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Ist dieser Isdera Imperator der Mercedes-Benz 300 SL einer neuen Ära?

Dieser Isdera Imperator mit Mercedes-V8 war zu seiner Zeit ein Supercar für Individualisten. Klappscheinwerfer und fest integrierte Sidepipes machten die zweite Serie noch ein Stück spektakulärer. Eines von nur 13 gebauten Exemplaren wird am 27. Februar 2026 von RM Sotheby's in Miami versteigert.

Ein retrofuturistischer Achtzigerjahre-Keil mit nach-oben-öffnenden Türen, meist in Silber ausgeliefert und angetrieben von einem Großserienmotor eines Massenherstellers – nein, wir sprechen natürlich nicht vom DeLorean DMC-12, sondern von einem echten Sportwagen: dem Isdera Imperator 108i, der sowohl deutlich dynamischer als auch exklusiver ist. Eberhard Schulz, Gründer des kleinen Herstellers und Ingenieurbüros, platzierte kultivierte und kraftvolle V8-Motoren von Mercedes-Benz, später auch von AMG, hinter den Rücksitzen seines kantigen 300-SL-Hommage, eine weit bessere Wahl als DeLoreans asthmatischer PRV-Sechszylinder, der nicht gerade für seine Laufruhe bekannt ist. Nicht nur der Motor, sondern das gesamte Fahrzeug ist deutlich exklusiver als der Star aus der "Zurück in die Zukunft"-Trilogie. Nur 30 Imperator 108i wurden zwischen 1984 und 2001 gebaut.

Die wenigen gebauten Exemplare unterscheiden sich auch abseits der Motorisierung teilweise stark voneinander. RM Sotheby's versteigert dieses beeindruckende Fahrzeug im Rahmen ihres jährlichen Miami Sales am 27. Februar 2026. Dieser Imperator wurde 1991 fertiggestellt und gehört damit zu den 13 Exemplaren der Serie 2. Gleichzeitig ist er eins von nur fünf als Linkslenker ausgelieferten Serie 2-Coupés. Letztere ist anhand ihrer Klappscheinwerfer und den in die rechte Flanke integrierten Doppelauspuffrohren erkennbar. Das angebotene Fahrzeug, neu nach Japan ausgeliefert und mit aktuell 2.218 Kilometern auf dem Tacho, wird auf einen Verkaufspreis zwischen 650.000 und 850.000 US-Dollar geschätzt.

Die von der ersten S-Klasse-Generation W116 übernommenen Rückleuchten und der 5.0-Schriftzug in der typischen Mercedes-Font deuten schon von außen darauf hin, dass Isdera auf schwäbische Ingenieurskunst und große Motoren aus Stuttgart setzte. Nicht überraschend, wenn man bedenkt, dass Eberhard Schulz' Karriere 1971 als Ingenieur bei Porsche begann. Obwohl er sein Maschinenbau-Studium nicht abgeschlossen hatte, bekam er diesen prestigeträchtigen Job, weil er das Management des Sportwagen-Herstellers mit seinem selbstgebauten Supercar, dem Erator GTE, beeindruckte, der eine Höchstgeschwindigkeit von 315 km/h erreicht haben soll. Schon seine erste Kreation, die angeblich schneller als ein Lamborghini Miura oder Ford GT40 war, wurde 1969 von einem potenten Mercedes-V8 angetrieben. Schulz soll das Fahrzeug auch dem weltältesten Automobilhersteller präsentiert haben, doch Mercedes-Benz bot ihm im Gegensatz zu den Kollegen aus Zuffenhausen keinen Job an.

Aus heutiger Sicht war das eine verpasste Gelegenheit. Nach der Gründung seiner eigenen Firma Isdera Anfang der Achtziger war seine berühmteste Kreation, der Imperator 108i, eines der schnellsten Sport-Coupés seiner Zeit, das gleichzeitig seiner Zeit optisch und technisch ein Stück voraus war. Die Kombination aus Doppelquerlenkern vorne und oberen sowie unteren Querlenkern hinten war in der Sportwagen-Welt der Achtziger keineswegs Standard, schon gar nicht bei kleinen Herstellern wie Isdera.

Dieses Serie-2-Exemplar wird vom Mercedes-M119-V8 mit 32 Ventilen und Aluminiumblock angetrieben, der ab 1989 im R129 SL zum Einsatz kam und später auch im W140 S-Klasse sowie der W210 E-Klasse seinen Dienst verrichtete. 300 PS sind für ein Supercar selbst nach den Maßstäben der frühen Neunzigerjahre nicht überwältigend, doch dank seines Rohrrahmens und der spektakulären GFK-Karosserie war der Imperator vergleichsweise leicht und für die damaligen Verhältnisse flott. In Kombination mit einem manuellen Fünfganggetriebe von ZF schafft diese Version den Sprint von 0 auf 100 laut Isdera in 5,1 Sekunden. Das zweisitzige Mittelmotor-Coupé soll erst bei über 280 km/h die Segel streichen.

Dank dieser Fahrleistungen gehörte der Imperator zu den Spitzensportlern seiner Zeit. Kombiniert mit dem auffälligen Äußeren, das weitgehend vom spektakulären Mercedes-CW-311-Konzept von 1978 übernommen wurde, realisiert von Schulz in Zusammenarbeit mit Rainer Buchmann (B+B), war das Modell in den Achtzigern und frühen Neunzigern nicht nur absoluten Kennern bekannt. Es zierte als Poster die Kinderzimmer von so manchem Teenager, der den Lamborghini Countach oder Ferrari Testarossa als zu "Mainstream" ansah. Mehr als vier Jahrzehnte nach seinem Debüt hat der Wow-Faktor des Imperators kaum nachgelassen.

 

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