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Kommt so die Alfa Romeo Giulia der Zukunft?

Zehn Jahre nach dem Debüt der Alfa Romeo Giulia gibt die neue Designstudie Cuorerosso auf dem Pariser Autosalon einen spannenden Ausblick auf eine mögliche Zukunft der Sportlimousine. Mit einer V6-Option und historisch inspirierten Details dürfte sie die Herzen vieler Alfisti höherschlagen lassen.

 

Die aktuelle Alfa Romeo Giulia, allen voran die Performance-Variante QV, deren 520 PS starker V6 Ferrari-DNA in sich trägt, gehört auch eine Dekade nach ihrem Debüt immer noch zu den emotionalsten und fahraktivsten Sportlimousinen auf dem Markt. Nach seiner ungewöhnlich langen Karriere wirkt das Modell mittlerweile aber doch etwas angegraut. Pünktlich zum zehnten Jubiläum der noch aktuellen Generation enthüllt die Stellantis-Tochter jetzt auf dem Pariser Autosalon (12. bis 18. Oktober 2026) die Designstudie Cuorerosso, auf Deutsch „rotes Herz“, die sich ausdrücklich zur reichen Historie der Marke bekennt.

Der Name des Concept Cars passt wie die Faust aufs Auge – nicht nur wegen der konsequent in dem neuen Ton „Liquid Ink Red“ gehaltenen Farbgebung, sondern auch, weil die Linienführung ganz klar in der hochemotionalen Tradition des „Cuore Sportivo“ steht. Details wie die gegenläufig öffnenden Türen mögen zwar klassische Studien-Gimmicks sein, die es letztlich nicht in die Serie schaffen dürften. Ansonsten kann man die dynamisch gezeichnete Limousine aber durchaus als einen konkreten Ausblick auf eine Giulia-Nachfolgerin werten.

 

An der Front scheint eher Evolution als Revolution angesagt zu sein. Die Designer haben das Gesicht der immer noch eleganten Limousine dezent modernisiert – die Motorhaube ist mit ihrem zugespitzten V deutlich stärker ausgeformt, während die mit moderner Lichttechnik ausgestatteten Scheinwerfer noch einmal eine Spur grimmiger dreinblicken. Im „Scudetto“ genannten typischen Grill ist wie bei Alfas Einstiegsmodell Junior das Markenlogo integriert. Am Heck geht Alfa Romeo dagegen neue Wege: Runde Rückleuchten, denen ein an heruntergezogene Augenbrauen erinnernder Blechfalz im Kofferraumdeckel einen aggressiven Look gibt, lassen den Cuorerosso auch von hinten angriffslustig wirken.

Der sportliche Charakter zeigt sich auch im Innenraum – vier ergonomisch geformte Halbschalensitze sorgen für ordentlich Seitenhalt, während die Form des Armaturenträgers eine Hommage an den Kleinserien-Supersportler Alfa Romeo 33 Stradale sowie dessen historisches Vorbild aus den späten 1960er-Jahren darstellt. Im Zentrum steht ein großes digitales Rundinstrument, welches das markentypische Teleskopdesign neu interpretiert.

 

Auch an anderen Stellen mangelt es nicht an historisch inspirierten Details. Da wären die üppig dimensionierten Leichtmetallräder, die das Telefonwählscheiben-Thema wieder aufgreifen, das vor rund 60 Jahren mit dem 33 Stradale debütierte. Die Designer sind nach der Philosophie der „Bellezza Necessaria“ – der „Schönheit des Notwendigen“ – vorgegangen. Für ein Concept Car fällt vor allem das Exterieurdesign vergleichsweise schnörkellos aus.

Trotzdem handelt es sich bei dem Auto um ein reines Designobjekt; konkrete technische Daten nennen die Italiener nicht. Alfa Romeo betont aber, dass es sich bei der technischen Basis um eine Multi-Energy-Plattform handelt, die unter anderem auch den altbekannten V6 der aktuellen Giulia QV in einer überarbeiteten Form aufnehmen kann. Fans des „Cuore Sportivo“ können also aufatmen, auch wenn zusätzliche Hybrid- und Plug-in-Hybridantriebe bei einer etwaigen Serienversion den Flottenverbrauch drücken dürften. Alfa verliert sich auch ansonsten nicht in Nostalgie, sondern setzt auf moderne Technik wie Steer-by-Wire, bei dem es keine mechanische Verbindung mehr zwischen dem Lenkrad und den Vorderrädern gibt, sowie auf eine Keramikbremsanlage und ein sportlich abgestimmtes Luftfahrwerk.

 

Einen konkreten Zeitplan für die Einführung einer Giulia-Nachfolgerin hat der Hersteller zwar noch nicht kommuniziert, allzu lange dürften Alfisti aber nicht mehr auf sie warten müssen – die Produktion des aktuellen Modells soll nämlich Ende nächsten Jahres auslaufen.

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