Chevrolet Corvette Sting Ray Coupé: Eine amerikanische Ikone

Die zweite Generation der Chevrolet Corvette zeigte Muskeln und zeitgeistige Aerodynamik. Kein Zweifel, der amerikanische Sportwagen-Standard machte nun sichtlich Ernst. Und bereitete dennoch viel Fahrspaß: 300 PS aus einem 5,4-Liter V8 sorgten für reichlich Blubbern, Dampf und qualmende Reifen.

In den 1960er Jahren neigte sich das bei den Amerikanern ehemals so beliebte "Juke Box"-Design seinem Ende zu. Gefragt waren nun mehr Linie, scharfe Kanten und Anleihen aus der Aeronautik – nicht ohne dabei allerdings das Muskelspiel im Blech zu vernachlässigen. Die Corvette C1 hatte 1962 bei Chevrolet ausgedient. Es folgte die zweite Generation, kurz C2 tituliert, und die zeigte klare Kante und eine umlaufende Falz auf Taillenhöhe. Darunter klare Sachlichkeit. Darüber durften sich die Radhäuser aus der Kunststoff-Karosserie arbeiten. Bill Mitchell und Larry Shinoda waren für dieses markige Design verantwortlich.
 

Chevrolet Corvette Sting Ray Coupé: Eine amerikanische Ikone
Chevrolet Corvette Sting Ray Coupé: Eine amerikanische Ikone Chevrolet Corvette Sting Ray Coupé: Eine amerikanische Ikone

Und sie gingen es durchaus gewagt an. Im Einführungsjahr 1963 war das Coupé der Corvette nur mit dem sogenannten Split Window erhältlich – einem zweigeteilten Heckfenster, welches den cockpithaften Eindruck der Fahrerkanzel unterstrich. In der Heckansicht war dies zudem ein untrügliches Erkennungsmerkmal. In der Front waren Doppelscheinwerfer mit Klappmechanik verbaut. Räder im Turbinenstil betonten die technisch kraftvolle Note. Dieser Charakterzug setzte sich auch unter der Haube fort. Der klassische V8-Motor mit obenliegenden Nockenwellen brachte es auf bis zu 300 PS Leistung, geschöpft aus 5,4 Liter Hubraum.
 

Chevrolet Corvette Sting Ray Coupé: Eine amerikanische Ikone
Chevrolet Corvette Sting Ray Coupé: Eine amerikanische Ikone Chevrolet Corvette Sting Ray Coupé: Eine amerikanische Ikone

Das war soviel Punch, dass man es zunächst bei der Powerglide-Automatik mit zwei Gängen beließ. Das Fahrwerk hatte nun eine unabhängigere Federung, was den Gesamtcharakter von „Cruiser“ auf „ernsthaften Sportwagen“ verlagerte. Obschon waren hinten unverändert Blattfedern verbaut und wer verzögern wollte oder musste, tat dies - amerikanisch grobschlächtig – mit vier hydraulich angesteuerten Trommelbremsen.

Chevrolet Corvette Sting Ray Coupé: Eine amerikanische Ikone

Erst ein Jahr später erhielt das Coupé der Chevrolet Corvette eine durchgehende Heckscheibe. Fortan hießen die Modelle Sting Ray. Sie hielten sich bis 1968 im Programm und erfuhren ihre Ablösung durch die Generation C3 im legendären Coke-Bottle Design. Das hier gezeigte Fahrzeug ist nicht nur aufgrund seiner „Split Window“-Konfiguration besonders. Es ist eines von 1.505 Exemplaren mit 300 PS Leistung und eines von 274 Exemplaren mit werksseitig verbauter Klimaanlage. Dazu gibt es Servolenkung, Servo-Bremsen, Sitzgurte, getönte Scheiben und ein Radio mit AM-Frequenz. Wichtiger noch sind die Kelsey-Hayes Aluminiumfelgen im Turbinendesign. Die Preise für ein Exemplar im Zustand 2 notieren derzeit bei rund 60.000 Euro. Das hier gezeigte Fahrzeug wird von RM Auctions aufgrund hoher Authentizität und Originalität aus der Sammlung von John Staluppi auf rund 80.000 Euro geschätzt. Am 1. Dezember fällt der Hammer und wir werden wissen, wie die „Split Window“ -Variante derzeit in der Käufergunst steht.
 


Fotos: [email protected] ©2012 Courtesy of RM Auctions

 

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Weitere Informationen zur Versteigerung der John-Staluppi-Collection am 1. Dezember 2012 durch RM Autions erhalten Sie unter www.rmauctions.com.