Classic Days Schloss Dyck 2012: Park and Ride

Vorkriegs-Rennwagen zum Kaffeekränzchen? Willkommen zur Gartenparty auf Schloss Dyck! Die siebte Auflage der beliebten Classic Days im Rheinland zog einmal mehr Tausende Besucher an. Ein vielseitiges Programm und eine gute Wetterlage lohnten den Ausflug zu den diesjährigen Classic Days in Jüchen.

Das wunderbare Setting des Schlosses Dyck und eine beeindruckende Programmvielfalt gaben Anfang August ein Erlebnis, dem man sich schwerlich entziehen konnte. Nach sechs Classic Days Veranstaltungen fand vom 3. bis zum 5. August 2012 nun die siebte Auflage des Festivals statt - mit bewährten und neuen Attraktionen. So begeisterten in diesem Jahr vor allen Dingen wieder die „Racing Legends“ auf der 2,8 Kilometer langen Rennstrecke. Rund 100 Fahrzeuge gingen auf den Rundkurs zwischen Apfelbäumen, Miscanthusfeld, wogenden Kornfeldern und schattiger Bergahorn-Allee. Mit dabei: die legendären Silberpfeile von Mercedes-Benz inklusive dem bemerkenswerten 300 SLR mit der originalen Mille Miglia Startnummer 658. Mit dem legendären Bruderwagen 722, dem vielleicht wertvollsten Rennsportwagen der Welt, gewann Sir Stirling Moss mit Beifahrer Denis Jenkinson im Jahre 1955 das Rennen durch Italien. Über fünf Jahrzente später zeigte sich der Haudegen in Dyck in einem eigens ihm gewidmeten Paddock – wie immer bestens gelaunt.

 

Classic Days Schloss Dyck 2012: Park and Ride
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Als Kontrastprogramm zu den Racing Legends glänzten erneut die „Jewels in the Park“ – ein sehr vielseitiger Concours d‘Elegance. Rund 40 Fahrzeug-Pretiosen defilierten nach den Bedingungen eines FIVA-A-Concours. Angefangen vom Mercedes Knight 16/45 aus dem Jahr 1912, über einen wunderbaren Hispano Suiza H 6 B Cabrio Saoutchik von 1925 oder einem Talbot Lago T150 C Cabriolet d‘Usine, Jahrgang 1938. Auch Rolls-Royce Wraith Coupé mit einer Erdmann Rossi Karosserie, Alfa Romeo 6c 2500 SS Pinin Farino Cabriolet und Villa d'Este Touring wie auch Bentley Derby (DHC) 4 1/4 Liter begeisterten. Außerdem zogen die „Lovely Heroes“ und das „Charme & Style“ Aufgebot die Blicke auf sich.

 

Überhaupt: die frühen Bentley-Tourer. Einmal mehr faszinierte der Benjafield‘s Racing Club mit spektakulärem Auftritt. Bentley Open Tourer, Bentley 3 Ltr. Speed Model Red Label, Bentley 4 1/2 litre, Blower Bentley, Bentley 8 litre und Speed Six sorgten für reichlich „Drama“ entlang der Strecke; ein furioses Spektakel. Der irrwitzige Bentley Napier bewirkte nochmaliges Aufsehen. Ebenfalls sehenswert: die Monoposto Läufe, historische Fahrzeuge und Motorräder. Entspannung fanden die vielen Zuschauer im mystisch wirkenden Miscanthusfeld. Hier parkten rund 1.000 Oldtimer, größtenteils nach Marken und Typen sortiert. Ein ganz besonders erlebnisreicher Bereich der Classic Days.

 

Classic Days Schloss Dyck 2012: Park and Ride
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Neu hinzugekommen ist in 2012 das Paddock der historischen Renntransporter. Wie eine Wagenburg begrenzten die FHR-, Porsche- und Meilenwerk-Renntransporter das Areal. Der bemerkenswerte Citroen CD Tissier hatte diesmal einen DeTomaso Pantera GT-Sportwagen von Bratke Exklusive Cars geschultert – ein starkes Gespann. Genauso wie der seltene Land Rover Fourwheeldrive, der eine Rover TC Limousine huckepack trug. Im ebenfalls neuen Bereich „Ideas & Imagination“ wurden bei den Classic Days 2012 einige Konzeptfahrzeuge ausgestellt – diese Ansammlung wirkte im kargen Innenhof der Vorburg jedoch ein wenig verloren. Bei den vielen Überlegungen zu den Inhalten und Themen der Classic Days zeigte sich das vielköpfige Organisationsteam wieder motiviert, an einen der größten deutschen Rennfahrer zu erinnern: Wolfgang Graf Berghe von Trips. Der Renngraf aus Horrem bei Bergheim/Erft ist vielen ein Vorbild an Sportlichkeit, Ritterlichkeit und Gentlemen-Ship. Vor 51 Jahren verunglückte „Taffy“ auf dem Hochgeschwindigkeitsrundkurs von Monza. Die gesamten Classic Days waren dem charismatischen Rennfahrer gewidmet. Daher auch der Untertitel „Trips Memorial“.

 

 

Classic Days Schloss Dyck 2012: Park and Ride
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Und die vielen ehrenamtlichen Helfer haben erneut kräftig mit angepackt, damit die Veranstaltung in diesem Jahr den vielen Besuchern in guter Erinnerung bleibt. Das ist nach erlebten Organisationspannen der Vorjahre auch größtenteils gelungen. Die Ordner auf dem umliegenden Wegenetz von Dyck schienen dazu gelernt zu haben und auch das Thema Freundlichkeit zählte nun zum Repertoire. Ärgerlich allerdings waren die auf den Plänen eingezeichneten, tatsächlich jedoch fehlenden Tribünen vor Ort. Auch die angekündigte Fußgänger-Brücke ins Renntransporter-Fahrerlager fehlte gänzlich, so dass die Besucher zum Erreichen dieses sehr interessanten Ausstellungsbereiches auf die Streckensperrungen warten mussten, um in das Infield zu gelangen. Die dort ansässigen Händler waren darüber verständlicherweise wenig erfreut.

 

 

Classic Days Schloss Dyck 2012: Park and Ride
Classic Days Schloss Dyck 2012: Park and RideClassic Days Schloss Dyck 2012: Park and Ride

Dass die Stimmung dennoch insgesamt spürbar positiv ausfiel, lag auch an den umtriebigen Streckensprechern. Insbesondere Johannes Hübner, der emsig die Concours-Veranstaltung moderierte, begeisterte durch seine kenntnisreiche und lockere, aber nicht flapsige Kommentierung der vorbei flanierenden Fahrzeuge. Selbst einem kleinen Fiat 500 brachte Hübner noch ganz besondere Wertschätzung entgegen. So gehört sich das. An der Rennstrecke verstanden das nicht alle, die ein Mikrofon in der Hand halten durften. Bloßes Sprücheklopfen kann Sachkenntnis nicht ersetzen. Darauf aber sollte das Team der Classic Days auch im kommenden Jahr achten. Wer 24 Euro für eine Tageskarte verlangt, darf getrost auch Premium im Park anbieten; „Park and Rride“ eben. Letztlich aber bleibt es mehr als ein feiner Zug, dass der gesamte Erlös der Classic Days dem Erhalt des Schloss-Ensembles Dyck zu Gute kommt. Und wer in den Vorjahren bei den Classic Days in Jüchen gewesen ist, hat in diesem Jahr unschwer erkennen können, wie viel seit Anbeginn geschehen ist. Dazu kann man nur gratulieren!

 

Fotos: Mathias Paulokat

Classic Days Schloss Dyck

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