen Möglichkeiten, die Roboter und Virtual Reality als künstlerische Ausdrucksformen bieten, überraschen lassen. Auch bei den traditionellen Nebenmessen der Art Basel wie der Liste, der Volta oder der Scope, präsentiert sich der Kunstmarkt von seiner kreativen, weniger durchkommerzialisieten und vor allem erschwinglichen Seite. Die Klassiker der Zukunft findet man hier.

Wer dem Formenflimmern für ein paar Stunden entfliehen will, kann beim Parcours rund um den Basler Münsterplatz 23 ortsspezifische Kunstwerke entdecken – wundern Sie sich also nicht, wenn aus einem Abwasserkanal plötzlich seltsame Töne dringen oder eine hockende Dame von einem (echten, nicht von Netjets gesponsorten) Bienenschwarm umkreist wird.

Gutes Design  

Wer sich für gutes Design begeistern kann, sollte freilich auch nicht die Basler Ausgabe der Design Miami verpassen, bei der 47 Galerien aus aller Welt ihre Möbel und Objekte präsentieren. Im Fokus steht in diesem Jahr das Designduo Les Lalanne, der japanische Gestalter Oki Sato, sein koreanischer Kollege Kwangho Lee sowie der Großmeister der brasilianischen Architekturmoderne, Oskar Niemeyer. Interessant dürfte auch die vom Fotografen François Halard kuratierte „Design at Large“-Installation im Eingang der Ausstellungshalle werden. Und auch für echte „Classic Driver“ gibt es einen Programmpunkt: Nach dem Erfolg von Kenny Schachters Automobil-Schau „Manual“ bei der Design Miami / Basel im vergangenen Jahr wird in diesem Jahr der Designer und Filmproduzent Stuart Parr einige Fahrzeuge aus seiner eindrucksvollen Sammlung klassischer italienischer Autos und Motorräder nach Basel bringen.

Gekommen um zu bleiben

Auch wenn die Hotelzimmerpreise während der Art Basel mitunter gefühlt den Wert der ausgestellten Kunstwerke übersteigen – eigentlich lohnt es sich, die ganze Woche in Basel zu bleiben: Denn auch die Museen der Region locken mit neuen, interessanten Ausstellungen. In der Fondation Beyeler, die demnächst von Peter Zumthor um einen Neubau erweitert werden soll, ist die Doppelschau „Bacon – Giacometti“ zu sehen. Am 12. Juni präsentiert zudem Diana Widmaier Picasso Schlüsselwerke aus der Blau-und-Rosafarbenen Periode ihres Großvaters. Im Vitra Design Museum wird derweil Ron Arad mit einer neuen Ausstellung gewürdigt. Zudem wird der Vitra Campus am 13. Juni um ein „Blockhaus“ des Künstlers Thomas Schütte und zwei Installationen der Designer Ronan & Erwan Bouroullec erweitert. Das Schaulager hat zudem eine umfassende Retrospektive von Bruce Nauman im Programm, die vom Kunstmuseum Basel ergänzt wird

Fotos: Art Basel / Design Miami / Fondation Beyeler / Vitra Design Museum

Alle Informationen zur Art Basel 2018 finden Sie hier.