Gut ins neue Jahr rutschen - mit dem Porsche 918 Spyder

Es gibt Autos und Straßen, die sind wie für einander gemacht. Und es gibt solche, die wollen auf den ersten Blick so gar nicht zusammenpassen. Der verschneite Flüelapass und Porsches offener Hypersportwagen 918 Spyder zum Beispiel. Fotograf Stefan Bogner hat das Rendezvous dennoch arrangiert.

Manchen Menschen sind schon so derart glorios durch's alte Jahr geschliddert, da kann man sich die Wünsche für einen "guten Rutsch" zu Silvester eigentlich auch sparen. Menschen wie Stefan Bogner zum Beispiel. So war unser Münchener Fotografen-Spezi im vergangenen Jahr für ein experimentelles Buchprojekt mit dem Porsche 918 Spyder kreuz- und quer durch Europa unterwegs. Im Testzentrum von Weissach, auf dem Nürburgring, auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Nardò - und eben auf dem schweizerischen Flüelapass. Denn der Hyper-Porsche mag die Nordschleife als erster Seriensportwagen in weniger als sieben Minuten umrundet haben - wirklich spannend wird es mit einem High-Tech-Katapult jedoch auf ungewohntem Terrain.

Einmalige Gelegenheit bei -19 Grad

"Wir waren mit dem Versuchswagen von Nardò auf dem Weg zurück nach Weissach - und da kamen wir eben durch's verschneite Engadin", erinnert sich Stefan Bogner. "Bei -19 Grad haben haben wir die beiden Dachhälften herausgenommen und dann auch spontan einen Helikopter für die Luftaufnahmen gemietet, denn wir wussten: So eine Gelegenheit kommt kein zweites Mal. Kaum ein Besitzer würde seinen 918 Spyder im Winter herausholen, um eine Runde driften zu gehen. Es musste einfach getan werden!" Die Passstraße hatte das Team dabei für sich allein - bis auf einen Tourenskifahrer, der auf die ungewöhnliche Wintersport-Konkurrenz allerdings bündnerisch-gelassen mit gehobenem Daumen reagierte.

Auch Andreas Henke aus dem Porsche Marketing, der bei der Schneefahrt hinter'm Steuer saß, erinnert sich mit Freude an die Drift-Session: "Sogar auf Schnee ist der 918 wegen seines elektrischen Allradantriebs perfekt zu kontrollieren! Man muss nur etwas auf die Bodenfreiheit aufpassen; dem Carbonsplitter zuliebe." Die Auslegung ist – wie auch beim Carrera 4S – recht hecklastig und die E-Motoren machen es möglich, dass sich die Traktion auf Schnee schon ab 1.500/min ausschalten lässt.  "Man kann den Wagen quasi mit der Fußspitze querstellen. Aber auch bei maximaler Schräglage lässt er sich jederzeit wieder über die Vorderachse einfangen. Bei keinem anderen Sportwagen ist der Weg vom Hirn über’s Bein zur Achse so kurz: Die Ansprechzeit liegt bei 60 Millisekunden." 

Ein unkonventionelles Projekt

Am 15. Januar 2015 wird das Buch erscheinen: Als Trilogie mit einem opulenten "Picture Book", einem "Story Book" mit der Entwicklungsgeschichte des Porsche 918 Spyder und einem "Fact Book" mit allen relevanten Daten, Zahlen und Fakten zum Hypercar. Neben Stefan Bogner und Andreas Henke waren auch Porsche-Pressechef Hans-Gerd Bode und Edwin Baaske vom Delius Klasing Verlag an dem ungewöhnlichen Projekt beteiligt, das so leidenschaftlich und unkonventionell zu sein verspricht, wie der Porsche 918 Spyder selbst. Während Stefan Bogner den Hybrid-Supersportler in dramatischer Weise und mitunter ungewohnter Umgebung in Szene setzt, gewährt Autor Jürgen Pander in seinem Text Einblicke hinter die sonst streng verschlossenen Türen des Porsche-Entwicklungszentrums in Weissach uns lässt die Protagonisten des "dreijährigen Drahtseilaktes" zu Wort kommen, etwa die Ingenieure Gernot Döllner und Frank-Steffen Walliser, Design-Chef Michael Mauer sowie Rallye-Legende und Fahrdynamik-Experte Walter Röhrl, der ebenfalls an der Entwicklung des 918 Spyder beteiligt war.

Die Buchtrilogie "Porsche 918 Spyder" erscheint am 15. Januar 2015 im Delius Klasing Verlag, kostet 98,00 Euro - und ist im Gegensatz zum Porsche 918 Spyder selbst noch nicht ausverkauft. Weitere Informationen unter delius-klasing.de.