Verkauft für eine Million Euro - De Tomaso bald "Made in China"?

Die italienische Marke De Tomaso, die legendäre Modelle wie Mangusta und Pantera hervorgebracht hat, hat für nur eine Millionen Euro den Besitzer gewechselt. Den Zuschlag erhielt eine chinesische Holding, die künftig auch in der Volksrepublik produzieren möchte.

Wie auf der Website der angesehenen italienischen Tageszeitung „La Repubblica” berichtet wurde, plant die chinesische Holding Consolidated Ideal TeamVenture als neue Besitzerin der großen Marke De Tomaso die Produktion nach China zu verlagern. Damit wären in Turin 900 mögliche Arbeitsplätze in Gefahr - und das zu einem Zeitpunkt, an dem eine Reihe von neuen Modellen wie beispielsweise der De Tomaso Deauville Crossover kurz vor Produktionsanlauf stehen. Ein großer Teil der Belegschaft des Herstellers ist seit der Insolvenz 2012 ohne Arbeit - ein Umstand, der in den italienischen Medien immer wieder heftig kritisiert wurde. Die Nachricht über den jüngsten Deal in Höhe von 1,05 Millionen Euro folgte nur wenige Wochen nachdem bekannt geworden war, dass ein Angebot für die doppelte Summe sowie den Erhalt vieler italienischer Arbeitsplätze vorlag. Angeblich soll der ursprüngliche Interessent L3 Holdings nicht in der Lage gewesen sein, den finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.

Im Jahr 1959 von dem argentinisch-stämmigen Alejandro De Tomaso gegründet, erlebte das Unternehmen eine wechselvolle Geschichte. So waren Maserati wie auch die Motorrad-Marke Moto Guzzi zwanzig Jahre lang, bis in die frühen neunziger Jahre, Teil von De Tomaso. Vor sechs Jahren stand das Unternehmen schon einmal vor der Abwicklung, wurde aber dann von dem Fiat-Manager Gian Mario Rossignolo gekauft. Seit 2012 blickte De Tomaso wieder in eine ungewisse Zukunft, nachdem Rossignolo wegen Missbrauchs von staatlichen Geldern festgenommen worden war. 

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