

Nur wenige Autos verkörpern La Dolce Vita so authentisch wie der offene Alfa Romeo Spider. Die schnittigen Zweisitzer, die in den Ateliers von Pininfarina entworfen wurden, stehen heute ebenso wie die berühmte Kulinarik und die Mailänder Mode symbolisch für die Kultur Italiens. Erblickt man heutzutage einen Duetto im Straßenverkehr, möchte man am liebsten selbst hinter das hölzerne Lenkrad schlüpfen. Mit Fahrerhandschuhen und einer eleganten Begleitung, stilecht mit großer Sonnenbrille und wehendem Kopftuch, die kurvigen Küstenstraßen der Amalfiküste entlangzugleiten, bleibt der ultimative Traum, und zwar nicht nur für eingefleischte Alfisti.


Die Präsentation des ersten Spiders jährt sich in diesem Frühjahr zum sechzigsten Mal, was Pininfarina dazu veranlasste, historische Polaroids, Designskizzen und Miniaturmodelle aus der Frühzeit dieser Ikone zu veröffentlichen. Er war das letzte Werk des Firmengründers Battista „Pinin“ Farina, der den Wagen in enger Zusammenarbeit mit seinen damaligen Top-Designern Aldo Brovarone und Franco Martinengo entwarf. Die ikonische Form basierte dabei maßgeblich auf der aerodynamischen „Superflow“-Studienreihe der Fünfzigerjahre.


Wie der Lamborghini Miura, ein anderes automobiles Geburtstagskind aus Italien, erblickte der Duetto im März 1966 auf dem Genfer Autosalon das Licht der Welt. Seine geradlinige und auf eine optimale Aerodynamik getrimmte Linienführung mit den charakteristischen Scheinwerferabdeckungen und dem Rundheck erwärmte sofort die Herzen der Besucher. Der Zweisitzer sah aber nicht nur hinreißend aus, sondern war dank seiner engen technischen Verwandtschaft zur Giulia auch ein echter Fahrspaßgarant. Das knackige Fahrwerk traf auf eine direkte Lenkung und Alfas temperamentvollen Twin Cam Vierzylinder.


Kurz nach seiner Weltpremiere verschiffte Alfa Romeo drei Exemplare auf einem Luxusdampfer nach New York. Im Rahmen einer glamourösen Party auf dem Deck der Raffaello wurde der Neuling dem dortigen Publikum vorgestellt. Die Italiener sahen für das Cabriolet auf dem US-Markt ein großes kommerzielles Potenzial. Kompakte Sportwagen aus Europa waren dort in der zweiten Hälfte der Sechzigerjahre der letzte Schrei. Und tatsächlich war der erste Alfa Spider auf der anderen Seite des Atlantiks ein großer Erfolg. Dabei dürfte auch geholfen haben, dass er schon ein Jahr nach seinem Debüt in einem legendären Hollywood Blockbuster über die Leinwand flimmerte. Dustin Hoffman war in einem roten Exemplar fast den ganzen Film über unterwegs. Der Image Boost war so groß, dass Alfa in den Achtzigern sogar ein Sondermodell des Spiders „The Graduate“ nannte.
Archivmaterial: Pininfarina Historical Archive, Museo Alfa Romeo.



































