Porsche 911 Turbo 3,3: Geschlossenes Hochdruckgebiet

Es gibt Kombinationen, die sind einfach zeitlos. Und damit meinen wir nicht die Schlaghose und das Blümchenhemd, sondern vielmehr ein dunkelgrünes Paintwork und eine Tabak farbene Ledergarnitur. Zu sehen in dem Sportwagen der späten 70er, dem Porsche 911 Turbo.

 

Wir hätten diesen Artikel beginnen können, indem wir von den 300 PS schwärmen, der brutalen Beschleunigung aus dem endlos erscheinenden Turboloch und dem ewig knorpeligen Vierganggetriebe. Doch diese Mühe haben uns zahllose Chronisten zuvor abgenommen. Wer diesen Porsche 911 Turbo aus dem Jahr 1978 das erste Mal erblickt, den faszinieren andere Dinge. Aus dem einstigen Brutalo auf der Piste ist mit den Jahrzehnten ein gesetzterer Herr geworden, der sein oakgrünes Blechkleid schützend wie einen guten Lodenmantel über das Tabakbraune Leder legt. Kein „Rührmichnichtan“, sondern vielmehr einer, der in der Jugend gelernt hat zuzupacken, es aber mit der Würde des Alters nicht mehr nötig hat. Man weiß, wer er ist und man hat Erfurcht vor soviel Präsenz auf der Straße. Da müssen Audi R8 und Co. erst einmal hinkommen.

 

Porsche 911 Turbo 3,3: Geschlossenes Hochdruckgebiet
Porsche 911 Turbo 3,3: Geschlossenes Hochdruckgebiet Porsche 911 Turbo 3,3: Geschlossenes Hochdruckgebiet

Dennoch sind seine inneren Werte die gleichen wie bei seinem Debüt vor über 30 Jahren: 3,3 Liter Boxermotor mit Turboaufladung und Ladeluftkühlung, gepaart mit einem Vierganggetriebe und einer Prise Elektronik für Zündung und Einspritzung. Mehr brauchte es anno 1980 nicht, um auf der linken Spur, nachts zwischen Hamburg und München, festzustellen, dass einfache H4-Scheinwerferbirnen ab Tempo 240 ein Fall für den Mülleimer sind.

 

 

Porsche 911 Turbo 3,3: Geschlossenes Hochdruckgebiet
Porsche 911 Turbo 3,3: Geschlossenes Hochdruckgebiet Porsche 911 Turbo 3,3: Geschlossenes Hochdruckgebiet

Im Innern bietet der 911 Turbo den gleichen Komfort, wie seine schwächeren Brüder, doch machen die Kleinigkeiten, wie die Ladedruckanzeige oder die mit einem „turbo-“ Schriftzug versehenen Rückseiten der hinteren Sitzlehnen, den Unterschied aus. Dazu dieses edle Braun der typischen Porsche-Sportsitze. Eine Farbe, die derzeit im Automobilbau eine echte Renaissance erlebt und auf gediegene Art und Weise einen Autoinnenraum adelt. Dass die Bezüge sich nach so langer Zeit immer noch wie ein Handschuh an den Körper des Fahrers schmiegen, spricht für die Qualität und den pfleglichen Umgang mit Zuffenhausener.

 

 

Porsche 911 Turbo 3,3: Geschlossenes Hochdruckgebiet
Porsche 911 Turbo 3,3: Geschlossenes Hochdruckgebiet Porsche 911 Turbo 3,3: Geschlossenes Hochdruckgebiet

Angesichts der niedrigen Laufleistung des hier vorgestellten Exemplars von lediglich 70.000 Kilometer ist ein derartiger Zustand zwar nicht verwunderlich, selbstverständlich ist er jedoch nicht. Diesen 911 Turbo zu testen, überlassen wir jedoch gerne dem Interessenten – denn wie eingangs erwähnt: Wir wollten ja nicht über die Fahrleistungen sprechen.

 

 

Weiterführende Links

Den Porsche 911 3,3 Turbo finden Sie im Angebot von Dr. Georg Konradsheim.

Moderne und klassische Porsche 911 Turbo finden Sie im Classic Driver Marktplatz.

 

 

Fotos: Dr. Georg Konradsheim