Wie brutalistisch hätten Sie Ihren Espresso denn gerne?

Vor wenigen Jahren als graue Betonungetüme geschmäht, sind brutalistische Bauten momentan schwer en vogue. Das Designstudio Montaag aus dem amerikanischen Berkley hat nun sogar eine Kaffeemaschine entworfen, die an einen stalinistischen Sichtbetonpalast erinnert.

Das Barbican Centre in London, Le Corbusiers Kapitolkomplex im indischen Chandigarh, Marcel Breuers Museumsbau in der Upper East Side von New York – die Ikonen der brutalistischen Architektur-Epoche werden von der Großzahl der Bevölkerung als unschöhe Relikte der Nachkriegszeit betrachtet.  Und doch – oder gerade deshalb – haben die hermetischen, oftmals von Wind und Wetter gezeichneten, an ramponierte Raumschiffe erinnernden Betonkonstruktionen eine stetig wachsende Fangemeinde. Es gibt brutalistische Sightseeing-Touren, Reiseführer, den absurd-faszinierenden Science-Fiction-Film „High-Rise“ – und vielleicht auch bald eine Espressomaschine aus Sichtbeton, an der sich Design-Jünger ihre morgentliche Koffein-Infusion zubereiten können. Vier Jahre lang hat das Team des Designstudios Montaag in Berkley an ihrer Kaffeemaschine AnZa gearbeitet, ab August soll die Produktion via Crowdfunding ermöglicht werden. Bei Selfridges in London ist zudem ein Prototyp live zu bewundern. 

Fotos: Montaag