Bieter im Ferrari-Fieber bei RM Sotheby's in Maranello

Bei der Auktion von RM Sotheby’s und Ferrari im Rahmen der großen 70-Jahre-Feier in Maranello schoss ein Auto den Vogel ab, das es noch gar nicht gibt: Der letzte Ferrari La Ferrari Aperta. Der Erlös kommt der weltweit größten Kinderrechtsorganisation zugute...

Ferrari-Fieber

Die vierte "Leggenda e Passione"-Auktion von RM Sotheby’s und Ferrari war die bislang erfolgreichste. In nur knapp über drei Stunden wurden Rennpferde im Gesamtwert von über 60 Millionen Euro versteigert. Dazu kamen noch elf Memorabilia-Lots, die ebenfalls auf eine überwältigende Nachfrage trafen. Nachdem schon das Windkanalmodell des Ferrari 812 Superfast für sagenhafte 500.000 Euro (genug, um das Original-Modell zu kaufen!) weggegangen war, kamen die Hochkaräter an die Reihe. Lapo Elkann war Zeuge, wie sein Ferrari 458 Italia „Army“ innerhalb des Schätzpreises von 335.000 Euro unter den Hammer kam. Schon bald jedoch wurde das Einzelstück übertrumpft vom Ferrari 488 Spider „Green Jewel“ von 2016 – das erste 70-Jahre-Jubiläumsmodell, für das unfassbare 960.000 Euro – gleich drei Mal der untere Estimate – bezahlt wurden. Der fabelhafte Scheunenfund in Gestalt des 1969er Ferrari 365 GTB/4 Daytona Berlinetta stand zunächst den ganzen Abend inmitten des ganzen Trubels und schien dabei das Publikum einzuschüchtern. Denn am Ende brachte der nach 40 Jahren in Japan wiedergefundene einzige Alu-Daytona mit Straßenzulassung mit 1,6 Millionen Euro weitaus weniger ein als erwartet. Dagegen erfüllte der 1983 gebaute 400i von Rolling Stone Keith Richards die Erwartungen – 300.000 Euro entsprachen einer guten Verdoppelung des unteren Schätzpreises. 

Das Beste zum Schluss

Doch das wichtigste Auto behielten sich die Organisatoren bis zum Schluss auf: Der Ferrari LaFerrari Aperta von 2017. Obwohl die Bieter lediglich ein digitales Mock-up-Modell statt eines realen Fahrzeugs zu sehen bekamen, hinderte es sie nicht daran, ihre „Paddles“ reihenweise in die Höhe zu halten. Nachdem RM Sotheby’s Besitzer und Gründer Rob Myers und Ferrari Chairman und CEO Sergio Marchionne erklärt hatten, dass der gesamte Erlös für dieses Auto der Wohltätigkeitsorganisation Save the Children zufließen würde, begannen die Gebote bei fünf Millionen Euro – also schon einmal eine Million über dem oberen Schätzpreis. Nach einem Bieterwettstreit zwischen mindestens zwölf Kandidaten wurde der als 210. und letzter Aperta erst noch zu bauender Wagen schließlich für 8,3 Millionen Euro verkauft – so viel wie für noch kein anderes Auto des 21. Jahrhunderts. Was für eine großzügige Art, diesen Abend zu beenden. 

*Alle Preise sind Hammerpreise  – falls nicht anders angegeben ohne Käuferprämien 

Fotos: Federico Vandone Dell’Acqua for Classic Driver ©