Ist dieser Martini-Mustang das coolste Pferd im Wilden Westen?

Aufgrund einer zufälligen Begegnung zwischen Entscheidern bei Ford und Martini & Rossi im Jahr 1965 entstand dieser Rallye-Mustang im Martini-Dress, der von einem Ford-Lotus Indy 500 Motor angetrieben wurde. Das Auto sollte im europäischen Motorsport antreten und dabei das Serienauto promoten...

Zugegeben, an dieser kleinen romantischen Einleitung ist (fast) nichts wahr. Sie dient lediglich als Beweis für die akribische Recherche und Liebe zum Detail, die diesen Custom-Mustang (das ein wenig an die Kreationen von Singer und Magnus Walker erinnert) so überzeugend macht. Und auch wenn unsere kleine Geschichte frei erfunden ist, braucht ein Projekt wie dieses doch genau so ein herzerwärmendes Märchen, um Erfolg zu haben.

Mach es einfach, mach es leicht

Hinter dem Projekt stehen Steve Strope und sein Team von Pure Vision Design aus Kalifornien, die den Martini-Mustang im letzten Jahr für die US-Messe SEMA realisiert haben. Ganz nach dem Lotus-Prinzip „Mach es einfach, mach es leicht!“ kommen beim 1966er Fastback Karosserieteile aus glasfaserverstärktem Kunststoff sowie Leichtbaukomponenten wie ein nur 28 Kilogramm schweres Getriebe zum Einsatz. Angetrieben wird der Mustang von einem circa-1966er Ford-Lotus Indy Motor – die vielleicht ungewöhnlichste Motorisierung für einen „Stang“, von der wir je gehört haben. Es ist die gleiche Maschine, mit der Jim Clark die Indy 500 im Jahr 1965 gewann – wenngleich beim hier gezeigten Exemplar eine kleine Leistungssteigerung hinzugefügt wurde.

Der Teufel liegt im Detail

Es sind die kosmetischen Details, die diesen Mustang innen wie außen so herausragen lassen: wie etwa die einmaligen Vierspeichenräder im Lotus-Ford-Indy-Design und das spartanisch-cleane Interieur im Stil damaliger Rallyewagen – inklusive Karten-Leselampe und Stoppuhren. Wir persönlich schätzen besonders die Tatsache, dass die Instrumente deutschsprachig gehalten sind. Denn dieser Mustang ist im übertragenden Sinn ein deutsches Exportmodell (T-5) – also wäre es korrekt so gewesen, hätte die Geschichte gestimmt.

Laute, schnelle Kunst

Das beinah übertriebene Streben nach Authentizität hört dort auf, wo das Auge nicht hinsieht: Unter dem Kleid befinden sich moderne mechanische Komponenten, wie etwa die Radaufhängung oder die leistungsstarken Bremsen. Dadurch ist der Mustang so fahrbar wie ein moderner Sportwagen – und auch komfortabler als ein Sportwagen dieser Generation.

Steve Strope beschreibt seine Vision eines kompetitiven Mustang so: „Es ist laute und schnelle Kunst, die hätte wahr sein sollen und können.“ Puristen mag das Martini-Livree widerstreben (obwohl es doch dezent gehalten ist), doch die Liebe zum Detail und Zeit, die für dieses Projekt investiert wurde, dürfte selbst strenge Kritiker gnädig stimmen. Für das 50. Jubiläum des Mustangs in diesem Jahr können wir uns jedenfalls kaum eine überzeugendere Widmung vorstellen.

Fotos: Drew Phillips

Klassische Ford Mustang zum Verkauf finden Sie im Classic Driver Markt.