Bentley Continental GTC V8: In eisige Höhen

Wintersport im Engadin – das muss nicht immer Ski oder Cresta sein. Auch mit dem Bentley Continental GTC V8 kann man im Schnee eine Menge Spass haben. Vorausgesetzt natürlich, man kennt die richtigen Pisten. Ein hochalpiner Tourenbericht.

Albula, Julier, Maloja, viele Straßen führen nach St. Moritz. Als anspruchsvollste Winterroute gilt der Flüelapass, der von Davos hinauf bis auf 2.383 Meter führt und bei Susch im Unterengadin endet. Vor allem zwischen November und März ist die Straße eine der schönsten und spannendsten Fahrstrecken der Schweizer Alpen, viele Automarken testen hier oben ihre neuen Modelle – vorausgesetzt, der Pass ist nicht wegen Lawinengefahr oder Tiefschnee geschlossen. Doch wir haben Glück, der Schlagbaum zeigt nach oben und gibt unserem signalroten Bentley den Weg frei. Geräumt wird der Flüela höchstens sporadisch. Und wer auf den steilen und zentimeterdick vereisten Serpentinen ins Rutschen kommt, hat kaum eine Chance, die Kontrolle wieder zu erlangen. Schon nach der ersten Kurve klebt wie ein Warnhinweis ein frisch verwehter VW Passat an der Felswand, der Fahrer genießt derweil die alpine Aussicht und wartet geduldig auf die Bergrettung.

Bentley Continental GTC V8: In eisige Höhen
Bentley Continental GTC V8: In eisige Höhen Bentley Continental GTC V8: In eisige Höhen

Doch es gibt keine gefährlichen Straßen, nur gefährliche Automobile. Und eben solche, die sich der lebensfeindlichen Umgebung ideal angepasst haben: Leichter Motor, variabler Allradantrieb, und ein sportliches Stoffverdeck für die totale Rundumsicht – fast scheint es, als hätten die Ingenieure im englischen Crewe den Bentley Continental GTC V8 eigens für unsere vorweihnachtliche Reise nach St. Moritz konstruiert. Denn während die rund 70 Kilogramm Differenz zum Zwölfzylinder-Continental auf der Autobahn kaum ins Gewicht fallen, sind es am Berg fahrdynamische Welten: Ohne den gewaltigen Sechsliter-W12 auf der Vorderachse lässt sich der Wagen deutlich präziser durch die Kurven fädeln. Und obwohl man beim Tritt in die Pedalerie nur aus vier Litern Hubraum schöpft, ist der 507 PS starke Biturbo-V8 aus dem Audi-Regal hier am Berg kaum weniger spurtstark und – in Kombination mit der neuen Achtgang-Schaltung – sogar lebhafter, sportlicher und agiler. Auch der Sound ist eine Brise frischer und ab 5.000 Touren röhrt der V8 derart markerschütternd, dass akute Lawinengefahr besteht.

Bentley Continental GTC V8: In eisige Höhen Bentley Continental GTC V8: In eisige Höhen

So prescht man über schneebedeckte Straßen, wedelt durch eisige Kehren und lässt bei jedem Gasstoß funkelnde Pulverschneewolken aufsteigen, während einem die Nackenheizung der abgesteppten Ledersessel karibisch-warme Luft ins Genick bläst. Von solch kultiviertem Sportsmanship in eisiger Höhe hätten wohl selbst die englischen Gentlemen, die St. Moritz im späten 19. Jahrhundert auf die Landkarte der besseren Gesellschaft brachten, nicht geträumt. Doch natürlich hat der Spagat zwischen Sport und Luxus auch seinen Preis: Mit knapp 2,5 Tonnen Gewicht ist der „kleine“ Bentley Continental GTC ein stattlicher Schlitten. Und ohne die optionalen Keramikbremsen ist man – sobald es einmal wieder bergab geht – primär damit beschäftigt, die Gravitationskräfte zu zügeln und nicht mit fliegenden Fahnen in der nächsten Arvenschonung oder auf den Schaufeln des Engadiner Winterdienstes zu landen.

Bentley Continental GTC V8: In eisige Höhen
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Wer jedoch auf dem Eis die Kontrolle behält, dürfte auch die berühmt-berüchtige Shuttlecock-Kurve beim Cresta Run überstehen. Natürlich hilft der Allradantrieb, auf automobilen Schneepisten wie dem Flüelapass die Spur zu halten. Und die Brigade der elektronischen Assistenten behält hier oben am Berg ebenfalls meist die Oberhand. In Röhrl’scher Manier durch die Kurven driften lassen einen die computergestützten Anstandssysteme allerdings nicht – für das klassische Serpentinenballett sollte man weiterhin Sportwagen aus analogeren Epochen bevorzugen.

Bentley Continental GTC V8: In eisige Höhen

Doch unsere Fahrt führt ja nicht ins Trainingslager für Wintersport-Puristen, sondern nach St. Moritz. Hier ist es eben auch wichtig, beim Aprés-Ski eine gute Figur zu machen. Und man kann sagen, was mann will – aber einem brandneuen Bentley-Cabriolet im Farbton „Dragon Red“ könnte beim abendlichen Weihnachts-Shopping wohl nicht mal Santa Clause mit seinem Rentier-Gespann die Schau stehlen.

Fotos: Jan Baedeker

Konfigurieren Sie Ihren Bentley Continental GTC V8 unter www.bentleymotors.com.

Herzlich bedanken möchten wir uns bei Stefan Bogner für die filmreife "Luftunterstützung" am Flüelapass – seine fotografischen Alpenpass-Orgien im Magazin Curves sowie dem neuen Bildband Escapes sollten Sie keinesfalls verpassen!

Besonderer Dank gilt auch dem Suvretta House und dem St Moritz Tobogganing Club (SMTC) - sie haben diese Produktion erst möglich gemacht. Merci vielmals!