Das dürfen Sie bei der Pariser Rétromobile 2016 nicht verpassen

Über 120.000 Fans und Sammler werden in dieser Woche in der „Stadt der Liebe“ erwartet. In einem rundherum französischen Ambiente startet bei der Rétromobile in Paris die europäische Automobilklassiker-Saison. Wir sagen Ihnen, was Sie dabei nicht verpassen sollten...

Rund 500 Aussteller zeigen im Parc des Expositions an der Porte de Versailles ihre Ausstellungs- und Sammlerstücke oder offerieren ihre Restaurierungskünste. Für fünf Tage wird die Rétromobile zum Nabel der Classic Car Welt und angesichts der Fülle an Verführungen und Attraktionen muss man Prioritäten setzen. Wir haben die Pflicht-Boxenstopps für Sie zusammengestellt.

Aufregende Sonderausstellungen

Die Rétromobile hat in den letzten Jahren durch ungewöhnliche Sonderausstellungen noch mehr an Grandeur gewonnen. Die 41. Auflage macht da konsequent weiter. Neben dem Thema „110 Jahre Automobile Club de l’Ouest“ widmen sich die Veranstalter des (zumeist automobilen) fotografischen Werks von Jacques Henri Lartigue und der außergewöhnlichen, 60-jährigen Karriere des Modern-Age-Designers Philippe Charbonneaux. Ein echtes Highlight verspricht auch die Autokollektion einer ominösen Dame namens Julia zu werden. Die Sammlerin steht auch als Pilotin bei historischen Rennen ihren „Mann“ und stellt daher passenderweise auch von Amazonen gesteuerte Rennwagen aus. Wie den Ex-Patsy Burt McLaren M3A oder ein Frazer Nash Le Mans Coupé aus dem früheren Besitz von Kitty Maurice. Unter den Herstellern, die neben ihren aktuellen Produkten Meilensteine aus ihrer Geschichte ausstellen, sind Maserati, Bugatti, Porsche, Aston Martin, Mercedes und Renault, um nur einige zu nennen.

Scheckbücher zücken...

Ob Sie nun auf der Suche nach einem Multi-Millionen-Modell sind oder einfach tagträumerisch durch dieses Klassiker-Wunderland streifen wollen – die Rétromobile wird Sie nicht enttäuschen. In der Tat eröffnet diese Messe die Chance, so viele Classic Driver-Händler wie sonst nirgendwo auf der Welt an einem Fleck versammelt zu sehen. Immer prominent in Paris vertreten ist Fiskens, diesmal mit einer von einer Shelby 427 Cobra angeführten Abordnung. William I’Anson wird mit dem Siegerwagen der 12 Stunden von Sebring 1973, einem 911 2.8 RSR, das Interesse der Porsche-Anhänger erwecken, während J.D. Classics mit zwölf gewohnt makellos präparierten Exponaten, darunter einem Ferrari F40 LM und einem burgunderroten 365 GTB4 Daytona, sicher zahlreiche Besucher anlocken wird. Einen Ferrari 275 GTB mit französischer Rennsport-Historie und attraktiver Tricolore-Lackierung gibt es derweil am Stand des Pariser Händlers Mécaniques Modernes & Classiques zu bewundern.

Auf die drei von FA Automobile aus dem Hut gezauberten 911 Carrera RS sind wir bereits ausführlich eingegangen. Neu zu erwähnen sind die Gallery Brummen mit zwölf Modellen – darunter dem ersten Serienmodell des Maserati Bora – und HK Engineering mit zwei nicht ganz gewöhnlichen Mercedes 300 SL. Beide „Flügeltürer“ sind verbunden mit David Douglas Duncan, einem der Begründer des modernen Fotojournalismus, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden ist. Einen der SL nutzte Douglas über 40 Jahre lang als tägliches Fortbewegungsmittel, hinter dem anderen steckt jener „geheime“ SLS-Prototyp, den er im November 1955 auf Bergstraßen in Deutschland und der Schweiz für das LIFE-Magazin ablichtete. Des Weiteren lohnen Stippvisiten an den Ständen von Thiesen, Eleven Cars, Serge Heitz, Jean Lain Vintage, Movendi, Monaco Legend Motors und De Widehem Automobiles.

Bis dass der Hammer fällt...

Die schon traditionellen Auktionen von Bonhams, RM Sotheby’s und Artcurial sind speziell für Sammler ein weiterer Brennpunkt. Nach dem mit dem Verkauf der Baillon Collection ausgebrochenen Hype kehrt Artcurial mit einer neuen Trumpfkarte zur Rétromobile zurück – dem Ferrari 335S von 1957 (Estimate 28 bis 32 Millionen Euro) aus der Sammlung von Pierre Bardinon, gesteuert unter anderem von Phil Hill, Wolfgang von Trips (Zweiter bei der letzten Mille Miglia) und Stirling Moss. Weitere Highlight umfassen zwei Alfa Sprint Zagato mit Rund- und Kammheck (Coda Ronda und Coda Tronca) und den 1955 auf der IAA ausgestellten Porsche 550 Spyder. Sie können unsere ausführlichen Vorschauen auf die drei Auktionen an anderer Stelle im Magazin nachlesen. Und wie immer lohnt es, im Verlauf der Woche auf Classic Driver die Breaking News aus den Verkaufsräumen abzurufen.

Photos: Rémi Dargegen for Classic Driver © 2016

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